Der 90-jährige Ex-Fifa-Präsident Joseph Blatter erhebt im ZDF schwere Vorwürfe gegen seinen Nachfolger Gianni Infantino. Dabei bleibt es nicht nur bei der Machtfrage – auch die WM 2026 zieht Blatters Zorn auf sich. In einem ZDF-Interview hat Ex-Fifa-Präsident Joseph Blatter seinen Nachfolger Gianni Infantino frontal angegriffen. Blatter wirft ihm vor, die Fifa in eine „Diktatur“ verwandelt zu haben – und schießt auch gegen die WM 2026 . „Der Präsident, der jetzt da ist, der redet nur noch mit Staatschefs, reist mit Jets um die Welt und hat vergessen, dass die Essenz der Fifa das Spiel ist“, sagte Blatter. Zur Machtstruktur des Verbands legte er nach: „Die Fifa ist im Moment eine Diktatur. Alles, was der Präsident sagt, wird gemacht. Und alles andere wird zum Schweigen gebracht.“ Der Weltverband sei „eben nicht mehr eine respektable Organisation“, so Blatter. „Am Kopf ist es nicht gut.“ „Rassistischer Feigling“: Stürmer erhebt schwere Vorwürfe gegen Gegner Blatters WM-Kritik: „Da schert sich niemand um Nachhaltigkeit“ Infantino ist seit zehn Jahren Blatters Nachfolger an der Fifa-Spitze. Ende April kündigte der 56-Jährige an, sich 2027 zum dritten Mal zur Wiederwahl als Präsident stellen zu wollen. Blatter kritisierte nun die Ausrichtung des Verbands unter Infantino. „Es geht nur noch ums Geld und nicht mehr um das Spiel“, erklärte er. Auch die WM im Sommer in den USA, Kanada und Mexiko ließ Blatter nicht unkommentiert. An dem Turnier nehmen erstmals 48 Mannschaften teil. Blatter sagte: „Diese WM, die jetzt da kommt, da schert sich niemand um Nachhaltigkeit. Wenn ich noch da wäre, wäre das nicht passiert.“ Blatter war von 1998 bis 2016 Fifa-Präsident und trat im Zuge von Korruptionsermittlungen zurück. Auch seine eigene Amtsführung war hochumstritten.