Nagelsmann sieht, was Tuchel sieht: nämlich nur Fotografen

Dieses WM-Detail gefällt Julian Nagelsmann so wenig wie seinem Trainer-Landsmann Thomas Tuchel. Der Bundestrainer fühlt sich bei den Nationalhymnen bedrängt und wählt einen anschaulichen Vergleich. Julian Nagelsmann hat wie Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel deutliche Kritik an der Situation beim Abspielen der Nationalhymnen vor den Spielen bei der Fußball-WM geübt. Das Problem sind für die Coaches die Fotografen, die bei der Zeremonie unmittelbar vor ihnen stehen und den Blick auf die Mannschaften versperren. „Was hier schon krass ist, es ist super nah. Ich habe mal das Bild, das ein Riesenrohr hier mir die Nasenhaare fotografiert, aus einem Zentimeter Entfernung. Das ist schon echt super nah“, sagte der Bundestrainer nach dem 2:1 gegen die Elfenbeinküste in Toronto . Emotionaler Moment verdorben Ähnlich hatte sich Tuchel nach dem 4:2 der Engländer gegen Kroatien geäußert und bedauert, dass ihm dadurch das spezielle Erlebnis verdorben worden sei. „Ich weiß nicht, wie viel wir uns jetzt beschweren dürfen. Aber ich will Thomas Tuchel beipflichten. Es ist schon ein emotionaler Moment, wenn man die Connection (Verbindung, d. Red.) zu den Spielern herstellt bei der Nationalhymne“, erklärte Nagelsmann. Die Fotografen seien noch näher an der Auswechselbank postiert als in der Bundesliga und Champions League , meinte der Bundestrainer. „Man sieht eigentlich gar nichts“, sagte der 38-Jährige. Sich weiter zur Seite zu postieren, sei keine Lösung, da dann andere Mitglieder des Trainerstabs seinen Platz einnehmen müssten und dann auch nichts sehen könnten. Bei der WM stehen erstmals alle 26 Spieler der Kader auf dem Rasen beim Abspielen der Hymnen. Die Trainer verbleiben aber an der Ersatzbank. „Die merken ja auch: Wie singen wir mit? Wie emotional sind wir? Pushen wir noch mal auch danach, wenn die Nationalhymne vorbei ist? Wird dann noch mal angefeuert? Ja, ich sehe nur Fotografen vor mir“, sagte Nagelsmann. Die FIFA hatte eine Änderung des Abstands nach der Kritik von Tuchel angekündigt. Diese wurde in Toronto noch nicht oder nur unzureichend umgesetzt.