FC Bayern gegen PSG: FCB, Ballack, Khedira wüten über Schiri-Entscheidungen

In den ersten 45 Minuten des Halbfinal-Rückspiels zwischen den Bayern und Paris wird es laut. Im Fokus: der Schiedsrichter. Das Halbfinal-Rückspiel der Champions League zwischen dem FC Bayern und Paris Saint-Germain hat nur wenige Minuten gebraucht, um TV-Experte Michael Ballack in Rage zu bringen. In der Halbzeitpause wütete auch sein Kollege, Weltmeister und heutiger TV-Experte Sami Khedira – allerdings wegen einer anderen Szene. Was war passiert? Beim Stand von 0:1 aus Münchner Sicht spielte Bayerns Josip Stanišić einen langen Ball aus der eigenen Hälfte auf Torjäger Harry Kane (29. Minute). Der Engländer war frei durch, die Fahne blieb unten, dennoch ertönte plötzlich der Pfiff. „Das darf er nicht abpfeifen. Das ist wieder eine Riesenfehlentscheidung“, polterte Ballack, der als Experte neben Kommentator Max Siebald auf der Tribüne der Allianz Arena Platz nahm. Paris‘ Nuno Mendes stand tief, sein Fuß war augenscheinlich auf einer Linie mit Kane. „Die Schiedsrichter sollen es laufen lassen, wieso pfeift er das jetzt hier ab?“, fragte sich der frühere Nationalstürmer. Und weiter: „Wir haben die Zeitlupe gesehen, es war sehr eng und er (Kane, Anm. d. Red. ) läuft alleine auf das Tor zu.“ Was dann passiert wäre, sei eine andere Sache, aber der Unparteiische João Pinheiro, der erst sein 15. „Königsklassen“-Spiel pfeift, „darf das nicht eigenständig abpfeifen“. Ballacks Fazit: „Das ist ein Riesenfehler vom Schiedsrichter. Das darf auf dem Niveau nicht passieren.“ Aber damit nicht genug. Nur wenige Minuten später die nächste Aufregung an der Seitenlinie der Münchner: Der bereits mit Gelb vorbelastete Mendes berührte den Ball klar mit der Hand (29.). Die Bayern, angeführt vom tobenden Cheftrainer Vincent Kompany , forderten die zweite Verwarnung und den damit verbundenen Platzverweis für den Pariser. Und Schiedsrichter Pinheiro? Der Unparteiische entschied auf Freistoß für die Gäste. Er will zuvor ein Handspiel von Konrad Laimer gesehen haben. Die TV-Bilder belegten nicht zweifelsfrei, ob der Österreicher den Ball mit dem Körper, Bein oder Arm berührt hatte. Drei strittige Szenen vor dem Pausenpfiff Der frühere Weltmeister Sami Khedira sah die Bayern dafür in der 29. Minute „krass benachteiligt“. Der 39-Jährige und Moderatorin Laura Wontorra nahmen in der Halbzeitpause noch eine weitere Szene unter die Lupe. PSG-Verteidiger João Neves hatte den Ball nach einem Befreiungsschlag seines Kollegen Vitinha im eigenen Strafraum aus Münchner Sicht regelwidrig abgelenkt (31.), Referee Pinheiro ließ zum Entsetzen des Bayern-Teams nach kurzem Kontakt mit dem Videoschiedsrichter (VAR) weiterspielen. Regeltechnisch war das in diesem Fall offenbar korrekt. Laut dem International Football Association Board (Ifab) gilt: Wird ein Spieler bei einem Schuss oder Kopfball eines Mitspielers an der Hand oder am Arm vom Ball getroffen, liegt kein Handspiel vor. Es sei denn, der Ball landet direkt im gegnerischen Tor oder der Spieler erzielt unmittelbar danach ein Tor – in diesem Fall erhält die gegnerische Mannschaft einen direkten Freistoß. Khediras erster Reflex sei dennoch „Handspiel“ gewesen. Auch „Bild“-Schiedsrichterexperte Manuel Gräfe erklärte: „Klarer Handelfmeter.“ Neves nehme „den Arm über die Schulter und der Arm geht in die Flugbahn. Völlig unverständlich, warum der VAR nicht eingreift“. Videoschiedsrichter der Partie sind Marco Di Bello (Italien) und Tiago Martins (Portugal). Schiedsrichter Pinheiro wird in München von seinen Assistenten Bruno Jesus und Luciano Maia (beide ebenfalls Portugiesen) unterstützt. Als 4. Offizieller fungiert Espen Eskas aus Norwegen.