Beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko gibt es in jeder Halbzeit eine dreiminütige Unterbrechung. Uruguay-Coach Marcelo Bielsa ist kein Fan der Neuerung – und findet klare Worte. In der Debatte um die Sinnhaftigkeit der Trinkpausen bei der Fußball-WM hat Uruguays Trainer Marcelo Bielsa die neue Regelung stark kritisiert. „Sie bringen nichts und nehmen dem Fußball viel weg. Ich möchte nur sagen, dass der Fußball vor dieser Entscheidung einen bestimmten Charakter hatte, jetzt hat er einen anderen“, zitierten verschiedene Medien wie die „L’Équipe“ den Argentinier, der von einem „Kulturwandel“ sprach. „Killer“ erlöst das DFB-Team: Nagelsmann hat die Zeichen der Zeit erkannt Schlotterbeck droht WM-Aus: Dürfte Julian Nagelsmann nachnominieren? Das Modell wurde eingeführt, um die Belastung der Spieler zu reduzieren und sieht in jeder Halbzeit eine dreiminütige Unterbrechung vor. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Pausen ihren ursprünglichen Zweck verfehlten und der Gesundheitsschutz der Spieler in den Hintergrund gerate. Stattdessen dienten sie vor allem dem Weltverband FIFA und den TV-Sendern zur Generierung zusätzlicher Werbeeinnahmen. Viele Trainer nutzen die Unterbrechungen für taktische Anweisungen. „Haben nicht an die Folgen gedacht“ Zudem haben die milden Temperaturen in mehreren Spielen sie bisher überflüssig gemacht. „Wir haben nicht an die Folgen für den Sport gedacht, sondern eher an eine andere Art von Auswirkung“, sagte Bielsa weiter und spielte wohl auf die immensen Gewinne an, die durch Fernsehwerbung in diesem Zeitraum erzielt werden. „Die Schlussfolgerungen, die ich präsentiere, sind nicht meine eigenen. Ich höre sie immer wieder und stimme ihnen zu“, sagte der 70-Jährige. Das britische TV-Netzwerk ITV erwartet etwa die kommerziell erfolgreichste Fußballübertragung seiner Geschichte. In Australien haben die Trinkpausen sogar einen eigenen Sponsor und werden als „Maccas Match Break“ bezeichnet, finanziert von McDonald’s. Die Unmutsbekundungen der Fans in den Stadien wegen der umstrittenen Trinkpausen bei der Fußball-Weltmeisterschaft nehmen indes zu. Immer wieder sind Buhrufe und Pfiffe zu hören, wenn der Schiedsrichter die Partie in jeder Halbzeit nach rund 22 Minuten für 3 Minuten unterbricht. Auch zahlreiche Profis sehen die Pausen kritisch. „Ich habe fast alle Spiele bis heute gesehen. Jedes Mal gehen wir in die Werbung – das gefällt mir nicht wirklich. Die Trinkpause ist auch eine Werbepause. Das ist nicht mein Ding“, sagte Niederlande-Star Virgil van Dijk: „Für die neutralen Zuschauer vor dem Fernseher ist das auch nicht gut.“ Bei extremer Hitze sei die Trinkpause zwar sinnvoll, „aber meiner Meinung nach muss man jedes Spiel einzeln betrachten.“