Vor den letzten WM-Vorrundenspielen beginnt das große Rechnen. Denn beim XXL-Turnier wurde nicht nur das Teilnehmerfeld vergrößert, sondern auch die Kriterien fürs Weiterkommen verändert. Die Auswahl für den möglichen nächsten Gegner der deutschen Nationalmannschaft hat sich binnen weniger Stunden von 15 auf 8 Teams reduziert. Die DFB-Auswahl bekommt es in der ersten K.-o.-Runde mit einem Vorrundendritten zu tun – dieser kann aus den Gruppen A, B, C, D und F kommen. Bei dem XXL-Turnier in den USA, Mexiko und Kanada, das von 32 auf 48 Teilnehmer vergrößert wurde, qualifizieren sich neben den zwölf Gruppensiegern und den zwölf Gruppenzweiten auch die acht besten Gruppendritten für die K.-o.-Runde der Weltmeisterschaft . Insgesamt gab es vor Turnierstart daher 495 Konstellationen, wie sich die besten acht Vorrundendritten auf das Sechzehntelfinale verteilen lassen. Eine konkrete Option für Deutschland ist dabei Schottland . Das Team hat die Vorrundengruppe C nach dem 0:3 (0:2) gegen Rekord-Weltmeister Brasilien auf Platz drei beendet und könnte für das Team von Trainer Julian Nagelsmann zum Rivalen im Sechzehntelfinale werden. Ob die Schotten es nach der hohen Brasilien-Niederlage aber in die K.o-Phase schaffen, darf noch bezweifelt werden. Aktuell belegen die Europäer im Ranking der Gruppendritten Platz sieben, sie dürfen also nur noch um einen Rang abrutschen. Als weitere realistische Optionen gelten Australien und Paraguay , die in der Nacht zum Freitag (4.00 Uhr/MESZ) im direkten Duell die Plätze zwei und drei in Gruppe D unter sich ausmachen. Einige Gegner, die zuvor möglich waren, kommen nach den Partien in der Nacht zum Donnerstag (MESZ) nicht mehr infrage: Die Schweiz, Kanada, Katar, Südafrika, Tschechien, Brasilien und Marokko haben allesamt nicht den dritten Tabellenplatz in ihrer Gruppe belegt. Das sind die aktuellen Gruppendritten der WM 2026 : Platz Team Spiele Punkte Torverhältnis 1 Schweden 3 4 7:7 2 Ecuador 3 4 2:2 3 Bosnien-Herzegowina 3 4 5:6 4 Kroatien 2 3 3:4 5 Südkorea 3 3 2:3 6 Algerien 2 3 2:4 7 Paraguay 2 3 2:4 8 Schottland 3 3 1:4 9 Kap Verde 2 2 2:2 10 Belgien 2 2 1:1 11 DR Kongo 2 1 1:2 12 Senegal 2 0 3:6 Neben den drei wahrscheinlichsten Optionen sind auch Bosnien-Herzegowina als Dritter der Gruppe B, Südkorea als Dritter der Gruppe A sowie Schweden aus Gruppe F weiterhin möglich. Das deutsche Sechzehntelfinale wird am Montag (22.30 Uhr/MESZ) in Foxborough bei Boston ausgetragen. Auch die Fairplay-Wertung kann entscheiden Die besten Gruppendritten der WM werden zunächst über die in der Vorrunde gesammelten Punkte ermittelt. Da nur jeweils drei Gruppenspiele stattfinden, dürften einige Teams am Ende punktgleich sein. Dann wird das Torverhältnis herangezogen. Anschließend entscheidet in absteigender Wichtigkeit die Anzahl der erzielten Tore aus den Gruppenspielen und die geringere Anzahl an Strafpunkten. Für eine Gelbe Karte gibt es einen Punktabzug, eine Gelb-Rote Karte wird mit drei Minuspunkten bestraft und eine glatt Rote Karte mit vier. Sieht ein Spieler in einem Spiel erst Gelb und später glatt Rot, gibt das fünf Minuspunkte. Besteht auch nach der Fairplay-Wertung Gleichheit, entscheidet die höhere Platzierung in der Fifa-Weltrangliste. Der Turnierbaum sieht für die acht Gruppendritten in der nächsten Runde jeweils ein Duell mit einem Gruppensieger vor. Für die deutsche Nationalmannschaft steht daher bereits fest, dass der eigene Gegner aus den Gruppen A, B, C, D oder F kommen wird. Die ersten Entscheidungen stehen fest Seit Mittwochabend steht fest, dass aus Gruppe B weder die Schweiz noch Kanada auf die DFB-Elf treffen werden. Durch den 2:1-Sieg der Eidgenossen über den Co-Gastgeber stehen sie als Gruppensieger fest, Kanada beendet die Gruppe auf Rang 2. Bosnien-Herzegowina hat nach seinem 3:1-Erfolg über Katar als erster Gruppendritter die K.-o.-Runde erreicht. Das bestätigte die Fifa wenige Stunden nach dem Abpfiff. Dass sie auf die deutsche Nationalmannschaft treffen, ist nur eine von 495 Varianten und damit sehr unwahrscheinlich. Ein weiterer möglicher Gegner für das DFB-Team könnte Schottland werden. Trotz der 0:3-Niederlage gegen Brasilien zählen die Schotten noch zu einem der acht besten Gruppendritten. Wenngleich Nationaltrainer Steven Clarke nicht mehr daran glaubt. „Ich denke, wir fahren nach Hause“, sagte der 62-Jährige nach dem 0:3 (0:2) gegen Brasilien: „Ganz sicher.“ Eine weitere Option könnte eine Begegnung mit Südkorea sein. Die Asiaten verloren überraschend mit 0:1 gegen Südafrika und verpassten somit die direkte Qualifikation für die K.-o.-Phase. Durch das 1:1 konnte Schweden Japan nicht mehr von Platz zwei verdrängen. Mit vier Zählen sind die Skandinavier trotzdem als einer der besten Gruppendritten weiter und könnten auf die deutsche Nationalmannschaft treffen. Die Ausgangslage vor den letzten Vorrundenspielen Australien gegen Paraguay Die USA sind sicher Erster der Gruppe D, die Türkei ist sicher Letzter. Für Australien und Paraguay geht es im direkten Duell am Freitagmorgen (4 Uhr) also nur noch um die Plätze zwei und drei. Im direkten Aufeinandertreffen würde den „Socceroos“ ein Remis genügen. Doch auch ein weiteres Team könnte daran Interesse haben: Mit einem Unentschieden und einem vierten Punkt dürfte Paraguay ein Sechzehntelfinalticket nicht zu nehmen sein. Beide Teams sind neben Schottland die wahrscheinlichsten Gegner der DFB-Elf. Belgien, Kap Verde und die drei Unentschieden In einer besonderen Situation befinden sich auch Belgien und Kap Verde, die bei zwei Punkten und ausgeglichenem Torverhältnis stehen. Dem WM-Debütanten aus Afrika könnte daher am Samstag (2 Uhr) in Gruppe H schon ein Remis gegen Saudi-Arabien reichen. Das gilt auch für die Belgier, die später (5 Uhr) in Gruppe G auf Neuseeland treffen. Hier wird es keine Einigung geben, denn sowohl Saudi-Arabien als auch Neuseeland stehen bei einem Punkt und benötigen dringend den Sieg. Bei der EM 2024 kamen Dänemark und Slowenien mit drei Unentschieden weiter. Acht Jahre zuvor schaffte dies Portugal – und wurde vier Siege in der K.-o.-Runde später sogar Europameister. Algerien gegen Österreich als Gipfel? Die komfortabelste Ausgangslage haben zwei Teams der Gruppe J, denn sie sind am Sonntag (4 Uhr) als letzte der Vorrunde dran. Österreich und Algerien (beide drei Punkte) werden beim Duell in Kansas City genau wissen, was fürs Weiterkommen reicht und welcher Gegner mit Platz zwei oder drei wartet. Weltmeister Argentinien ist nach zwei Siegen und fünf Toren von Lionel Messi schon als souveräner Gewinner der Gruppe durch. Nach der Vorrunde geht es für 32 Nationalteams in die K.-o.-Runde. Das Sechzehntelfinale beginnt am 28. Juni um 21 Uhr deutscher Zeit. Wenige Stunden zuvor endet erst die Gruppenphase.