Die frühere DFB-Kapitänin geht mit dem Spiel der Nationalelf hart ins Gericht. Probleme sieht sie auch auf einer anderen Ebene. Alexandra Popp, frühere Kapitänin des deutschen Frauen-Nationalteams, hat in einem Interview mit dem Magazin „11Freunde“ Kritik am DFB geübt. Sie blickte dabei sowohl kritisch auf die Nationalelf als auch auf die Jugendförderung. Bei den DFB-Frauen missfällt der 35-Jährigen der derzeitige Spielstil. „In den letzten Jahren haben wir uns zu stark auf althergebrachte Tugenden zurückgezogen. Wir haben uns in Spiele reingebissen und über Kampf und Disziplin Partien für uns entschieden“, monierte sie. „Aber schönen, qualitativ hochwertigen Fußball haben wir mit der Nationalelf zuletzt nicht angeboten. Da müssen wir wieder hin.“ Das Team von Bundestrainer Christian Wück hatte im vergangenen Jahr das EM-Halbfinale und das Nations-League-Finale erreicht. Öffentliche Kritik hatte es ob der Spielweise trotzdem gegeben. Popp sieht Nachholbedarf in der Nachwuchsförderung Es ist laut Popp aber nicht das einzige Problem des deutschen Frauenfußballs. „Die Vereine und der Verband müssen enger zusammenarbeiten und die Nachwuchsausbildung mehr fördern und intensivieren“, forderte die Wolfsburgerin. „Dann würde die Nationalelf auch wieder besseren Fußball spielen.“ Sie räumte ein, nicht tief genug in der Nachwuchsarbeit zu stecken, um ein abschließendes Urteil zu fällen. „Mein Eindruck ist aber, dass es nicht mehr die zwei, drei Talente aus jedem Nachwuchsjahrgang gibt, bei denen man erkennt: Die haben das Zeug für die Nationalelf.“ Den DFB sieht Popp in der Pflicht. „Der Verband hat sich zu sehr auf den Erfolgen ausgeruht und zu wenig in die Jugendförderung investiert“, sagte die Olympiasiegerin von 2016 und 145-fache Nationalspielerin. Zudem stört Popp die Dominanz des FC Bayern im deutschen Frauenfußball . Die Münchnerinnen wurden am Mittwoch zum vierten Mal in Serie Meister. Das nerve sie „total“. Popp ergänzte: „Natürlich habe ich kritisch verfolgt, wie sich die Dinge beim VfL in den letzten Jahren entwickelt haben. Insbesondere was unsere Infrastruktur betrifft, hätten die Schritte größer sein können, wenn wir mit Bayern oder auch der europäischen Spitze hätten mithalten wollen.“ Nach 14 Jahren verlässt Popp den VfL Wolfsburg zum Saisonende und wechselt zum Zweitliga-Aufstiegskandidaten Borussia Dortmund .