Nadiem Amiri gilt als Familienmensch. Als solcher wurde der deutsche Nationalspieler in der Diskussion um die Geburt des Kindes eines belgischen Kollegen nun deutlich. Aus dem DFB-Quartier in Winston-Salem berichtet William Laing In der Debatte um Belgiens Nationalspieler Jérémy Doku und die Geburt seines Kindes hat Nadiem Amiri eindeutig Stellung bezogen. „Ich habe gar kein Verständnis dafür, dass er kritisiert wird für sowas“, sagte der DFB-Profi auf t-online-Nachfrage im DFB-Quartier in Winston-Salem. „Ich glaube, alle hier im Raum, alle Eltern, alle, die Papa sind, wissen, was für ein besonderer Moment das ist. Für die Geburt seines ersten Kindes muss er dahin gehen.“ Dokus Partnerin Shireen erwartet in England das erste gemeinsame Kind des Paares in der zweiten Juliwoche. Zu diesem Zeitpunkt könnte der 24-Jährige aber noch mit Belgien bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko weilen. Mitte Juni hatte er jedoch bereits angekündigt, für die Geburt zurückfliegen zu wollen. „Siehst eigentlich gar nichts“: Nagelsmann mit deutlicher Fifa-Kritik Der „Killer vor dem Tor“: Nagelsmann hat die Zeichen der Zeit erkannt „Es kommt darauf an, wann es soweit ist, aber da es mein erstes Kind ist, möchte ich auf jeden Fall dabei sein“, hatte der Angreifer von Manchester City erklärt. „Wenn man mich fragt, was ich mir wünsche, lautet meine Antwort: Niemand möchte die Geburt seines ersten Kindes verpassen. Aber ich weiß auch, dass es im Fußball viele andere Aspekte zu berücksichtigen gibt.“ Französische Journalistin kritisierte Doku scharf Dokus Aussagen hatten im Anschluss die französische TV-Journalistin France Pierron auf den Plan gerufen. Diese äußerte sich am Freitag empört über die Worte des Flügelspielers. Eine Geburt sei ein „ekelhafter Moment“ und ein Vater dabei „vollkommen nutzlos“, echauffierte sich die 44-Jährige. „Du hast die Chance, an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen – es gibt Hunderte Spieler, die alles dafür geben würden, an deiner Stelle zu sein.“ Familienmensch Amiri wiederum betrachtete die Situation nun aus einem anderen Blickwinkel. „Es gibt ein Leben auch neben dem Fußball“, stellte der 29-Jährige klar. Eine Geburt sei „sehr, sehr intensiv“. Er habe das bei seiner Partnerin selbst zweimal erlebt. In so einem schönen, aber auch schwierigen Moment „braucht seine Frau ihn“, zeigte er sich dementsprechend weiter verständnisvoll für Doku. Pierron erntete für ihre Äußerungen derweil bereits heftige Kritik. Die französische Sportzeitung „L’Équipe“, für deren TV-Kanal sie bei der WM vor der Kamera steht, distanzierte sich bereits von den Aussagen der Moderatorin. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge wurde Pierron inzwischen sogar suspendiert.