Jannik Sinner verliert bei den French Open überraschend sein Zweitrundenmatch. Im Anschluss deutet er an, dass die Hitze nicht der einzige Grund für seine Probleme sei. Weltranglistenerster Jannik Sinner hat die French Open in Paris überraschend in der zweiten Runde verlassen. Von Krämpfen und Schwindel geplagt, verlor der Italiener gegen den Argentinier Juan Manuel Cerundolo. Bei 33 Grad im Schatten wurde die Hitze als Hauptgrund für sein Scheitern gedeutet. Dem widersprach der Superstar. Tennis-Star bittet auf Platz um Hilfe: Topfavorit scheitert dramatisch bei French Open „Bis Mitte des dritten Satzes habe ich großartig gespielt, dann konnte ich den Satz nicht ausservieren, weil mein Körper nicht mehr mitspielte. Das ist Sport“, sagte Sinner auf der Pressekonferenz nach dem Match. Der Italiener führte weiter aus: „Mir wurde schwindelig, ich hatte nur wenig Energie. Ich fühlte mich schon heute Morgen, als ich aufgewacht bin, nicht wohl.“ Aufgrund der Probleme habe er versucht, die Ballwechsel möglichst kurz zu halten. Auf das Wetter wollte Sinner sein Ausscheiden aber nicht schieben. „Es war warm, aber nicht verrückt warm“, betonte er. „Das hatte nichts mit der Hitze zu tun. Es war zum Spielen ok. Viele Dinge haben diese Sache herbeigeführt.“ Aus eigener Erfahrung: Boris Becker äußert Vermutung Sinner hatte im dritten Satz auf dem Court Philippe Chatrier mit 5:1 geführt. Dann geriet er abrupt aus dem Rhythmus. Der Weltranglistenerste humpelte, massierte sein linkes Bein und lehnte sich nach einem Ballwechsel erschöpft an die Bande. Beim Stand von 5:4 und 0:40 beantragte er eine medizinische Auszeit – zu diesem Zeitpunkt hatte er 15 Punkte in Serie verloren. Einem Physiotherapeuten sagte er, ihm sei schwindelig. Der Schiedsrichterin teilte er mit, er fühle sich dehydriert und müsse sich übergeben. Nach 3:36 Stunden stand das Ergebnis fest: 6:3, 6:2, 5:7, 1:6, 1:6 für Cerundolo. Tennis-Idol Boris Becker hatte sich bereits vor dem Spiel geäußert: „Wir Rothaarigen tun uns bei großer Hitze schwer. Das Wetter ist sein größter Gegner.“ Nach Sinners Aus zeigte sich Becker zudem von Alexander Zverevs Entwicklung begeistert: „Die Kreativität, der Stopp, die Art und Weise – das gefällt mir unglaublich gut. Es ist für mich aktuell der beste Sascha Zverev.“ Jetzt ist Zverev der große Favorit Für Zverev verändert das Aus von Sinner die Ausgangslage grundlegend. Der Italiener hatte den Hamburger in neun direkten Duellen in Serie geschlagen und galt als dessen größter Titelkonkurrent. Ex-Bundestrainerin Barbara Rittner ordnete bei Eurosport ein: „Erstmal ist es für jeden ein Schock. Natürlich ist Sascha Zverev, der an Nummer zwei gesetzt ist, jetzt der absolute Topfavorit.“ Ex-Profi Philipp Kohlschreiber warnte jedoch: „Es gibt noch genug Stolpersteine.“ Zverev war am Mittwochabend mit einem Dreisatzsieg gegen den Tschechen Tomáš Macháč in die dritte Runde eingezogen. Am Freitagabend ab 20.15 Uhr trifft er auf den Franzosen Quentin Halys. Der Olympiasieger von 2021 hat sein Spiel nach eigenen Angaben bewusst umgestellt – mutiger und variantenreicher will er agieren. Zverev sagte: „Bis jetzt funktioniert es. Wir werden sehen, wie die nächsten zehn Tage werden.“ Sinner kündigte nach seinem Aus unterdessen eine Pause an: „Ich habe jetzt viel Zeit zum Erholen. Ich brauche jetzt wirklich ein bisschen Auszeit, um mich auch mental komplett zu erholen.“