Fußball-WM: NFL-Star sammelt Müll im WM-Stadion auf

Seit Japans WM-Premiere gibt es diese Bilder: Die Fans der Samurai Blue sammeln ihren Müll im Stadion selbst ein. Ein NFL-Quarterback fühlt sich davon inspiriert. Jameis Winston gilt im ruppigen NFL-Geschäft als Star ohne Allüren. Dass er das Herz offenbar am rechten Fleck hat, ließ sich nun einmal mehr nach dem WM-Spiel zwischen Japan und der Niederlande (2:2) in Dallas beobachten. Da half der 32-jährige Football-Star kurzerhand beim Aufräumen der Arena aus. Wie Bilder zeigen, die unter anderem von der National Football League (NFL) ins Netz gestellt wurden, sammelt Winston nach dem Abpfiff Müll auf den Zuschauerrängen auf. In Japan gibt es ein Sprichwort, das im übertragenen Sinne so übersetzt werden kann: „Verlasse den Ort so, wie du ihn vorgefunden hast.“ Und daran hielten sich auch die japanischen Fans beim WM-Spiel. Viele Anhänger der Samurai Blue räumten ihre Hinterlassenschaften selbst in Plastiktüten und überließen dies nicht dem Reinigungs-Personal. Winston, Quarterback der New York Giants, schnappte sich ebenfalls blaue Tüten und sammelte fleißig mit. Dabei trug er ein Japan-Trikot mit seinem Namen und der Nummer 4 als Rückennummer. In der Hand hielt Winston ein Fox-Mikrofon – er ist für den Sender während der Fußball-WM als Experte im Einsatz. Das ist der Hintergrund für die Aufräum-Aktion Schon bei Japans WM-Premiere 1998 in Frankreich und bei allen Turnier-Teilnahmen danach war es zu solchen Szenen gekommen. Diese Verhaltensweise würden Japaner schon in der Schulzeit lernen, sagte Politik- und Geschichtsprofessor Koichi Nakano der Nachrichtenagentur AP: „Japanische Sportfans, die bei internationalen Veranstaltungen das Stadion sauber halten, verhalten sich im Grunde genauso wie damals, als sie als Schulkinder die Freude am Sport entdeckten.“ Bevor die blauen Plastiksäcke für ihren eigentlichen Verwendungszweck zum Einsatz kamen, hatten die Japan-Fans sie beim Jubel über den späten Ausgleichstreffer durch Daichi Kamada (89. Minute) hin und her geschwenkt. Wiinston, der bei den Giants ein geschätztes jahresgehalt von vier Millionen US-Dollar erhält, wurde in sozialen Netzwerken für sein Engagement ausführlich gelobt. Fans feierten seine Aktion. „Dieser Mann ist immer für eine gute Tat zu haben“; schrieb eine Userin. Und ein anderer meinte: „Es ist unmöglich, ihn nicht zu mögen.“ „Ein Mann des Volkes“, schrieb ein weiterer. Und schließlich formulierte noch jemand die ultimative Lobuhdelei auf Winston: „Jameis ist die Zukunft Amerikas.“