Nach dem Pariser 4:5 richtet sich beim FC Bayern alles auf den Münchner Showdown gegen PSG. Zwei Rückkehrer könnten dabei zu Kompanys wichtigsten Trümpfen werden. Nach dem Neun-Tore-Spektakel und der 4:5-Niederlage des FC Bayern bei Paris Saint-Germain am Dienstag im Halbfinalhinspiel der Champions League ist klar, worauf der komplette Fokus des deutschen Rekordmeisters jetzt liegt: Auf dem entscheidenden Rückspiel am Mittwochabend (21 Uhr im Liveticker bei t-online) in München. Dabei wollen die Bayern ihre in Paris nach einem zwischenzeitlichen 2:5-Rückstand begonnene historische Aufholjagd in ihrer Arena vollenden. Und sich ihren großen Traum vom Einzug ins Finale mit einem Sieg gegen den Titelverteidiger doch noch erfüllen. Rummenigge exklusiv: Ex-Bayern-Boss im großen t-online-Interview Bayern-Spektakel in Paris: Dieser Moment veränderte alles Nach Kompany-Forderung: Uefa prüft Regeländerung in Champions League Das Problem der Bayern: Vor der Kür in der Königsklasse gilt es für sie zunächst, die Pflicht in der Bundesliga zu erledigen. Am Samstag tritt der 1. FC Heidenheim in München an. Für den Tabellenletzten geht es noch darum, sich die theoretische Chance auf das Erreichen des Relegationsplatzes zu wahren und darüber möglicherweise den Abstieg zu verhindern. Für den Gegner geht es also noch um alles. Für die Münchner dürfte sich das Ligaspiel dagegen in dieser Konstellation eher wie eine fast schon lästige Pflichtaufgabe anfühlen. Schließlich stehen sie bereits seit dem 30. Spieltag als kommender Meister fest. Zwischen den beiden wichtigen Halbfinalspielen in der Champions League kommt da eine für sie quasi schon unbedeutende Ligapartie zur Unzeit. All das wird sich auch wieder zwangsläufig in der Aufstellung von Chefcoach Vincent Kompany widerspiegeln. Das war schon vergangene Woche beim 4:3-Sieg in Mainz so. Joshua Kimmich und Dayot Upamecano standen zur Belastungssteuerung gar nicht erst im Kader. Kompany schickte eine Startelf aufs Feld, die er auf acht Positionen veränderte und fast komplett aus eigentlichen Ersatzspielern bestand. Nur Alphonso Davies und Luis Díaz spielten nun auch in Paris von Beginn an. Diesen Worst Case will Kompany vermeiden Die oberste Prämisse, die Kompany bei seiner Aufstellung verfolgt, ist auch jetzt wieder eindeutig. Keiner seiner Stammspieler soll sich verletzen und möglicherweise das wichtige Halbfinalrückspiel verpassen. Deshalb ist gegen Heidenheim wieder eine sehr ähnliche Ersatzmannschaft wie in Mainz zu erwarten, die in erster Linie gewährleisten soll, dass sich die Stammkräfte größtenteils schonen können. Was sich aber nicht wiederholen soll, ist der 0:3-Halbzeitrückstand, den die eingewechselten Stars um Michael Olise , Jamal Musiala und Harry Kane mit ihren Toren noch in einen Sieg umdrehten. Einen solchen Kraftakt wollen sich die Bayern diesmal lieber ersparen. Und sich auch nicht den Vorwurf gefallen lassen, einem Abstiegskandidaten mit einem vermeintlich geschenkten Sieg einen möglichen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Bayernduo unmittelbar vor Rückkehr Die Spieler, die auf dem Platz stehen werden, werden das Spiel also mit Sicherheit ernst nehmen. Man kann davon ausgehen, dass die etablierten Ersatzspieler Jonas Urbig , Min-jae Kim, Hiroki Itō, Leon Goretzka , Nicolas Jackson in jedem Fall von Beginn an spielen werden. Für den 18 Jahre alten Bara Ndiaye, der in Mainz sein Debüt in der Startelf feierte, gilt das genauso. Auch einige andere junge Spieler dürfen sich wieder Hoffnungen auf Einsätze machen. Denn mit Raphaël Guerreiro fällt ein weiterer erfahrener Profi aus der zweiten Reihe mit einem Muskelfaserriss aus. Sowohl Tom Bischof als auch Lennart Karl , die beide zuletzt von Muskelfaserrissen ausgebremst wurden, stehen dagegen unmittelbar vor ihrem Comeback. Beide wären mit Blick auf das PSG-Spiel am Mittwoch auch von der Bank wichtige Optionen für Kompany. Nachdem das Hinspiel in Paris für beide noch zu früh gekommen war, könnten sie gegen Heidenheim wieder in den Kader zurückkehren. Darum werden zwei Stars jetzt für Bayern zum X-Faktor Am Montag waren beide bereits wieder ins Lauftraining eingestiegen. „Tom Bischof kommt bald zurück, Lennart Karl kommt bald zurück“, hatte Kompany vor dem Spiel bei seiner Pressekonferenz gesagt. Und Sportdirektor Christoph Freund sagte schon nach der Partie in Mainz über das Duo: „Die sind ganz nah dran. Sie machen schon wieder Sachen mit dem Ball auf dem Platz. Sie sind nicht mehr weit weg, dass sie wieder dabei sind.“ Die beiden Jungstars könnten für Kompany zu zwei wichtigen Trümpfen werden, die er im entscheidenden Duell mit PSG in der Hinterhand hat. In Paris musste der Belgier in der Schlussphase auf Leon Goretzka als Joker zurückgreifen. Karl wäre in dieser Phase, in der Bayern noch unbedingt einen Treffer zum Ausgleich benötigte, in jedem Fall die deutlich offensivere und torgefährlichere Variante gewesen. Auch der vielseitige, im Mittelfeld und auf den Außenverteidigerpositionen einsetzbare Bischof könnte eine taktisch extrem wichtige Alternative werden. Dafür könnten sich die beiden gegen Heidenheim nun schon einmal einspielen. Und so den anderen Stars weitere Möglichkeiten geben, sich für den großen Showdown zu schonen.