WM 2026: USA-Held Folarin Balogun spielte einst für England

Die USA erwischen bei der WM im eigenen Land einen Traumstart. Einer der Hauptdarsteller wäre beinahe gar nicht im Team gelandet. Mit zwei Toren hatte Folarin Balogun entscheidenden Anteil am auch spielerisch beeindruckenden ersten Auftritt des US-Teams bei der diesjährigen Weltmeisterschaft und erinnerte an die Worte seines Trainers Mauricio Pochettino : „Er hat es oft gesagt: Warum nicht wir?“, sagte der Stürmer. Seine Mannschaft hatte gerade den höchsten WM-Sieg eines US-amerikanischen Nationalteams geschafft, 4:1 hieß es gegen Paraguay. Balogun dachte schnell an das große Ziel: den Titel. „Wir müssen daran glauben. Wenn du nicht an dich glaubst, schaffst du gar nichts“, so der Profi der AS Monaco . „Es ist ein Traum. Das war eine traumhafte Nacht.“ Dass er überhaupt für die US-amerikanische Nationalmannschaft aufläuft, ist allerdings keine Selbstverständlichkeit. Balogun hatte mehrere Optionen – dass die USA eine davon sind, fußt auf einem Zufall. Hummels schwärmt: „Bisher das stärkste Team des Turniers“ DFB-Team vor WM-Start: Das haben Nagelsmann und Neuer selbst zu verantworten Baloguns Eltern stammen aus Nigeria, lebten vor der Geburt ihres Sohnes in England. Im siebten Schwangerschaftsmonat reiste die Mutter für einen Besuch ihrer Schwägerin nach Brooklyn. Es sollte nur ein kurzer Aufenthalt sein, der von einer Airline jedoch verlängert wurde. Denn als die angehende Mutter zurückfliegen wollte, wurde ihr der Einstieg ins Flugzeug verwehrt. Die Fluggesellschaft hatte ob des Babybauchs Bedenken, zu groß war die Sorge vor einer Entbindung über den Wolken. Sie musste in New York bleiben und brachte ihren Sohn dort zur Welt. Sechs Monate später kehrte die Familie nach England zurück. Es ging nach London, wo der Angreifer seine fußballerische Ausbildung genoss. Im Jugendbereich des FC Arsenal empfahl er sich auch für nationale Auswahlteams, absolvierte von der U17 bis zur U21 28 Spiele für England. Zur A-Nationalmannschaft entschied sich Balogun dann aber für eine andere Nation: nicht für das Heimatland seiner Eltern, sondern für sein Geburtsland. „Für die Vereinigten Staaten zu spielen, bedeutet mir sehr viel, mehr als die Leute ahnen“, erklärte er 2023 seinen Wechsel. „Ich bin sehr stolz und fühle mich geehrt, diese Chance zu bekommen, und ich möchte alles geben, um unser Team zum Erfolg zu führen.“ Für die U18-Auswahl der USA hatte er zuvor schon viermal gespielt, war danach aber zum englischen Verband zurückgekehrt. Die zweite Entscheidung für die Vereinigten Staaten wurde schnell zu einer endgültigen, denn in der Concacaf Nations League absolvierte er kurz darauf seine ersten beiden Pflichtspiele für die „Stars and Stripes“. Es ist eine Entscheidung, die sich für beide Seiten gelohnt hat. Balogun ist Stammspieler und hat in 28 Spielen elf Tore und vier Vorlagen beigesteuert. Bei der WM im eigenen Land ist er neben Superstar Christian Pulisic nun einer der großen Hoffnungsträger.