DFB-Pokal: Tor des SC Freiburg hätte zählen müssen – sagt der DFB

Der SC Freiburg regte sich im DFB-Pokal-Halbfinale über ein abgepfiffenes Tor auf. Der DFB gibt jetzt zu: Freiburg hatte recht. Das aberkannte Freiburger Tor im Halbfinale des DFB-Pokals hätte zählen müssen. Das bestätigte am Mittwoch Marco Fritz vom DFB . Fritz ist selbst ehemaliger Schiedsrichter, arbeitet heute als Leiter Regelauslegung und Evaluation für die DFB Schiri GmbH. Bei dem Duell in der ersten Minute der Verlängerung zwischen SC-Stürmer Lucas Höler und Jeff Chabot habe es sich um einen „robusten, aber regelkonformen Zweikampf“ gehandelt, sagte Fritz der Nachrichtenagentur dpa. Schiedsrichter Tobias Welz hatte auf Foul gegen VfB-Abwehrspieler Chabot entschieden, Hölers direkt danach erzieltes Tor zählte nicht. „In der Dynamik des Spiels hat der Schiedsrichter im Zweikampf zwischen Lucas Höler und Jeff Chabot einen regelwidrigen Armeinsatz von Höler wahrgenommen. Deshalb hat er auf Foulspiel entschieden und das Spiel unterbrochen“, erklärte Fritz. „Mit den Fernsehbildern wäre es jedoch deutlich besser gewesen, das Duell als robusten, aber regelkonformen Zweikampf zu bewerten, die Partie weiterlaufen zu lassen und das unmittelbar folgende Tor von Höler zu geben.“ Der Video-Assistent konnte am Donnerstagabend übrigens nicht eingreifen, weil Schiedsrichter Welz die Szene schon abgepfiffen hatte, bevor der Ball im Tor war. Besonders bitter aus Freiburger Sicht: Kurz vor Ende der Verlängerung ging dann Stuttgart in Führung und holte einen 2:1-Sieg, der den Einzug ins Finale bedeutete. Freiburgs Verteidiger Christian Günter schimpfte im Anschluss: „Der läuft gegen einen 1,95-Mann, der fliegt einfach hin, und es ist niemals ein Foul.“ Auch Freiburgs Trainer Julian Schuster hatte ein „reguläres“ Tor erkannt: „Entschuldigung, das ist kein Foul. Das tut weh.“ Selbst VfB-Stürmer Deniz Undav gab zu: „Einen krasseren Fehler, glaube ich, kannst du nicht machen als Schiri. Gut für uns natürlich, aber das darfst du nie und nimmer wegpfeifen.“ Auch Stuttgarts Coach Sebastian Hoeneß konnte Freiburgs Frust verstehen. „Die Situation darfst du nicht abpfeifen. Da hätten wir genauso reagiert, wie es die Freiburger getan haben“, meinte er.