Nach dem Auftaktsieg bei der WM gibt Manuel Neuer einen Einblick in seine DFB-Rückkehr. Dabei spricht er auch über sein Verhältnis zu Oliver Baumann – und ein klärendes Gespräch vor Turnierstart. Aus dem DFB-Quartier in Winston-Salem berichtet William Laing Es war die wohl am kontroversesten diskutierte Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann vor der Weltmeisterschaft : die Rückkehr von Manuel Neuer in die deutsche Nationalmannschaft . Der Bayern-Torhüter hatte seine Karriere in der DFB-Elf 2024 eigentlich beendet. Hoffenheim-Schlussmann Oliver Baumann sollte bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko als Nummer eins zwischen den Pfosten stehen. Doch Nagelsmann entschied sich kurz vor Turnierstart um und beorderte Neuer zurück ins Team. Am Donnerstag, vier Tage nach dem furiosen 7:1-Auftakterfolg gegen Curaçao, gab der Weltmeister von 2014 nun einen Einblick in seine Rückkehr. Mit Nagelsmann habe er sich unter anderem rund um seine Wadenverletzung im Frühjahr ausgetauscht, erklärte Neuer auf einer Pressekonferenz im DFB-Quartier in Winston-Salem. Es sei darum gegangen, „wie ich mich fühle und dann, ob ich auch regelmäßig trainiere, ob ich irgendwie Pausen machen muss, ob ich quasi für ein Turnier auch fähig bin, das durchzuspielen“, führte er weiter aus. DFB-Kapitän wird deutlich: Das sagt Kimmich zur Kritik an Sané Den genauen Zeitpunkt, wann er sich für ein Comeback entschieden habe, könne er aber nicht mehr benennen, stellte Neuer klar. „Ich glaube, das hat sich einfach so entwickelt, auch nach dieser schwierigen Phase, als ich verletzt gewesen bin“, betonte er und lieferte dann auch noch zumindest eine Teilbegründung für Nagelsmanns Rückholaktion. „Dann hat das mit meinen Leistungen zu tun, wie ich dann auch zurückgekommen bin aus der Verletzung auf der größten Bühne im Vereinsfußball.“ Neuer über Baumann: „Haben ein gutes Verhältnis“ Für Oliver Baumann war die Rückkehr Neuers derweil ein schwerer Schlag. Die Beziehung der beiden Schlussmänner habe die Situation aber nicht belastet, versicherte der ehemalige DFB-Kapitän. „Wir arbeiten tagtäglich zusammen und haben ein gutes Verhältnis.“ Gerade auf dem Platz müsse man sich gegenseitig unterstützen. Zudem gab Neuer preis, dass zwischen ihm und Baumann bereits während der Turniervorbereitung ein klärender Austausch stattgefunden habe. „Nachdem wir zusammengekommen sind in Herzogenaurach haben wir lange miteinander gesprochen und haben auch über die ganze Entwicklung und wie es dazu gekommen ist, geredet“, berichtete er. Beide hätten dabei „wirklich offene Worte gefunden“. Neuer fand dementsprechend auch noch Lob für die Leistungen seines Ersatzmanns. Baumann habe seinen Job während der Qualifikation „herausragend gemacht“. Neuer adelt Urbig: „Er hat alles in der eigenen Hand“ Nicht festlegen wollte Neuer sich wiederum darauf, wer nach der WM im Tor stehen wird. Er selbst habe „nicht vor, in zwei Jahren wieder bei einer Europameisterschaft zwischen den Pfosten zu stehen.“ Er wolle sich mit einem erneuten DFB-Karriereende jetzt aber nicht beschäftigen, „weil ich nach vorne schaue und mich auf alle Spiele freue und nicht auf irgendeinen Abschied von einem besonderen Trikot.“ Vereinskollege Jonas Urbig traut Neuer derweil durchaus zu, sein Nachfolger im DFB-Tor zu werden. „Zu Jonas kann ich nur sagen, dass er alles in der eigenen Hand hat. Er ist auf einem sehr guten Weg.“ Auch die anderen DFB-Keeper hätten aber eine super Saison gespielt. Er habe großen Respekt vor allen Torhütern, die dabei sind. Auf t-online-Nachfrage zu Urbigs Sonderrolle während der WM machte Neuer dann aber doch noch einmal deutlich, wie groß die Wertschätzung für seinen jungen Kollegen ist. Er sehe den 22-Jährigen überhaupt nicht nur als Trainingstorhüter, „sondern als kompletten Bestandteil unseres Teams.“ Neuers klare Einordnung beim Ex-Kölner: „Für mich ist er eine absolute Bereicherung für die Mannschaft.“ Womöglich schon ein Fingerzeig hinsichtlich Urbigs DFB-Zukunft.