Vier Jahre altes Foto: Waldemar Hartmann regt sich über Claudia Neumann auf

Viele Jahre war Waldemar Hartmann eines der Gesichter in der ARD. Jetzt regt er sich über ein vier Jahre altes Foto einer ZDF-Kollegin auf. Der ehemalige ARD-Sportmoderator Waldemar Hartmann hat auf X ein Foto der ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann geteilt. Dazu machte er in der Bildunterschrift eine abfällige Bemerkung über den öffentlich-rechtlichen Sender. Auf dem Bild ist Neumann mit Headset auf der Kommentatorenposition in einem Stadion zu sehen. Sie trägt ein schwarzes T-Shirt mit einem Herz in Regenbogenfarben und eine Regenbogen-Armbinde am rechten Arm. Hartmann, seit einiger Zeit als Kolumnist für das rechtspopulistische Portal „Nius“ tätig, schrieb dazu: „Gehört die Regenbogen-Armbinde jetzt zur offiziellen Anstaltskleidung der Fälscherwerkstatt vom Mainzer Märchenberg?“ Mit dem „Mainzer Märchenberg“ ist offenbar das ZDF gemeint, dessen Sendezentrum in Mainz-Lerchenberg liegt. Claudia Neumann im Interview: „Insgesamt ein antiquiertes Rollenbild“ Der Beitrag legt nahe, dass Hartmann das Bild in einen aktuellen Zusammenhang stellt. Tatsächlich stammt die Aufnahme aber nicht von der WM 2026 . Sie zeigt Neumann bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar. Damals kommentierte sie für das ZDF das Spiel zwischen den USA und Wales. Auf diesen Umstand wiesen Hartmann auch viele Nutzer auf der Plattform hin, darunter der ehemalige Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz (CDU). „Die ZDF-Redaktion setzte ein Zeichen gegen das Verbot der Regenbogenbinde durch die Fifa. Ich fand das richtig“, antwortete der ehemalige CDU-Generalsekretär auf X. Katar stand während der Weltmeisterschaft wegen seiner Menschenrechtslage, des Umgangs mit Arbeitsmigranten und der Situation queerer Menschen international in der Kritik. Regenbogenfarben wurden in diesem Zusammenhang zu einem Symbol der Solidarität mit der LGBTIQ+-Community. Bei „Nius“ sagte er im Nachgang „der Diskussion um die Binde, One Love, Regenbogen oder so“, er hätte mit „großer Freude festgestellt“, dass der Kapitän der deutschen Mannschaft wieder eine „schwarz-rot-goldene Binde mit dem Begriff Spielführer“ trage. „Wobei man heutzutage schon vorsichtig sein muss, ob man ‚Führer‘ noch verwenden darf“, so der Moderator. Der ehemalige ARD-Mann war über Jahrzehnte eines der bekanntesten Sportgesichter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Nach Angaben seiner eigenen Website moderierte er für die ARD bei zehn Olympischen Spielen sowie bei acht Fußball-Welt- und Europameisterschaften. Bekannt wurde er unter anderem durch Formate wie „Waldis WM-Club“ und seine Interviews rund um die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Sein Vertrag mit der ARD endete 2012. „Antiquiertes Rollenbild“ Seit 2024 tritt Hartmann regelmäßig beim rechtspopulistischen Portal Nius auf. Auf seiner eigenen Webseite schreibt er, seit Sommer 2024 habe sich sein Schwerpunkt bei Nius verändert; jeden Montag analysiere und diskutiere er dort in der Sendung „Nius live“ das politische Geschehen. Für seine Positionen wird Hartmann zum Teil stark kritisiert. Claudia Neumann gehört seit Jahren zu den bekanntesten Fußballstimmen des ZDF. Sie kommentierte als erste Frau im deutschen Fernsehen Spiele bei einer Männer-EM und war auch bei Weltmeisterschaften im Einsatz. Gleichzeitig ist sie immer wieder Zielscheibe von Anfeindungen, die sich nicht nur gegen ihre Arbeit, sondern häufig auch gegen ihre Person richten. “ Viele haben vielleicht im Inneren noch ein größeres Problem damit, dass eine Frau ein Fußballspiel der Männer kommentiert – und eben insgesamt ein antiquiertes Rollenbild der Frau“, sagte Neumann vor einigen Jahren t-online dazu.