Vor dem WM-Start bewerten wir die aktuell 15 formstärksten Mannschaften. Deutschland überrascht, zwei DFB-Gruppengegner stehen aber auch gut da. Am Donnerstag beginnt die größte Fußballweltmeisterschaft der Geschichte: 48 Mannschaften treten in den USA, Kanada und Mexiko an. Da kann man schnell den Überblick verlieren. Damit Sie zum Start wissen, welche Mannschaften sich besonders große Chancen auf den Titelgewinn ausrechnen dürfen, haben fünf Sportredakteure von t-online einen großen Formcheck durchgeführt. Unter Berücksichtigung der Auftritte in den jüngsten Testspielen, der WM-Qualifikation sowie der eingeschätzten Mannschaftsstärke aller teilnehmenden Nationen ist eine Top 15 der momentan stärksten Nationen entstanden – das Power-Ranking zum WM-Start. Platz 15: Schweiz 2025 sind die „Eidgenossen“ ohne Niederlage geblieben, haben vier ihrer sechs WM-Qualifikationsspiele gewonnen und dabei nur zwei Gegentore kassiert. Es fehlt aber an Achtungserfolgen. In diesem Jahr gewannen die Schweizer zudem nur eines von vier Testspielen (4:1 gegen Jordanien). Nach dem 1:1 in der WM-Generalprobe gegen Australien warnte Granit Xhaka gar: „So darfst du nicht auftreten, sonst fährst du nach drei Spielen nach Hause.“ Platz 14: Österreich In der WM-Qualifikation hatte Österreich eine leichte Gruppe und meisterte diese trotz einer Niederlage gegen Rumänien (0:1) souverän mit sechs Siegen in acht Spielen. In drei Testspielen dieses Jahres setzte sich die Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick gegen die drei WM-Starter Ghana (5:1), Südkorea (1:0) und Tunesien (1:0) durch. Die schwere Verletzung von Leipzig-Star Christoph Baumgartner stellt allerdings einen herben Dämpfer dar. WM-Schiri darf nicht einreisen: Fifa-Boss Infantino hält sein Versprechen nicht Warnstufe Orange: Wetterchaos zur WM-Eröffnung Platz 13: Ecuador Deutschlands Gruppengegner gehört zu den gefährlichsten Underdogs bei der WM . In Südamerika absolvierte nur Argentinien eine bessere WM-Qualifikation, vor allem die Defensive stach bei nur fünf Gegentoren in 18 Spielen heraus. Bei interkontinentalen Vergleichen verpasste „La Tri“ in diesem Jahr aber Erfolge für eine noch höhere Einordnung (1:1 gegen Marokko und gegen die Niederlande). Platz 12: Niederlande „Oranje“ ist souverän durch die WM-Qualifikation marschiert und blieb in einer Gruppe mit Polen und Finnland ohne Niederlage. Auch der Start ins WM-Jahr glückte mit einem 2:1-Erfolg über Norwegen. Zuletzt gab es aber kleinere Dämpfer: ein 0:1 gegen Algerien, einen bescheidenen 2:1-Sieg über Usbekistan und obendrein den Ausfall dreier potenzieller Leistungsträger. Matthijs de Ligt, Xavi Simons und Jurriën Timber stehen bei der WM allesamt nicht zur Verfügung. Platz 11: Norwegen Kein europäisches Team hat während der Qualifikation derart viele Tore geschossen wie die Norweger (37), die neben Superstar Erling Haaland mit Alexander Sørloth, Antonio Nusa und Martin Ødegaard weitere Offensivpower ins Feld führen. Nach den klaren Erfolgen gegen Italien während der Quali legten die Skandinavier in diesem Jahr aber nur einen Sieg gegen Schweden (3:1) nach. Platz 10: Elfenbeinküste Noch ein deutscher Gruppengegner, den das DFB-Team besser nicht unterschätzen sollte. Die Elfenbeinküste hat eine hervorragende WM-Quali gespielt, keine ihrer zehn Partien verloren und dabei kein einziges Gegentor kassiert. Die Offensive um Bundesliga-Durchstarter Yan Diomande ist ebenfalls brandgefährlich. Das hat sie zuletzt auch beim 2:1-Sieg über Frankreich gezeigt. Beim Afrika-Cup im vergangenen Winter scheiterten die „Elefanten“ aber schon im Viertelfinale an Ägypten . Platz 9: Japan Dass die Asiaten nicht unterschätzt werden dürfen, haben sie bereits 2022 gezeigt. Damals setzten sie sich in der Gruppenphase gegen Deutschland und Spanien durch. Seitdem ist Japan keinesfalls schlechter geworden. Während der WM-Quali stellten die „Samurai Blue“ das punktbeste asiatische Team, in Testspielen setzten sie sich zudem gegen England (1:0) und Brasilien (3:2) durch. Das WM-Aus von Brighton-Star Kaoru Mitoma ist aber ein Dämpfer. Platz 8: Brasilien Der Start in die WM-Qualifikation war desaströs. Seit Carlo Ancelotti im Sommer 2025 übernommen hat, läuft es beim Rekordweltmeister aber wieder besser. Das zeigte nicht zuletzt der 3:1-Sieg über den WM-Dritten Kroatien im April. Gegen Frankreich (1:2) und Japan (2:3) setzte es zwar auch unter Ancelotti Rückschläge, die Qualität im Kader ist aber gewaltig. „Praktisch jede Liste der fünf besten Spieler der Welt würde Vinícius Junior und Raphinha enthalten“, schwärmte der Coach. Platz 7: Marokko 2022 war Marokko die große Überraschung, auch dieses Jahr ist mit dem WM-Vierten wieder zu rechnen. Auf die souveräne Quali mit acht Siegen in acht Spielen folgte am Grünen Tisch der Triumph beim Afrika-Cup. In den jüngsten Testspielen (4:0 gegen Madagaskar, 1:1 gegen Norwegen) blieb aber ein internationales Ausrufezeichen aus. Platz 6: Deutschland In der Weltrangliste nur Zehnter, in der gefühlten Wahrnehmung einer ganzen Nation womöglich noch weiter hinten: Dabei gehört das DFB-Team doch eigentlich zu den formstärksten Teams der Welt. Die Nagelsmann-Elf geht mit neun Siegen in Folge ins Turnier, hat auf dem Weg aber keine große Nation geschlagen. Das Final Four der Nations League zeigte im Vorjahr, dass nach ganz oben noch etwas fehlt. Platz 5: England Der Vizeeuropameister von 2021 und 2024 zählt auch in diesem Jahr zu den ganz großen Favoriten, weil Nationaltrainer Thomas Tuchel eine große Auswahl an Stars hat, allen voran Harry Kane . In der Quali blieb England ohne Gegentor, gewann alle acht Spiele. Zuletzt kam auf der Insel trotzdem Kritik auf: Biedere Auftritte und knappe Ergebnisse (1:1 gegen Uruguay, 0:1 gegen Japan, 1:0 gegen Neuseeland) haben die Hoffnungen auf den ersten WM-Titel seit 1966 gedämpft. Platz 4: Portugal Durch die Qualifikation marschierte Portugal erneut souverän, ließ Irland und Ungarn hinter sich. Auf dem Weg zum Triumph in der Nations League setzten sich die qualitativ wie quantitativ hervorragend besetzten Iberer gegen Deutschland und Spanien durch. Die Testspiele in diesem Jahr waren allerdings nicht mehr so überzeugend (0:0 gegen Mexiko, 2:0 gegen die USA, 2:1 gegen Chile, 2:1 gegen Nigeria). Platz 3: Argentinien Argentinien tritt als amtierender Weltmeister und Erster der Weltrangliste an. Dort stehen sie vor allem dank der guten WM-Qualifikation, die Lionel Messi und Co. als mit Abstand bestes Team Südamerikas abgeschlossen haben. Auch in den jüngsten Testspielen gab sich die „Albiceleste“ keine Blöße. Die Gegner in diesem Jahr hießen aber auch nur Mauretanien, Sambia, Honduras und Island. Platz 2: Frankreich Keine andere Nation verfügt über solch eine Talentdichte wie Frankreich. In der Offensive stehen etwa Kylian Mbappé , Ousmane Dembélé und Michael Olise zur Verfügung. In der Quali blieben „Les Bleus“ ohne Niederlage, in der Vorwoche gegen die Elfenbeinküste (1:2) sowie im Halbfinale der Nations League (4:5 gegen Spanien) zeigte das Team dennoch einen Hauch von Schwäche. Platz 1: Spanien Über allen thront aktuell Spanien, das in der souveränen Qualifikation unter anderem die Türkei hinter sich gelassen hat. Das Nations-League-Finale verlor der amtierende Europameister unglücklich im Elfmeterschießen, die letzte Niederlage über 90 Minuten liegt über zwei Jahre zurück (0:1 gegen Kolumbien im März 2024). Auch ohne einen einzigen Profi von Real Madrid ist das Team hervorragend besetzt und eingespielt: Vor allem Lamine Yamal sticht heraus, Rodri, Pedri und Fabián Ruiz verleihen dem Mittelfeld den Status Weltklasse.