Das Bundeskartellamt schließt sein Verfahren zur 50+1-Regel ab. Was sind die Folgen? Das Bundeskartellamt hat keine grundsätzlichen kartellrechtlichen Bedenken gegen die 50+1-Regel im deutschen Fußball. Nach Abschluss des Verfahrens gab die Behörde jedoch Hinweise an die Bundesliga-Dachorganisation, um die Regel auch zukünftig rechtssicher anzuwenden. Die Regel gibt im Kern vor, dass Investoren keine Stimmenmehrheit an den Kapitalgesellschaften von Vereinen übernehmen können. Kartellamt: Mitbestimmung von Fans wichtig Voraussetzung für die 50+1-Regel sei, dass sie konsequent und ohne Unterschiede angewendet werde, hieß es in einer Mitteilung weiter. Die Bundesliga müsse für Mitbestimmung der Fans und einen offenen Zugang zur Mitgliedschaft sorgen, sagte Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes. Dies kann als Hinweis an RB Leipzig verstanden werden, den eingetragenen Verein für weitere Mitglieder zu öffnen. „Liga und Clubs stehen im ständigen und guten Austausch, wir sehen dem Fortgang unaufgeregt und wie gehabt konstruktiv entgegen“, teilten die Sachsen mit. Die Ausnahmen VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen Bereits 2023 hatten sich die damalige DFL und das Kartellamt grundsätzlich auf Änderungen der umstrittenen 50+1-Regel verständigt. Man sehe aber weiterhin „bei der vorgesehenen Neuregelung des Bestandsschutzes für die bisherigen Förderklubs Nachbesserungsbedarf“, sagte Mundt. Ausnahmen gibt es bisher für den VfL Wolfsburg und Bayer Leverkusen . Im Juni 2025 hatte das Kartellamt bereits Nachbesserungen gefordert: „Nach der neuen Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) erscheint es allerdings nicht mehr möglich, zu den bislang vorgeschlagenen Bedingungen einen dauerhaften Bestandsschutz für Vereine vorzusehen, die bereits eine Förderausnahme erhalten haben“, hieß es damals. Leverkusen ist eng mit dem Chemiekonzern Bayer verbunden. Die langjährige Förderung bildete die Grundlage für eine Ausnahme von der 50+1-Regel, die nur dann gestattet wird, wenn ein Investor einen Verein mindestens 20 Jahre lang erheblich gefördert hat. Die Regel fand 1999 bei Leverkusen Anwendung. Volkswagen erhielt 2001 eine Ausnahme für den VfL Wolfsburg. 2015 gab es diese dann auch bei der TSG 1899 Hoffenheim , wo Mäzen Dietmar Hopp die Mehrheit in der Fußball-Spielbetriebs-GmbH übernahm – bis der Club Ende 2023 zur regulären 50+1-Struktur zurückkehrte. Der Fall Hannover 96 Zudem solle sichergestellt werden, „dass die Wertungen der 50+1-Regel auch bei ihren eigenen Abstimmungen konsequent beachtet werden“, sagte Kartellamtspräsident Mundt weiter. So habe die Deutsche Fußball Liga bei der Abstimmung über eine Investorenbeteiligung an ihren Medienerlösen im Dezember 2023 im Falle von Hannover 96 nicht konsequent umgesetzt. Die Deutsche Fußball Liga hatte sich als Dachorganisation der 36 Proficlubs zur neuen Saison in Bundesliga umbenannt.
Kartellamt: Keine generellen Bedenken gegen 50+1-Regel
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Doping-Kontrollen: Das müssen deutsche Sportler beachten
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Wer in Deutschland Leistungssport betreibt, steht unter ständiger Beobachtung – und das im wörtlichen Sinne. Die Regeln der Nationalen Anti Doping Agentur (Nada) sind präzise – wer sie nicht einhält, riskiert empfindliche Sanktionen. Drei Versäumnisse innerhalb von zwölf Monaten – das reicht, um gegen die Anti-Doping-Bestimmungen zu verstoßen. Gleich zwei aktuelle Fälle zeigen, wie ernst die Konsequenzen sein können: Fußball-Nationalspielerin Laura Freigang droht wegen dreier verpasster Dopingtests eine Sperre von bis zu zwei Jahren. Und gegen den deutschen 100-Meter-Rekordler Owen Ansah läuft ein Verfahren der Nada wegen des Vorwurfs, eine Kontrolle verweigert zu haben. Beide Fälle machen deutlich, wie das Anti-Doping-System in Deutschland funktioniert — und welche Pflichten Athleten täglich erfüllen müssen. Wer kontrolliert wird – und wie oft Nicht alle Sportler unterliegen denselben Anforderungen. Die Nada teilt Athleten auf Basis einer Risikobewertung ihrer Sportart und ihres Kaderstatus in verschiedene Testpools ein. Die höchsten Anforderungen gelten für den Registered Testing Pool (RTP). Hier landen Sportler, die dem deutschen Olympiakader in Sportarten angehören, die von der Nada in die Risikogruppe A (hohes Dopingrisiko) eingestuft wurden. Sportarten der Risikogruppe A sind: Leichtathletik (Langstrecke 3000 m+, Mittelstrecke 800–1500 m, Mehrkampf, Sprungdisziplinen, Sprint 400 m oder kürzer, Wurfdisziplinen) Bob, Rennrodeln und Skeleton Kanusport (Kanurennsport, Kanuslalom) Radsport (Straße, Bahn-Ausdauer, Cyclocross, Mountainbike, Bahn-Sprint) Turnen (Gerätturnen) Kraftdreikampf (Powerlifting) Rudern Skisport (Biathlon, Nordische Kombination, Langlauf, Ski Alpin) Eisschnelllauf und Shorttrack Schwimmen und Freiwasserschwimmen Triathlon Gewichtheben Unter dem RTP folgt der Nationale Testpool (NTP), dem in der Regel Bundeskaderathleten angehören. Bei Versäumnissen können NTP-Athleten in den RTP hochgestuft werden. Für weitere Kaderathleten gilt der Allgemeine Testpool (ATP), für Mannschaftssportarten der Team-Testpool (TTP). Ständige Erreichbarkeit als Pflicht Athleten im RTP und NTP müssen vierteljährlich im Voraus angeben, wo sie übernachten, trainieren oder an Wettkämpfen teilnehmen. Änderungen sind unverzüglich über das ADAMS-System oder die Anwendung „Athlete Central“ zu melden. Für RTP-Athleten gelten dabei besonders strenge Vorgaben: Sie müssen für jeden Tag ein 60-minütiges Zeitfenster zwischen 6 und 23 Uhr benennen, in dem sie an einem festen Ort für Kontrollen erreichbar sind. Wer innerhalb von zwölf Monaten drei Meldepflicht- oder Kontrollversäumnisse begeht, verstößt gegen die Anti-Doping-Bestimmungen — mit den Konsequenzen, die die Fälle Freigang und Ansah gerade vor Augen führen. Ablauf einer Kontrolle Dopingkontrollen finden grundsätzlich unangekündigt statt. Ein Kontrolleur weist sich aus und informiert den Sportler über seine Auswahl zur Probenahme. Von diesem Moment an bleibt der Athlet bis zum Abschluss der Probenahme unter ständiger Aufsicht. Ein Ausweichen oder eine Weigerung kann als Verstoß gewertet werden. Entnommen werden können Urin-, Blut- oder Trockenblutproben. Bei der Urinabgabe beobachtet der Kontrolleur den Vorgang direkt, um Manipulationen auszuschließen. Der Sportler wählt selbst ein Probenahmeset aus und verschließt die Proben in einer A- und einer B-Flasche. Rechte der Athleten Sportler haben das Recht, sich von einer Vertrauensperson begleiten zu lassen. Für Minderjährige und Athleten mit Beeinträchtigungen sieht das Regelwerk besondere Anpassungen vor, die Privatsphäre und Würde schützen, ohne die Integrität der Probe zu gefährden. Wenn ein Verstoß vermutet wird Weicht eine Analyse von der Norm ab oder besteht der Verdacht auf einen Regelverstoß, leitet die Nada ein Ergebnismanagementverfahren ein — genau jenes Verfahren, das derzeit gegen Ansah läuft. Der betroffene Athlet wird informiert und kann die Analyse der B-Probe verlangen sowie eine Stellungnahme abgeben. Über mögliche Sanktionen — etwa Sperren oder die Annullierung von Wettkampfergebnissen — entscheidet ein unabhängiges Disziplinarorgan.
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Memphis Depay: Niederländer droht Ex-Klub Corinthians
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Memphis Depay und Corinthians gehen getrennte Wege. Der Spieler zeigt sich empört. Denn der Klub soll ihm etwas anderes Versprochen haben. Zwischen dem niederländischen Nationalspieler Memphis Depay und dem brasilianischen Klub Corinthians droht eine Schlammschlacht. Der Verein hat am Dienstag bekannt gegeben, den Vertrag mit dem 32-Jährigen nicht zu verlängern. Depay reagierte empört. „Ich bin sehr enttäuscht darüber, dass Corinthians beschlossen hat, unsere bestehende Vereinbarung zur Verlängerung meines Vertrags um weitere zwei Jahre nicht einzuhalten“, schrieb der Stürmer am Mittwoch auf X. „Diese Verlängerung wurde ausdrücklich vom Präsidenten sowie von der sportlichen, rechtlichen und finanziellen Abteilung vereinbart.“ Einigen Personen hätten sich aber dazu entschieden, die Vereinbarung zu brechen. Offenbar grünes Licht: Bayern-Boss vor Verlängerung DFB-Star Woltemade: Neuer Trainer äußert sich Depay stellte zudem klar, die Situation nicht gewollt zu haben. Den Verein habe er über den gesamten Prozess hinweg respektiert. „Doch nun bin ich gezwungen, entschlossen zu reagieren, um meine Interessen zu wahren“, so der ehemalige Barcelona-Profi, der bereits Konsequenzen ankündigte. „In den kommenden Tagen werde ich mich öffentlich äußern, aber ihr könnt sicher sein, dass ich dieses inakzeptable Verhalten nicht ungestraft lassen werde.“ Verlängerung „nicht mit finanziellem Gleichgewicht vereinbar“ Corinthians hatte in einer Stellungnahme die zu hohen Kosten als Grund für die ausbleibende Verlängerung genannt. Depay mit einem neuen Kontrakt auszustatten sei „zum jetzigen Zeitpunkt nicht mit dem finanziellen Gleichgewicht vereinbar“, welches der Klub wahren müsse, „um die Nachhaltigkeit des Vereins zu gewährleisten“. Die Entscheidung sei eine schwierige gewesen, hieß es zudem. Sie sei jedoch für die Zukunft von Corinthians notwendig gewesen. In den kommenden Tagen wolle der Klub aus São Paulo eine Pressekonferenz abhalten, bei der Präsident Osmar Stabile sich den Fragen zu der ganzen Thematik stellen werde. Depays spielte seit 2024 für Corinthians, gewann mit dem Klub die Staatsmeisterschaft von São Paulo, den brasilianischen Pokal sowie den brasilianischen Supercup. Sein Vertrag beim Klub war offiziell Ende Juli ausgelaufen. Berichten zufolge soll Corinthians ihm noch mehrere Millionen Euro an Gehalt schulden.
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Hannover 96: Neuzugang Marcel Hartel bringt drei Aufstiege mit
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Marcel Hartel wechselt zu Hannover 96. Seine bisherige Karriere macht den Niedersachsen berechtigte Aufstiegshoffnungen. Hannover 96 hat Mittelfeldspieler Marcel Hartel verpflichtet. Der Zweitligist verkündete den Transfer am Dienstagabend. Hartel kommt vom St. Louis City SC aus der US-amerikanischen Major League Soccer (MLS) und erhält einen Vertrag bis 2029. Mit dem 30-Jährigen soll die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga gelingen. Dafür bringt der Neuzugang eine außergewöhnliche Vita mit. Dreimal stieg er bereits aus der 2. Liga in die Bundesliga auf – jedes Mal mit einem anderen Verein. 2019 gelang ihm der Aufstieg mit Union Berlin , nur ein Jahr später folgte der nächste mit Arminia Bielefeld . 2024 schaffte er es ein drittes Mal, diesmal mit dem FC St. Pauli . Bei den „Kiezkickern“ untermauerte der Mittelfeldspieler seine Klasse mit 30 Torbeteiligungen in 33 Spielen. Nach einem knapp verpassten Aufstieg in der Vorsaison, soll Hartel helfen, die Mission Bundesliga für die Hannoveraner zum Erfolg zu führen.