Mit seiner Rückkehr ins DFB-Team wird Manuel Neuer einen der bisherigen Torhüter aus dem Kader verdrängen. Für diese Kandidaten könnte der WM-Traum platzen. Jetzt also doch: Nach Monaten der Diskussion hat sich Julian Nagelsmann offenbar entschieden. Wie die „Bild“-Zeitung und „Süddeutsche Zeitung“ berichten, plant der Bundestrainer mit Bayern-Torwart Manuel Neuer als Nummer eins im deutschen Tor bei der Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko. Neuer war nach der Heim-EM vor zwei Jahren eigentlich aus der Nationalmannschaft zurückgetreten, hat sich nun aber Berichten zufolge zu einem Comeback bereiterklärt. Das hat Folgen: Hoffenheim-Keeper Oliver Baumann , der während der WM-Qualifikation das DFB-Tor hütete, muss sich mit der Rolle als Nummer zwei begnügen. Er soll dem Bundestrainer in einem Telefonat bereits mitgeteilt haben, dafür zur Verfügung zu stehen. Neuers Rückkehr hat Folgen Folgen hat die Rückkehr Neuers aber auch für die Zusammensetzung des weiteren Torwartteams. Davon ausgehend, dass Nagelsmann nur drei Torhüter mit zur WM nehmen möchte, müsste einer der bisherigen DFB-Torhüter seine Hoffnungen auf eine Turnierteilnahme begraben. Die bisherige Nummer zwei, Alexander Nübel vom VfB Stuttgart , dürfte in der Favoritenrolle für den Platz als dritter Torwart sein. Sollte er tatsächlich nominiert werden, würde das jedoch bedeuten, dass einer der bisherigen dritten Torhüter leer ausgeht. Dazu gehört unter anderem Augsburgs Finn Dahmen, der die komplette WM-Qualifikation sowie die Freundschaftsspiele im März als Nummer drei bestritt, und sich damit große Hoffnungen auf einen WM-Platz machen durfte. Jonas Urbig glänzt beim FC Bayern Ein weiterer Name, der bislang als potenzielle Nummer drei bei der WM gehandelt wurde: Jonas Urbig . Neuers Ersatzmann beim FC Bayern bekam in der abgelaufenen Saison viel Einsatzzeit, durfte sich auch auf höchstem Niveau in der Champions League beweisen und überzeugte dabei. Nagelsmann berief ihn für die Testspiele im März erstmals in den Kader, allerdings musste er verletzt wieder abreisen. Sein Trumpf ist aber sicherlich die eingespielte Dynamik mit Neuer. Nicht auszuschließen, dass er Nübel im Kampf um den Platz als Nummer drei doch noch ausstechen kann. Ohnehin nur Außenseiterchancen auf eine Nominierung dürfte sich Noah Atubolu vom SC Freiburg gemacht haben. Obwohl er seit Jahren als mögliche künftige Nummer eins im DFB-Tor gilt und im Verein starke Leistungen zeigt, setzte Nagelsmann bislang kaum auf ihn. Lediglich im Herbst durfte er dabei sein. Bei den WM-Quali-Spielen im vergangenen Oktober stand Atubolu im Kader, wurde jedoch auch da nur nachnominiert, nachdem Baumann kurzfristig ausgefallen war. Im November wurde er ebenfalls nominiert, jedoch nur als vierter Keeper, der schließlich nicht in den Spieltagskadern stand. Neuers Rückkehr ins Nationalteam dürfte Atubolus WM-Hoffnungen also endgültig begraben. Den übrigen Kandidaten bleibt noch eine Resthoffnung: Bereits vor der Heim-EM 2024 spielte Nagelsmann öffentlich mit dem Gedanken, vier Torhüter zu nominieren. Er begründete das mit einer besseren Belastungssteuerung speziell im Training. Für die EM entschied sich der Bundestrainer damals doch nur für drei Torhüter. Fällt die Entscheidung dieses Mal anders aus, könnte der WM-Traum für einen der Streichkandidaten doch noch wahr werden. Nach dem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ soll es im DFB-Trainerstab tatsächlich „die konkrete Überlegung“ geben, mit vier Torhütern zur WM zu fahren. Dem Blatt zufolge wären neben Neuer und Baumann dann Nübel und Urbig dabei.