Episches Bundesliga-Spiel in Mainz. Dabei gelingt dem FC Bayern eine sensationelle Aufholjagd. Der FC Bayern hat vor dem Kracher-Halbfinale in der Champions League gegen Paris St. Germain am kommenden Dienstag (ab 21 Uhr im Liveticker bei t-online) ein Debakel abgewendet – und eine beeindruckende Aufholjagd gezeigt. Nach einer desaströsen ersten Halbzeit lagen die Bayern mit 0:3 bei Mainz 05 hinten, um in der zweiten Halbzeit das Ergebnis in einen 4:3-Sieg umzuwandeln. Dominik Kohr (15.), Paul Nebel (29.) und Sheraldo Becker (45.+2) hatten Mainz eine komfortable Führung gegen eine B-Elf der Bayern herausgeschossen. Zur zweiten Halbzeit wechselte Trainer Vincent Kompany dann jedoch Harry Kane und Michael Olise ein. Später kam unter anderem auch noch Jamal Musiala ins Spiel. Und alle drei waren an der Aufholjagd beteiligt: Nicolas Jackson (53.), Michael Olise (73.), Jamal Musiala (81.) und Harry Kane (83.) erzielten die Tore für den Rekordmeister. Bundesliga: Köln verliert Derby – Schlusslicht Heidenheim schöpft neue Hoffnung So lief das Spiel Wie im Vorfeld bereits angedeutet, warf Bayern-Trainer Vincent Kompany vor dem Königsklassenduell bei Paris Saint-Germain die große Rotationsmaschine an und veränderte seine Startelf gleich auf acht Positionen. Aus der Anfangsformation beim 2:0-Pokalsieg in Leverkusen am vergangenen Mittwoch blieben nur Konrad Laimer, Aleksandar Pavlović und Luiz Díaz übrig. Stammtorwart Manuel Neuer saß beim Anpfiff ebenso auf der Bank wie Toptorjäger Kane, Nationalspieler Musiala oder Dribbelkünstler Olise. Abwehrchef Dayot Upamecano und Mittelfeldantreiber Joshua Kimmich standen aus Gründen der Belastungssteuerung nicht einmal im Kader. Diese Maßnahme ging voll nach hinten los, denn die Münchner B-Elf blamierte sich in der ersten Halbzeit bis auf die Knochen. Mainz stand gut in der Defensive und wagte sich immer wieder gefährlich aus der Deckung – mit Erfolg. Nach einer Viertelstunde flankte Kaishū Sano im Anschluss an eine Ecke in die Mitte, wo Kohr per Direktabnahme zur Führung vollendete. Fünf Minuten später schnupperten die Hausherren bei einer Doppelchance am 2:0. Bayern-Keeper Jonas Urbig rettete erst gegen Becker und entschärfte dann auch den Nachschuss von Nadiem Amiri. Spätestens jetzt hatte Mainz gegen pomadig agierende Gäste die Führung verdient – und baute diese nach einer knappen halben Stunde aus, als die Bayern-Abwehr bei einem schnellen Gegenstoß der Hausherren erneut nicht im Bilde war. Einen Flachschuss von Amiri konnte Urbig zwar noch parieren, doch im Nachsetzen schaltete Nebel am schnellsten und versenkte den Abpraller im Netz. Die Bayern enttäuschten auf ganzer Linie und kamen erst in der 40. Minute zur ersten Chance. Alphonso Davies traf jedoch nur das Außennetz. Ansonsten hatte der Pokalfinalist nur braves Ballgeschiebe zu bieten, was Kompany an der Seitenlinie und den Vereinsgranden auf der Tribüne sichtlich missfiel. Und es kam noch schlimmer: Kurz vor der Pause staubte Becker zum 3:0 ab, nachdem Urbig zuvor mit einer Glanzparade einen Schuss von Amiri noch abgewehrt hatte. Münchner Aufholjagd Kompany reagierte auf den desaströsen Auftritt und brachte mit Wiederbeginn Kane und Olise. Sofort veränderte sich die Statik des Spiels, das jetzt fast nur noch in Richtung des Mainzer Tores lief. Jackson sorgte mit seinem Treffer per Direktabnahme für neue Hoffnung und Kompany mit der Einwechslung von Musiala nach 56 Minuten für noch mehr Offensivpower. Das zahlte sich aus, denn Olise sorgte mit einem sehenswerten Schlenzer in den Winkel für den Anschluss. Jetzt brachen bei Mainz alle Dämme. Gegen die individuelle Klasse der Münchner fanden die Rheinhessen kein Gegenmittel mehr und standen nach weiteren Gegentoren von Musiala und Kane am Ende mit leeren Händen da.