Der Name Ángel Mateos dürfte den meisten Fußballfans wenig sagen. Für einen Tag stellte der Torhüter aber in Spanien deutlich jüngere Kollegen in den Schatten. Ein 70 Jahre alter Torwart hat in Spanien ein kleines Stück Fußball-Geschichte geschrieben. Ángel Mateos wurde beim CD Colunga im Heimspiel gegen CD Praviano (0:2) unter großem Applaus von Anfang an eingesetzt – und avancierte damit nach Medienberichten zum wohl ältesten aktiven Spieler der Tercera Federación, der fünften Spielklasse des Landes. Die Fachzeitung „Marca“ sprach von einem „historischen“ Ereignis. „Ich bin so nervös wie bei meinem Debüt“, hatte Mateos wenige Tage vor dem Match in Interviews eingeräumt. Die Ankündigung des ungewöhnlichen Einsatzes sorgte in ganz Spanien und über die Grenzen des Landes hinaus für Aufsehen. Es gab viele Medienberichte und unzählige Kommentare im Netz. Mateos stand eine knappe halbe Stunde im Tor. Er konnte das 0:1 der Gäste per Kopfball nach einer Ecke nicht verhindern, begeisterte die Heimfans aber mit einer guten Parade. Mit dem Einsatz wurde der frühere Bergmann für seine lange Karriere geehrt. „Mateos verkörpert genau das, wofür wir beim CD Colunga stehen: Leidenschaft, Beständigkeit, Respekt vor dem Fußball und eine Art, den Sport zu leben, die über das Alter hinausgeht. Das Alter ist zweitrangig“, schrieb der Club der Region Asturien auf Instagram. Ein kleiner familiärer Ansporn Der Torwart blickt auf eine außergewöhnlich lange Laufbahn zurück. Nach seinem Debüt mit 18 Jahren absolvierte er mehr als 800 Spiele in unteren spanischen Ligen, bevor er sich Anfang 40 aus dem offiziellen Spielbetrieb zurückzog. Dem Fußball blieb Mateos auch nach dem Rücktritt eng verbunden – unter anderem als Torwarttrainer in Colunga. Der 70-Jährige spielt außerdem im Altherren-Team mit und hält sich auch mit Laufen, Radfahren und Tennis fit. Für Mateos selbst stand beim Comeback auch ein kleiner familiärer Ansporn im Vordergrund: „Mein Enkel macht Leichtathletik – mal sehen, ob er zum Fußball wechselt, wenn er mich sieht“, sagte er im Gespräch mit der Zeitung „El País“.