Die Rote Karte für US-Profi Folarin Balogun ist mittlerweile längst zurückgenommen. Jetzt hat auch der amerikanische Präsident Donald Trump seinen Einfluss gestanden und gliedert sich damit in eine historische Reihe fragwürdiger Personen ein. Dass WM-Gastgeber im Fußball immer eine kleine Sonderbehandlung erfahren, ist normal. So müssen sie nicht das Qualifikationsverfahren durchlaufen und sind in jedem Fall bei dem Turnier dabei, das sie mitorganisieren. Außerdem sind die Gastgeber-Länder als Gruppenköpfe gesetzt und entgehen dadurch zumindest in der Gruppenphase den absoluten Top-Nationen. Bei diesen Vorteilen sollte es eigentlich bleiben – auch bei der aktuellen Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Nun hat US-Präsident Donald Trump aber seine Position ausgenutzt. Der 80-Jährige gestand mittlerweile selbst ein, wegen der Rotsperre von Amerikas Top-Angreifer Folarin Balogun den Weltverband Fifa darum gebeten zu haben, die Sperre zu überprüfen. „Ich habe um eine Überprüfung gebeten, weil ich nicht dachte, dass es ein Foul war“, sagte Trump am Montag im Oval Office des Weißen Hauses. Dass Trump diesen Versuch unternimmt, ist die eine Seite der Medaille, dass die Fifa die Sperre tatsächlich aufhob, die andere. Damit reiht sich Trump in eine Liste mit dem ehemaligen, italienischen Diktator Benito Mussolini und der argentinischen Militärjunta rund um den Chefgeneral Jorge Rafael Videla ein. Rote Karte von US-Star Balogun: Trump über Infantino: „Glaube nicht, dass er die Entscheidung getroffen hat“ Nach Balogun-Entscheidung: „Das stinkt zum Himmel“: Fifa lässt Folie verschwinden Beide sollen in der Geschichte der Weltmeisterschaften auch Druck auf die Fifa, Offizielle oder andere Nationen ausgeübt und am Ende ihren Willen durchsetzen können haben. Bei der zweiten Weltmeisterschaft 1934 in Italien hatte Mussolini besonders die Schiedsrichter ausgewählt und bedrängt. Das Halbfinale Italiens gegen Österreich gab weiteres Futter für diese Spekulationen. Der Schiedsrichter soll per Kopf den Ball aus der Gefahrensituation geköpft haben, um ein Tor zu verhindern. Am Ende wurde das vehemente Eingreifen Mussolinis nicht nur mit dem Finaleinzug, sondern sogar mit dem Titel für die „Squadra Azzurra“ belohnt. Das Endspiel gegen die Tschechoslowakei gewann Italien in der Verlängerung 2:1. Rund 44 Jahre später war es General Jorge Rafael Videla, der die argentinische Militärjunta des Gastgebers leitete und großen Einfluss auf den Verlauf der Weltmeisterschaft nahm. Damals soll er sich aber nicht direkt an die Fifa, sondern vielmehr direkt an die gegnerischen Nationen gewendet haben. Besonders auffällig war das beim letzten Spiel in der zweiten Gruppenphase, als die argentinische Nationalmannschaft mindestens einen 4:0-Sieg über Peru benötigte, um ins Endspiel einzuziehen. Am Ende gewann die „Albiceleste“ sogar 6:0. Jahrzehnte später gab es Vorwürfe, dass Junta-Chef Videla anderen südamerikanischen Staaten angeboten habe, bei einem entsprechenden Sieg, politische Oppositionelle zu beseitigen. Immer wieder tauchten diese Vorwürfe auf, zuletzt vom prominenten Linken-Politiker Genaro Ledesma, der selbst während der WM nach Argentinien verschleppt wurde. Sportlich erfolgreich war das Eingreifen dennoch. Argentinien stand im Finale und besiegte dort die Niederlande in der Verlängerung 3:1.
Donald Trump gliedert sich in Reihe mit Benito Mussolini ein | WM 2026
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