Serena Williams zögert bis zum Schluss: Dopingregeln hätten ihre Wimbledon-Rückkehr als zweifache Mutter fast verhindert. Die Nummer eins der Tennis-Welt ist Aryna Sabalenka , die Titelverteidigerin ist Iga Swiatek. Doch der Star in Wimbledon ist Sport-Ikone Serena Williams . Erstmals seit vier Jahren tritt die US-Amerikanerin bei ihrem aufsehenerregenden Comeback wieder an. Doch ihr Auftritt im Einzel wäre beinahe nicht zustande gekommen. Lange zögerte die 23-malige Grand-Slam-Turniersiegerin, ob sie die Wildcard für den Rasenklassiker annehmen solle. „Meine Entscheidung musste bis Montag stehen, und ich glaube, es war so etwas wie Sonntag. Bis dahin war ich mir also einfach nicht sicher. Ehrlich gesagt bin ich mir immer noch nicht sicher“, gab die 44-Jährige zu. Williams über ihre Gedanken: „Bist du verrückt?“ Sie musste sich erst selbst überzeugen. „Ich dachte, ich sollte diese Gelegenheit wirklich nutzen. Wer weiß, ob ich es jemals wieder hierher schaffe. Das könnte die letzte Chance sein“, so die zweifache Mutter. „Ich dachte mir: „Was ist los mit mir, Serena? Was denkst du dir dabei? Bist du verrückt? Du solltest das wirklich tun““, fügte sie hinzu. Sie habe die großartige Gelegenheit zu zeigen, was sie am besten könne. Das sei doch ziemlich cool. Am Dienstag wird die siebenmalige Wimbledon-Siegerin mit dem Centre-Court-Auftritt am Abend auf der großen Bühne zurückkehren. In Maya Joint hat sie eine machbare Auslosung erwischt. Als die 20 Jahre alte Australierin geboren wurde, hatte Williams schon sieben Grand-Slam-Titel gewonnen. Schon vor ihrer Entscheidung, am Einzel teilzunehmen, hatte die frühere Nummer eins der Welt mit ihrer Schwester Venus eine Wildcard fürs Doppel angenommen. Was Serena Williams an ihrem Comeback hasst Erste Gerüchte um ein bevorstehendes Williams-Comeback gab es seit dem vergangenen Jahr, als Williams von der zuständigen International Tennis Integrity Agency (ITIA) in den internationalen Dopingkontrollpool aufgenommen worden war. Sechs Monate im Testpool waren Voraussetzung. „Das ist echt zermürbend“, klagte sie. „Ich kannte einige der Regeln nicht, aber anscheinend gilt es immer noch als versäumt, wenn man einen Test außerhalb seines Zeitfensters verpasst. Das heißt, ich kann meine Kinder wohl nicht abholen gehen. Das ist unprofessionell, finde ich. Ich hasse es.“ Sie halte die Dopingkontrollen zwar für notwendig und es mache ihr nichts aus, die Regeln sollten aber anders sein. „Ich denke, es muss einen anderen Weg geben, das vernünftig zu gestalten“, sagte die zweifache Mutter und Unternehmerin. „Das war ein wichtiger Grund, warum ich auch nicht zurückkommen wollte, weil es einfach so schwer ist. Mein Leben ist vollgepackt.“