Manuel Neuers Vertragsverlängerung beim FC Bayern ist jetzt offiziell fix. Nun rückt eine zweite, noch größere Entscheidung näher. Überrascht Nagelsmann jetzt alle? Teil eins der Zukunft von Manuel Neuer ist bereits geklärt. Der 40-Jährige hat seinen Vertrag beim FC Bayern um ein weiteres Jahr verlängert und wird auch in der kommenden Saison im Tor des Rekordmeisters stehen. Neuer, der 2011 vom FC Schalke kam, geht damit im Sommer in seine 16. Spielzeit in München. Dass es so kommen würde, daran bestand im Umfeld des FC Bayern in den vergangenen Tagen ohnehin längst kein Zweifel mehr ( mehr dazu lesen Sie hier ). Nur die offizielle Bestätigung des Klubs stand eben noch aus. Neuer verzichtete dabei nun auf die ganz große Show. Er hätte den neuen Deal höchstpersönlich im Rahmen des letzten Heimspiels am Samstag gegen Köln verkünden können. Oder sogar am Sonntagmittag bei der Meisterfeier auf dem Rathausbalkon vor Zehntausenden Fans am Marienplatz. Rummenigge exklusiv: Ex-Bayern-Boss im großen t-online-Interview Zukunftsfrage endlich geklärt: FC Bayern verkündet Neuer-Entscheidung „Unmenschlich“: Weltmeister mit klarer Meinung zu Neuer-Comeback Teil zwei von Neuers Zukunft gestaltet sich hingegen etwas schwieriger: Denn die Frage, ob Neuer zur Weltmeisterschaft im Sommer noch einmal ins Tor der deutschen Nationalmannschaft zurückkehren wird, steht noch immer unbeantwortet im Raum. Bislang hatte Bundestrainer Julian Nagelsmann das zumindest öffentlich stets ausgeschlossen und erklärt, weiter auf Oliver Baumann vertrauen zu wollen. Möglicherweise haben Neuers starke Leistungen der vergangenen Wochen aber auch Nagelsmann noch einmal ins Grübeln gebracht. Dem Vernehmen nach denkt er nämlich mittlerweile sehr wohl über eine WM-Nominierung von Neuer nach. Speziell im Viertelfinal-Hinspiel des FC Bayern in der Champions League bei Real Madrid (2:1) lieferte Neuer einen Gigantenauftritt. Sein Weltmeisterteamkollege Benedikt Höwedes sprach anschließend im Interview mit t-online von einer „unmenschlichen“ Leistung und sagte: „Es müssen die besten Spieler zur WM , und Manu ist mit Abstand der beste Torhüter der Welt.“ Nach seinem (Abspiel-)Patzer im Rückspiel ließ Neuer auch speziell im Halbfinalrückspiel gegen PSG eine weitere Weltklasseleistung in einem Duell auf höchstem europäischem Niveau folgen. Dann könnte die Neuer-Entscheidung schon fallen Offiziell wird Nagelsmann seinen WM-Kader am 21. Mai bekannt geben. Gut möglich aber, dass er schon am Samstagabend eine endgültige Antwort auf die Neuer-Frage geben wird. Dann ist der Bundestrainer nämlich im ZDF-Sportstudio zu Gast und hätte dort die Möglichkeit, seine Entscheidung vor einem breiten Publikum zu erklären. Die Voraussetzungen für eine WM-Nominierung wurden jedenfalls wohl bereits geschaffen. Nagelsmann und der DFB mussten nämlich bereits am Montag eine vorläufige Liste mit 55 Spielernamen an die Fifa übermitteln. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge soll auch Neuers Name darauf stehen. Wer darauf nicht zu finden ist, kann nicht für die WM nominiert oder nachnominiert werden, was im Fall von Torhütern sogar noch während des Turniers möglich wäre. Da wäre es fast schon fahrlässig gewesen, auf Neuers Namen zu verzichten. Nagelsmanns Entscheidung naht in jedem Fall und wird mit großer Spannung erwartet. t-online erklärt vorab die möglichen Neuer-Szenarien: Szenario Nummer eins: Neuer wird als Nummer eins mit der deutschen Nationalmannschaft zur WM fahren. Um das möglich zu machen, liegt der Ball zunächst einmal bei Nagelsmann. Der Bundestrainer müsste mit diesem expliziten Wunsch auf Neuer zugehen und ihn von einer Rückkehr überzeugen. Zur Erinnerung: Eigentlich hat sich Neuer nach der Heim-Europameisterschaft im Sommer 2024 aus der Nationalelf zurückgezogen. Sowohl Nagelsmann als auch Neuer betonten zuletzt, dass – entgegen anderslautenden Berichten oder Behauptungen – ein gutes Verhältnis zwischen ihnen herrsche und beide regelmäßig im Austausch seien. Diese vermeintliche Hürde scheint also bereits aus dem Weg geräumt zu sein. Szenario Nummer zwei: Neuer wird nicht für die WM nominiert. Nagelsmann könnte auch bei seiner Entscheidung für Oliver Baumann als deutsche Nummer eins bleiben, der eine gute WM-Qualifikation gespielt und sich damit für das Turnier empfohlen hat. Klar ist aber auch, dass Neuer Baumann und Nagelsmann dann zumindest indirekt quasi begleiten würde. Denn es würde bei jeder kritischen Torwartsituation während der WM die Frage im Raum stehen: Hätte Neuer diesen Ball möglicherweise gehalten oder die Situation besser gelöst? Wie leicht es für Nagelsmann überhaupt wäre, Neuer von einem Nationalelfcomeback zu überzeugen, ist ebenfalls unklar. Neuer hat sich nach einer langen Saison bislang während der WM eigentlich auf Zeit mit seiner Familie eingestellt, die er nicht einfach ohne Weiteres opfern wird. Szenario Nummer drei: Aus den genannten Gründen ist ein weiteres Szenario eigentlich nur noch theoretischer Natur: dass Neuer zwar zur WM mitfahren könnte, aber nur in einer Art Mentorenrolle für seine jüngeren Kollegen mit dabei wäre. Ein ähnliches Szenario trat für Oliver Kahn damals bei der WM 2006 ein, wo die vormalige Nummer eins nur noch als Ersatztorhüter von Jens Lehmann vor Ort war. In der Theorie könnten sowohl Baumann als auch der junge Jonas Urbig zwar auch von Neuers Erfahrung als eine Art Patron profitieren, sofern der als Nummer zwei oder gar Nummer drei im WM-Kader dabei wäre. Die Konstellation mit Alexander Nübel als ewigem und bislang stets verhindertem Neuer-Kronprinzen birgt hingegen auch eine gewisse Brisanz. Realistisch ist es aber ohnehin nicht, dass es dazu kommen könnte. Bei Neuer und der Nationalelf gilt vielmehr: ganz oder gar nicht. Also: Entweder fährt er als Stammtorhüter zur WM oder überhaupt nicht. Für alles andere ist der Weg, den sowohl Nagelsmann als auch Neuer dafür gehen müssten, auf verschiedensten Ebenen mit zu vielen Schwierigkeiten verbunden.