Kolumbien dominiert Portugal über das komplette Spiel, vergibt jedoch beste Chancen. Das Remis wirkt sich aber nicht auf die Tabellensituation aus. WM-Mitfavorit Portugal hat nach dem nächsten schwachen Auftritt den Gruppensieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft verpasst. Im dritten und letzten Vorrunden-Spiel kam das Team von Cristiano Ronaldo nur zu einem sehr glücklichen 0:0 gegen starke Kolumbianer. Platz eins in der Gruppe K ging damit völlig verdient an die Südamerikaner und hat für die auch einen vermeintlich großen Wert: Denn in der K.o.-Runde erwischen die Kolumbianer nun einen wohl leichteren Weg des Turnierbaums. Zunächst geht es jetzt gegen Ghana und im Fall eines Erfolgs danach gegen den Gewinner aus dem Achtelfinale der Schweiz. Dort steht allerdings noch nicht fest, ob die Eidgenossen gegen Algerien oder den Iran spielen. Historischer Erfolg: Kongo steht in K.o.-Phase „Wir lieben dich“: Oliver Kahn tritt neuen Job in Indien an Das liest sich zumindest auf dem Papier deutlich einfacher als der weitere Turnierpfad der Portugiesen: Ihr nächster Gegner ist Kroatien. Dahinter lauert Spanien in einem möglichen Achtelfinale. Das sind der aktuelle WM-Dritte und danach vielleicht der Europameister. So lief das Spiel Wann immer ein südamerikanisches Team in Miami spielt, hat es dort faktisch ein Heimspiel. Rund 40.000 kolumbianische Fans waren gegen Portugal sogar noch lauter als die brasilianischen gegen Schottland oder die uruguayischen gegen Kap Verde. Vor allem sahen sie, dass ihr Team von Beginn an deutlich mehr Power entwickelte als die hoch gehandelten Portugiesen. Schon nach 59 Sekunden köpfte der frühere Bundesliga-Profi Jhon Córdoba (1. FC Köln und Hertha BSC) nur knapp über das gegnerische Tor. Die Kolumbianer setzten den Portugiesen in jedem Drittel des Spielfelds zu. Vorne waren Angreifer Díaz, der wuchtige Córdoba und vor allem der starke Jhon Arias deutlich zielstrebiger als Ronaldo und Co. auf der anderen Seite. Das lag aber auch daran, dass Kolumbiens Defensive derart kompakt stand, dass ihr namhafter Gegner kaum Räume besaß. Zeitweise agierte Portugals Offensive aus dem Stand. Entsprechend sah in der ersten Halbzeit auch das Chancenverhältnis aus: In der 17. Minute zwang Córdoba den portugiesischen Torwart Diogo Costa zu einer starken Reaktion mit der linken Hand. Vier Minuten später klärte Rúben Neves den Ball nur kurz vor der eigenen Torlinie (21.). Portugal wurde nur in einem ganz kurzen Zeitfenster gefährlich: In der 39. Minute scheiterte Bruno Fernandes aus acht Metern Entfernung mit einem Schuss aus der Drehung. Kurz danach schloss João Félix elegant im Fallen ab, schoss jedoch knapp über das Tor. Daran änderte sich auch nach der Pause nichts. Bezeichnen, dass Portugals bester Spieler diesmal Torwart Diogo Costa war. Er parierte weitere Großchancen von Richard Ríos (62.) und Jhon Arias (66.). Je länger das Spiel dauerte, desto glücklicher wurde das Ergebnis. In der Nachspielzeit wurde sogar noch ein Kopfballtor von Davinson Sánchez aberkannt (90.+1). Der Torschütze stand nur mit einer Schuhspitze im Abseits.