Karl-Heinz Rummenigge will, dass der VAR künftig selbst das letzte Wort hat – nicht mehr der Schiedsrichter auf dem Platz. Reformbedarf sieht er auch bei einer weiteren Regel. Der frühere Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat sich für eine grundlegende Änderung beim Videobeweis ausgesprochen. Der 70-Jährige forderte im „Kicker“, dass der VAR (Video Assistent Referee) künftig die endgültige Entscheidungsgewalt bei strittigen Szenen erhält. Außerdem plädiert er für eine Reform der Handspielregel noch vor der WM. Rummenigge begründete seine Forderung zum Videobeweis so: „In den meisten Fällen greift der VAR ja nicht unbegründet ein. Das bedeutet ja, dass etwas übersehen wurde oder vorgefallen ist, das in Echtzeit auf dem Platz unterging. (…) Also sollte im Keller auch die finale Entscheidung getroffen werden, dort arbeiten alles qualifizierte Menschen.“ WM in Gefahr? FC Bayern sorgt sich um Davies „Nicht gegen den HSV“: Freiburg-Star erklärt provokanten Jubel Das würde den Schiedsrichter aus der Diskussion nehmen und die Dinge vereinfachen, so Rummenigge, der das bisherige Verfahren kritisierte: „Uns wird oftmals ein überflüssiges Schauspiel geliefert, das nur Zeit kostet und einen Mann in die Verantwortung bringt, der nicht mehr exklusiv verantwortlich ist, weil im Keller die Entscheidung längst gefallen ist.“ Für eine solche Änderung müsste der Regelgeber Ifab den entsprechenden Passus anpassen. Derzeit liegt die endgültige Entscheidung beim Schiedsrichter auf dem Platz. Handspielregel: „Heute gibt es fast nur noch Grau“ Von einer Abschaffung des VAR hält Rummenigge wiederum nichts. Der Vize-Weltmeister von 1982 und 1986 betonte: „Ich habe leider in meiner Karriere als Spieler und im Management viel zu viele Fehlentscheidungen erlebt. Ich war immer ein großer Befürworter der Technik.“ Der VAR mache den Fußball seriöser und fairer. Reformbedarf sieht er zudem bei der Handspielregel. Rummenigge erklärte: „Zu meiner Zeit gab es bei Handspiel Schwarz und Weiß – heute gibt es fast nur noch Grau. Diese Regel gehört zurück in den Schwarz-Weiß-Bereich. Sie sollte dringend reformiert werden, am besten noch vor der Weltmeisterschaft.“ Rummenigges Sorge: „Sonst wird es auch dort eine Flut von fragwürdigen Hand-Entscheidungen geben, die am Ende mit darüber entscheiden, wer Weltmeister wird.“ Das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko startet im Juni.