Fußball-WM 2026: Iran-Team hinterlässt Brief mit versteckter Botschaft

Bei der WM muss Iran unter erschwerten Bedingungen antreten. Nun hat die Mannschaft einen Brief im Stadion hinterlassen – mit einer versteckten Botschaft. Die iranische Nationalmannschaft hat bei der Fußball-WM einen handgeschriebenen Brief in der Kabine des SoFi-Stadiums in Los Angeles zurückgelassen. Das berichtet die „Bild“-Zeitung, die ein Foto des Briefes veröffentlicht hat. In der Spielstätte hatte das Team aus dem Land, das zu Turnierbeginn offiziell noch Krieg mit WM-Gastgeber USA führte, seine ersten beiden Gruppenspiele bestritten. Mit zwei Unentschieden gegen Neuseeland und Belgien steht die Mannschaft sportlich gut dar. „Vom antiken Persien von tausenden Jahren bis zum zivilisierten Iran von heute, der Geist des Iran lebt weiter und bleibt standhaft“, schreibt die Mannschaft. „Wir sind mit Stolz nach Los Angeles gekommen, sind mit Ehre angetreten und gehen mit Würde. Danke, Los Angeles, für die Gastfreundschaft. Und danke an jeden Iraner, der sein Herz, seine Stimme und Seele während dieser 180 Minuten gegeben hat. Mögen Frieden, Respekt und Freundschaft zwischen allen Nationen siegen“, heißt es in dem Brief weiter. WM-Torrekord: Lionel Messi entthront Ex-DFB-Star Miroslav Klose Deniz Undav: Mit einem Tor kann er einen WM-Rekord einstellen Die versöhnlichen Worte in dem hinterlassenen Brief haben trotzdem nur auf den ersten Blick bestand. Zwischen zwei Absätzen haben die Spieler aber in roter Farbe „#168“ und „#minab“ geschrieben. Das stellt wohl einen Verweis auf eine mutmaßlich von US-Kampfjets irrtümlich durchgeführte Bombardierung einer Schule in der iranischen Stadt Minab dar, bei der Berichten zufolge 168 Opfer zu beklagen waren. Dabei handelte es sich vor allem um Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder. Ein derartiger Verweis legt nahe, dass sich die iranische Mannschaft aufseiten des herrschenden Mullah-Regimes in ihrem Heimatland positionieren möchte. In der Tat hatten Regimekritiker in der Mannschaft bislang keinen einfachen Stand. So wurde im Frühjahr der ehemalige Nationaltorhüter Rashid Mazaheri verhaftet, weil er das iranische Regime öffentlich kritisiert hatte. Die Verhaftung hatte einen viele Schlagzeilen im Ausland verursacht und war auch Gegenstand von Protesten der iranischen Diaspora, die im Rahmen der WM-Spiele stattgefunden hatten. Eine der Demonstrantinnen hatte in einem Beitrag der indischen Nachrichtenagentur ANI News die Mannschaft Irans zurückgewiesen. „Dies ist nicht unser Team“, hatte sie gesagt. Die Fifa hatte sich zu der Verhaftung nicht geäußert. Zudem ist der ehemalige Bundesliga-Profi Sardar Azmoun, eigentlich bester Torschütze Irans, nicht Teil des WM-Kaders, weil er auf Instagram ein Foto mit dem Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate gepostet hatte. Das Land gilt als Verbündeter der USA im Konflikt mit dem Iran. Der Konflikt zwischen den USA und Iran hat auch unmittelbare Auswirkungen auf die Mannschaft. So musste das Team kurzfristig ihren WM-Stützpunkt von Arizona nach Mexiko verlegen und darf nur kurzfristig für die Spiele in die USA einreisen. Zudem erhielten einige Betreuer des Teams wohl gar keine Visa. Sollten Iran und USA in ihren Vorrundengruppen jeweils auf dem zweiten Platz beenden, könnte es im Sechzehntelfinale zu einem direkten sportlichen Aufeinandertreffen zwischen den Ländern kommen.