Julian Nagelsmann steht unter Druck. Nach Kritik der vielen Experten muss gegen Paraguay ein Sieg her. Sonst ist bei der WM früh Schluss. Julian Nagelsmann ist sich der großen Bedeutung des K.-o.-Spiels der Fußball-Nationalmannschaft gegen Paraguay bewusst. „Im Fußball geht es nur ums Gewinnen. Wenn du gewinnst, ist alles perfekt. Wenn du verlierst, ist alles shit. Also müssen wir gewinnen“, sagte der Bundestrainer bei der Pressekonferenz vor der Partie der WM-Zwischenrunde heute (22.30 Uhr/ZDF und MagentaTV) in Foxborough auf die Frage eines brasilianischen Journalisten auf Englisch. Die DFB-Elf hat bei der ersten WM mit 48 Teams erstmals seit dem Titelgewinn 2014 in Brasilien wieder die Gruppenphase überstanden. Dennoch gab es nach dem enttäuschenden 1:2 gegen Ecuador viel Kritik an der Spielweise und der Einstellung. Nagelsmann will die Kommentare von außen nun möglichst ausblenden. Keine „Beweispflicht“ als Bundestrainer „Ich habe nicht das Gefühl, dass ich irgendeine Beweispflicht habe gegenüber anderen als Bundestrainer. Wir freuen uns, wenn alle Fans uns unterstützen. Wir freuen uns auch, wenn die Experten, die Kritiker, nach dem Spiel sagen, es war gut. Aber in erster Linie geht es darum, dass wir uns so präparieren, dass wir in der Lage sind, ein gutes Spiel zu machen“, sagte der 38-Jährige. Seit dem Turnierbeginn gibt es immer wieder viele Ratschläge von Experten wie Jürgen Klopp , Thomas Müller oder Lothar Matthäus . Im Besonderen ging es um die Rolle von Kapitän Joshua Kimmich als rechter Verteidiger oder einen möglichen Startelfeinsatz von Topstürmer Deniz Undav , der als Joker bislang dreimal traf. Vielsagende Antwort auf Druck-Frage „Tatsächlich geht es mir nur um die Mannschaft und unseren Erfolg“, versicherte der Bundestrainer. Auf die Frage, was die Kritik mit ihm selbst mache, antwortete er: „Das ist, glaube ich, wie bei jedem Menschen. Die Frage können Sie sich selbst beantworten. Und dann, glaube ich, ist dazu alles gesagt.“ Seine Personalplanungen für das Paraguay-Spiel ließ Nagelsmann im Unklaren. Gerechnet wird mit einer Rückkehr des zuletzt angeschlagenen Nathaniel Brown als linker Außenverteidiger. Gegen Ecuador hatte ihn David Raum vertreten und eine schlechte Leistung gezeigt. „Am Ende müssen wir in der Kommunikation mit den Spielern und mit dem Trainerteam natürlich die Entscheidung treffen. Das werden wir auch tun. Es gibt taktische Überlegungen, ein bisschen was zu verändern, wie ich auch in die andere Richtung diskutiere, es alles identisch zu lassen, was die erste Elf angeht“, sagte Nagelsmann.