«Flitterwochen vorbei»: Cadillac unter US-Beobachtung

Das Motto kommt von einem Weltmeister. „Wir müssen groß denken“, sagt Vorstand Mario Andretti über Cadillac. In Miami erlebt das neue Formel-1-Team seine US-Premiere. Der Rückstand ist riesig. Cadillac zeigt Patriotismus. Das neue Formel-1-Team bestreitet seine US-Premiere beim Grand Prix von Miami mit einer ganz besonderen Lackierung: Die in Schwarz und Weiß gehaltenen Autos von Valtteri Bottas und Sergio Pérez ziert das Stars-and-Stripes-Motiv. 50 Sterne – einer für jeden Bundesstaat – sind auf den Frontflügel lackiert. „Das erste Heimrennen ist ein wichtiger Meilenstein für dieses Team“, betont Geschäftsführer Dan Towriss. Cadillac ist das elfte Team der Formel 1 . Sich aber hinten einzureihen, ist nicht der Anspruch der General-Motors-Tochter. „Das ist der Anfang von etwas Großem. Wir müssen groß denken“, sagte Vorstandsmitglied Mario Andretti, auf dessen Namen das erste Chassis getauft wurde: MAC-26 (Mario Andretti Cadillac 26). Trotz unbändigem US-Enthusiasmus weiß auch der Weltmeister von 1978: „Wir müssen geduldig und realistisch sein.“ Cadillac als „America“s Team“ Den Premieren-Punkt haben Bottas und Pérez noch nicht eingefahren in den ersten drei Saisonrennen. Dafür war der von einem Ferrari-Motor angetriebene Cadillac erstaunlich zuverlässig. Aber schon nach dem Auftakt-Grand-Prix von Australien verkündete Geschäftsführer Towriss: „Die Flitterwochen sind vorbei, jetzt heißt es Ellbogen ausfahren.“ Zusammen mit Teamchef Graeme Lowdon arbeitet er nicht nur an der Identität des Rennstalls, der anders als das zweite US-Projekt Haas selbstbewusst als „America“s Team“ verstanden werden will, sondern auch an der für mögliche Erfolge nötigen Infrastruktur. 600 Mitarbeiter hat Cadillac schon, rund 1.000 sollen es werden. Neben einer bereits bestehenden Basis im englischen Silverstone wird eine Produktionsstätte in Fishers (Indiana) hochgezogen, der eigene Motor ab 2029 soll in Charlotte (North Carolina) vom Band laufen. Cadillac will künftig alles aus eigener Hand liefern – und auch Erfolge einfahren. Noch ist aber Geduld gefordert. Jeweils mehr als 3,3 Sekunden fehlt dem erfahrenen Fahrerduo alleine in der Qualifikation auf die Spitze. Vielleicht wird dieser Rückstand aber schon in Miami einen Hauch kleiner. Schließlich bringt Cadillac nach fünf Wochen Formel-1-Pause ein üppiges Upgrade-Paket mit. „Es ist sehr aufregend, hier für ein US-Team zu fahren“, sagte Pérez.