Bundesliga: Fünf Trainer vor ungewisser Zukunft – Bekenntnisse bleiben aus

Nach dem letzten Bundesliga-Spieltag stehen bei mehreren Klubs die Trainerfragen im Mittelpunkt. Die Verantwortlichen lassen mit klaren Aussagen aufhorchen. Bleibt René Wagner Trainer des 1. FC Köln ? Bekommt Albert Riera in Frankfurt doch noch eine Chance? Und wie sieht es in Gladbach und Leverkusen aus? Mit dem Abschluss der Bundesliga-Saison richten sich die Blicke vieler Klubs auf die personellen Weichenstellungen für die kommende Spielzeit. Besonders die Trainerposition rückt dabei in den Fokus. t-online gibt einen Überblick. Nach Madrid-Aus: Neuer Trainerjob für Xabi Alonso Vor letztem Spiel: Schiedsrichter weint im Live-TV Das Ende der Zusammenarbeit von Albert Riera und Eintracht Frankfurt scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Auch wenn Sportvorstand Markus Krösche nach dem 2:2 gegen den VfB Stuttgart eine konkrete Aussage dazu vermied. Er erklärte lediglich: „Ich werde heute mit Ihnen nicht über Personalien sprechen.“ Der 45-Jährige wolle zunächst alles „sacken“ lassen. „Und dann werden wir natürlich in die Analyse gehen. Das ist ja auch ganz klar. Und dann schauen wir mal, wie wir es angehen“, so Krösche. Die Frankfurter Fans haben ihre Haltung zu Riera bereits deutlich gemacht. Zum Abschluss der Partie zeigten sie ein Banner mit der Aufschrift „Nada de gracias, Alberto“, was übersetzt „Danke für Nichts, Alberto“ bedeutet. Riera nahm die Kritik an und äußerte: „Wenn man nicht gewinnt, ist man nicht gut genug.“ Der exzentrische Spanier kam Anfang Februar als Nachfolger von Dino Toppmöller zur Eintracht. Seine Bilanz mit vier Siegen, fünf Unentschieden und fünf Niederlagen und einem Durchschnitt von 1,21 Punkten pro Begegnung ist durchwachsen. Einen noch schlechteren Wert als Riera im Oberhaus hatte zuletzt Armin Veh in der Saison 2015/2016 (0,96 Punkte). Mannschaft steht hinter Hjulmand – Bayer-Bosse auch? Auch bei Bayer Leverkusen ist die Trainerfrage offen. Sportchef Simon Rolfes erklärte nach dem 1:1 gegen den Hamburger SV und dem Verpassen der Champions League über die Zusammenarbeit mit Kasper Hjulmand : „Wir wollen in möglichst vielen Sachen so schnell wie möglich immer Klarheit haben.“ Nach dem Spiel suchten Rolfes und Klubchef Fernando Carro das Gespräch mit der Mannschaft, die Trainerfrage wurde dabei laut Rolfes nicht thematisiert. Rolfes betonte: „Ich muss der Mannschaft erstmal nichts mitteilen, wenn wir keine andere Entscheidung treffen. Kasper hat einen Vertrag und wir haben gesagt, dass wir uns bis zur letzten Sekunde auf die Champions League fokussieren.“ Hjulmand selbst äußerte sich beim Pay-TV-Sender Sky zurückhaltend zu seiner Zukunft: „Was ich mit Simon spreche, das ist zwischen uns. Es ist nicht meine Aufgabe, zu spekulieren.“ Ein Abgang des Dänen, der kurz nach Saisonstart von Erik ten Hag übernommen und die Mannschaft eigentlich stabilisiert hatte, gilt nach Bundesliga-Rang sechs als wahrscheinlich. Aus der Mannschaft bekam Hjulmand indes Zuspruch. Torhüter Mark Flekken sagte: „Ich komme super mit ihm klar, bin zufrieden mit ihm. Wenn er die Zeit bekommt, eine Sommervorbereitung an dieser Truppe zu arbeiten, geht es auch vorwärts.“ Hjulmand sei nicht für die fehlende Energie des Teams verantwortlich. Gladbach und Köln lassen sich Zeit Bei Borussia Mönchengladbach will Sportchef Rouven Schröder die Entscheidung über die Zukunft von Trainer Eugen Polanski ebenfalls nicht überstürzen. Nach dem 4:0 gegen die TSG Hoffenheim erklärte Schröder: „Wir werden uns die ganze Woche definitiv Zeit nehmen, um Dinge zu besprechen und dann voll überzeugt für die neue Saison auszurichten.“ Eine Frist gebe es nicht. Polanski hatte die Gladbacher frühzeitig zum Klassenerhalt geführt, steht aber wegen ausbleibender spielerischer Entwicklung in der Kritik. Und ob René Wagner beim 1. FC Köln über die Saison hinaus Trainer bleibt, ist auch nach dem letzten Saisonspiel offen geblieben. Der 53-Jährige war Ende März bei den Kölnern auf den entlassenen Lukas Kwasniok gefolgt. Zwar hatte er es geschafft, den FC in seinen sieben Spielen in der Liga zu halten und somit das Saisonziel erfüllt, doch eine Jobgarantie ist der Klassenerhalt nicht. „Wenn das so sein sollte, dass ich es machen darf, dann mache ich mir genau dann Gedanken“, antwortete Wagner nach dem 1:5 beim FC Bayern auf die Frage, welche weiteren Ziele er mit Köln verfolge. „Erstmal brauchen wir jetzt ein Zeichen vom Verein, oder ich muss auch mit Thomas sprechen“, führte er weiter aus. Ein Gespräch mit Kölns Geschäftsführer Thomas Kessler soll laut Wagner in Kürze stattfinden. „Wieder Lösungen finden“: Pauli-Trainer bekräftigt Austausch Und auf St. Pauli ? Trainer Alexander Blessin war nach dem Abstieg aus der Bundesliga sichtlich bewegt, über seine Zukunft wollte er nicht sprechen. „Letztendlich ist es, glaube ich, heute absolut nicht der richtige Zeitpunkt dafür, weil es einfach verdammt weh tut“, sagte der 52-Jährige nach dem 1:3 gegen den VfL Wolfsburg , der nun in der Relegation antritt. Der Coach bekräftigte, dass es einen guten Austausch mit Sportchef Andreas Bornemann gebe. Dass er auch nach der Serie von neun Niederlagen an ihm festgehalten habe, „das sieht man nicht oft und da bin ich auch sehr, sehr dankbar und deswegen ist dieser Austausch weiterhin vertrauensvoll“. Demnach werden sich die Verantwortlichen und Blessin in den nächsten Tagen zusammensetzen „und dann auch wieder Lösungen finden“.