Beiden Teams reicht vor der Partie ein Unentschieden. In der Schlussphase steht es deshalb auch 2:2, bis in der Nachspielzeit zwei Tore den Spielverlauf auf den Kopf stellen. Österreich und Algerien haben sich im letzten Spiel der Gruppe J bei der Weltmeisterschaft 3:3 (1:1) getrennt. Schon vor der Partie war klar, dass ein Unentschieden beiden Teams zum Weiterkommen reichen wird. Doch lange sah es nicht danach aus, als hätten beide Teams vor unentschieden zu spielen. Marko Arnautović brachte Österreich in Führung (26.) ehe Rafik Belghali kurz vor der Pause ausglich. Kurios dabei: Die Algerier profitierten dabei davon, dass der Ball von der Eckfahne zurückprallte und sie sich danach die Kugel sichern konnten. Belghali zeigte ein starkes Solo und schloss eiskalt ab. In der zweiten Hälfte waren es jedoch wieder die Österreicher, die durch Marcel Sabitzer (55.) in Führung gingen. Riyad Mahrez (60.) glich jedoch aus. Ab der 75. Minute stellten beide Teams das Fußballspielen weitestgehend ein. Es wirkte so, als hätten sie sich mit dem Unentschieden abgefunden, die Fans goutierten das zwischenzeitlich mit einem Pfeifkonzert. Doch dann traf Mahrez in der Nachspielzeit (90.+3) ins österreichische Herz. Das Aus stand kurz bevor. Doch der eingewechselte Saša Kalajdžić drehte das Spiel erneut auf den Kopf (90.+6). Leidtragend unter dem Unentschieden ist der Iran, der bei einem österreichischen Sieg noch als Gruppendritter im Sechzehntelfinale gestanden hätte, so nimmt Algerien diesen Platz ein. So lief das Spiel Vor dem letzten Vorrundenspiel dieser WM war viel über die Ausgangslage spekuliert worden. Da nach dem Sieg der Demokratischen Republik Kongo in der Partie zuvor beiden Teams ein Remis zum Weiterkommen reichte, hatte es viele Diskussionen gegeben, ob es eventuell Absprachen zwischen beiden Mannschaften geben könnte. Österreichs Trainer Ralf Rangnick hatte das vor der Partie vehement zurückgewiesen. „Du kannst nicht in ein Spiel gehen und sagen, du spielst auf Unentschieden. Wie das in den letzten fünf Minuten sein wird, das wird man sehen. Aber wir werden das Team sicher nicht ins Rennen schicken, um Remis zu spielen.“ Vor allem in Algerien war viel von der „Schande von Gijón“ die Rede. Bei der WM 1982 hatten sich Deutschland und Österreich nach der frühen deutschen Führung quasi auf eine Verwaltung des Ergebnisses geeinigt. Leidtragende waren damals die Algerier, die durch das deutsche 1:0 ausschieden. 44 Jahre später konnte von einer „Schande von Kansas“ nicht die Rede sein. Beide Mannschaften agierten von Beginn an mit viel Intensität. Vor allem die Algerier starteten energisch. Weltmeister in Top-Form: Messi baut Rekord aus: Argentiniens B-Elf für Jordanien zu stark Nach WM-Gruppenphase: Britischer TV-Experte urteilt über Tuchel: „Er hat keine Ahnung“ Doch mit der ersten guten Chance des Spiels ging Österreich in Führung. Nach einem langen Ball von David Alaba war Arnautović plötzlich durch und stocherte den Ball an Algeriens Keeper Oussama Benbout vorbei ins Tor. Benbout hatte den Vorzug vor Luca Zidane bekommen. Der Sohn von Frankreichs Ex-Star Zinédine Zidane hatte bislang bei der WM nicht überzeugt. Nun waren die Algerier gefordert, eine Niederlage hätte schließlich das Aus bedeutet. Und in der Tat drängten die Nordafrikaner auf den Ausgleich. Zunächst traf Farès Chaibi nur den Pfosten (40.), dann scheiterte Ibrahim Maza an Österreichs Torwart Alexander Schlager (44.). Kurz darauf war es dann aber so weit. Nachdem der Ball von der Eckfahne zurück ins Feld geprallt war, kam Belghali in Position und schloss nach feinem Solo wuchtig ab. Nun stand Österreich wieder unter Druck. Ein weiteres Gegentor und das Team Austria hätte die Heimreise antreten müssen. Rangnick reagierte in der Pause mit einem Dreifachwechsel. Unter anderem kam der Augsburger Michael Gregoritsch für den angeschlagenen Arnautović. Und die Österreicher kamen gut aus der Kabine und gingen schnell wieder in Führung. Nach einem wunderschönen Zuspiel von Konrad Laimer, dessen Vertragsverlängerung bei Bayern München kurz bevorsteht, war der Dortmunder Sabitzer zur Stelle. Jetzt war es wieder Algerien, das gefordert war – und das erneut lieferte. Mahrez traf zum erneuten Ausgleich und versetzte die vielen algerischen Fans im Kansas City Stadium in Ekstase. In der Schlussphase deutete eigentlich alles auf ein 2:2 hin, dann überschlugen sich die Ereignisse. Erst traf Algerien, doch Österreich konterte den Schock.