WM 2026: Frankreichs Offensive dreht auf – und feiert Auftaktsieg

Frankreich bestimmt das Spiel, weiß in der ersten Hälfte aber nicht viel mit dem Ball anzufangen. Senegal wird gefährlich, verliert hinten raus jedoch an Energie. Die französische Nationalmannschaft ist mit einem Erfolg in die Weltmeisterschaft 2026 gestartet. Die mit Offensivstars gespickte Mannschaft von Nationaltrainer Didier Deschamps besiegte zum Auftakt der Gruppe I den Senegal mit 3:1 (0:0). Kylian Mbappé brachte Frankreich nach einer sehenswerten Vorlage von Bayerns Michael Olise in Führung (66. Minute). Bradley Barcola (82.) und erneut Mbappé erhöhten kurz vor Schluss (90.+6). Senegals Ibrahim Mbaye machte es noch mal ganz kurz spannend (90.+5) Der Weltmeister von 1998 und 2018 wirkte zunächst uninspiriert, verdiente sich den Erfolg aber dank einer klaren Leistungssteigerung nach der Pause. Die Franzosen gehören zu den großen Titelfavoriten beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko. Die ersten drei Punkte dürften ihnen auf dem Weg zum erhofften dritten Stern weiteren Schwung verleihen. So lief das Spiel Viele der 80.545 Zuschauer in East Rutherford hatten sich auf ein Offensivspektakel der Franzosen eingestellt – das gab es allerdings erst im zweiten Durchgang. Schon als Mbappé kurz vor dem Einlauf der beiden Mannschaften ins Stadion auf den Videoleinwänden gezeigt wurde, brandete großer Jubel auf. In der ersten Halbzeit blieb der hochgelobte und ausnahmslos mit Topspielern besetzte Angriff der „Équipe Tricolore“ jedoch noch erstaunlich harmlos. Nicht ein einziges Mal schossen die Franzosen vor der Pause gefährlich auf das Tor von Édouard Mendy. Stattdessen brachten sich die Senegalesen selbst in Bedrängnis, als Kapitän Kalidou Koulibaly eine Hereingabe beinahe ins eigene Tor klärte (44.). Ansonsten konnten weder Mbappé noch Ousmane Dembélé noch Olise zunächst große Akzente setzen. Und Senegal? Trat so selbstbewusst auf, wie Trainer Pape Thiaw es sich gewünscht und auch angekündigt hatte. Nicolas Jackson, vergangene Saison vom FC Chelsea an die Bayern ausgeliehen, schüttelte seinen Münchner Ex-Kollegen Dayot Upamecano ab und hämmerte die Kugel an den Pfosten (25.). Auch sonst wirkten die Westafrikaner am und im gegnerischen Strafraum zielstrebiger. Die Führung wäre verdient gewesen, hätte Ismaïla Sarr seine Riesenchance in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs genutzt. Nach der Pause ein verändertes Bild: Nun kamen auch die Franzosen in der Hitze von New Jersey auf Betriebstemperatur. Desiré Doué schoss knapp links vorbei (47.). Olise (53.) und Mbappé (57.) aus aussichtsreicher Position scheiterten jeweils an Mendy. Warum eigentlich nicht gleich so dürfte sich Frankreichs Erfolgstrainer Didier Deschamps auf der Bank gefragt haben. Noch ratloser wirkte der 57-Jährige allerdings einen Moment später. Mbappé ging nach einer Grätsche von Senegal-Star Sadio Mané im gegnerischen Sechzehner zu Boden, bekam aber keinen Elfmeter. Nicht mal, nachdem der iranische Schiedsrichter Alireza Faghani vom Video-Assistenten zum Check an den Bildschirm geschickt worden war. Eine harte Entscheidung des Referees. Doch „Les Bleus“ blieben dran. Und sie belohnten sich. Olise bediente Mbappé mit einem herrlichen Steilpass – und der traf flach an Mendy vorbei zum 1:0. Mbappé jubelte, indem er sich eine imaginäre Querflöte an den Mund hielt. Dies hatte er schon vor dem Spiel dem britischen Comedian James Corden versprochen. Der Starstürmer von Real Madrid hatte in dessen Sendung erzählt, dass er als musikalische Früherziehung ein, zwei Jahre Querflöte gespielt hatte. Jackson hätte fast mit dem direkten Ausgleich geantwortet, stand aber im Abseits (68.). In der Schlussphase erhöhte Barcola auf 2:0. Nach dem Anschluss für den Senegal in der Nachspielzeit geriet der Sieg nur ganz kurz in Gefahr – stattdessen brachte Mbappé per Fernschuss die endgültige Entscheidung.