Eintracht Frankfurt: Wohl Eklat um Trainer Riera und Burkardt

Dass Albert Riera ein Trainer mit speziellem Charakter ist, war bereits bei seiner Verpflichtung zu hören. Das bekommen nun auch seine Spieler zu spüren. Es rumort bei der Eintracht. Viele Augen waren auf ihn gerichtet: Beim Training von Eintracht Frankfurt am Mittwoch zog vor allem Torjäger Jonathan Burkardt die Aufmerksamkeit auf sich. Der Grund war jedoch kein erfreulicher. Bei den Hessen gibt es Differenzen zwischen Trainer und Mannschaft. Das berichtet die „Bild“. Dem Boulevardblatt zufolge soll es zu einem Zwischenfall zwischen Trainer Albert Riera und dem deutschen Nationalspieler gekommen sein. Der spanische Übungsleiter soll sich kritisch zu den Fitnesswerten von Burkardt geäußert haben, dessen aus seiner Sicht zu hohen Körperfettanteil bemängelt haben. FC Bayern: Effenberg prangert Statistik bei PSG-Niederlage an Das Gespräch suchte der Trainer aber nicht selbst. Stattdessen soll Co-Trainer Jan Fießer die Botschaft überbracht haben. Das wiederum habe Burkardt irritiert. Zum einen wegen der indirekten Kommunikation, zum anderen wegen der Inhalte. Seine Werte sollen nur leicht über denen der vorherigen Messung gelegen haben, zudem fühlt er sich körperlich in sehr guter Verfassung, heißt es im Bericht. Später soll Riera auch die Rückwärtsbewegung des Angreifers bei Ballverlust bemängelt haben. Auch das sei bei Burkardt auf Unverständnis gestoßen. Nach dem Gespräch mit Fießer habe sich der Stürmer an seinen Berater Thomas Kroth gewandt. Dieser habe überrascht reagiert und Sport-Vorstand Markus Krösche kontaktiert. Der habe daraufhin das Gespräch mit Riera gesucht, um sich ein eigenes Bild zu machen. Das führte dem Bericht zufolge zur nächsten Reiberei. Riera soll Burkardt im Vorbeigehen angefahren und ihn dafür verantwortlich gemacht haben, dass Krösche das Gespräch gesucht hatte. Die Folge: Beim Spiel in Augsburg (1:1) am letzten Wochenende ließ Riera Burkardt 88 Minuten auf der Bank schmoren. Trainer wird im Team immer kritischer gesehen In der Mannschaft und im Verein genieße der 25-Jährige dagegen hohes Ansehen. Ex-Kapitän Sebastian Rode sieht in ihm seinen Nachfolger und sagte: „Er ist ein Junge aus der Region, der ja schon als kleines Kind Eintracht-Fan war. Und er ist einfach ein super Mensch.“ Krösche sagte über Burkardt: „Er war von Anfang an einer der Führungsspieler, weil er nicht nur fußballerisch top, sondern letztendlich auch als Persönlichkeit sehr reif ist.“ Wegen solcher Verhaltensweisen wie im Fall von Burkardt wird der Umgang des Trainers in der Mannschaft zunehmend kritisch gesehen, heißt es in dem „Bild“-Bericht. Vor allem, dass schwierige Themen nicht direkt angesprochen würden, stoße auf Widerstand. Zudem sei es nicht das erste Mal, dass sich Spieler bloßgestellt fühlten. Riera gelte intern als schwer einschätzbar, bei vielen Profis wachse die Unsicherheit. Dem Bericht zufolge fühlen sich andere Führungsspieler wie Arthur Theate und Mario Götze ebenfalls immer mehr außen vor. Auch mit Kapitän Robin Koch hatte Riera demnach schon Differenzen. Zudem wachse intern die Kritik an Rieras System. Der Vorwurf: Der Trainer gehe zu wenig auf die Stärken des Kaders ein und setze Spieler auf ungewohnten Positionen ein. Vor dem Heimspiel gegen Hamburg am Samstag steht Frankfurt unter Druck. Dabei richtet sich der Blick auch darauf, welchen Führungsspielern Riera das Vertrauen schenkt. Sollte das Spiel nicht gewonnen werden, dürfte die Diskussion um die Zukunft des Trainers weiter an Fahrt aufnehmen.