Nach dem Gebetskreis von Felix Nmecha stellt Antonio Rüdiger klar: Im DFB-Team sei das religiöse Bekenntnis kein Thema. Generell hat er eine klare Meinung zu Kritik in den sozialen Netzwerken. Mit einem Plädoyer für Meinungs- und Religionsfreiheit hat Antonio Rüdiger seinen Teamkollegen Felix Nmecha gegen Kritik an dessen Gebet nach dem WM-Auftaktspiel gegen Curaçao verteidigt. Der Abwehrspieler der Nationalmannschaft kritisierte zudem die auf Klicks fokussierte Social-Media-Kultur im Profifußball. „Es ist etwas Persönliches. Er hat das gemacht, und ich sehe nichts Falsches daran“, sagte Rüdiger zu dem Gebetskreis, den Nmecha mit Jonathan Tah und Gegenspielern nach dem 7:1 für das DFB-Team gebildet hatte. WM 2026: Alle Informationen im Newsblog Felix Nmecha: Sein Glaube ruft immer wieder Kritik hervor Die Szene im WM-Stadion von Houston hatte unterschiedliche Kommentare ausgelöst. Nmecha spricht öffentlich oft über seinen christlichen Glauben und persönliche Ansichten. In der Vergangenheit hatten seine Social-Media-Posts mehrfach auch Kritik ausgelöst. Es seien doch „schöne Bilder“ gewesen, meinte Rüdiger. „Mehr Thema war seine geile Leistung“ Für ihn wurde die Szene medial aufgebauscht. „Also, ehrlich gesagt, mehr Thema war seine geile Leistung“, sagte der 33-Jährige. Nmecha hatte die DFB-Elf mit seinem ersten WM-Tor in Führung gebracht. Im DFB-Team sei das religiöse Bekenntnis des Dortmunders kein Thema, versicherte Rüdiger. Der Abwehrspieler von Real Madrid war mehrfach selbst für seinen muslimischen Glauben in die Kritik geraten. Andere Internet-Kommentare richteten sich mehrfach gegen sein kontroverses Verhalten auf dem Platz. Die Rolle als vermeintlicher Bösewicht nimmt Rüdiger inzwischen nur noch zur Kenntnis. „Mein Name generiert sehr viele Klicks“ „Ich weiß nicht, ehrlich gesagt, warum das so ist. Wie gesagt, für mich, so in der Social-Media-Welt, da bin ich der Buhmann. Das ist auch für mich okay“, sagte der Berliner. „Seriöse Kritik ist immer bei mir willkommen“, versicherte er. Mit ironischem Unterton fügte er an. „Ich glaube, das generiert Klicks, oder? Heutzutage, wenn wir von Social Media reden, ich sehe etwas Positives darin. Denn es ist gut, mein Name generiert sehr viele Klicks“, sagte er. Rüdiger lobte zudem Innenverteidiger Jonathan Tah, der ihn aus der Stammelf verdrängt hat. „Den Schub, den Jona in den letzten zwei Jahren nochmal gemacht hat, verdient bei mir sehr viel Respekt. Auch die letzte Saison bei Bayern München war überragend. Und ja – er ist der neue Chef“, sagte er über seinen langjährigen Nationalelf-Kollegen. Diese Worte zu sagen, würden ihn keine Überwindung kosten. „Jeder hat seine Zeit, jetzt ist seine Zeit.“ „Nicos linker Fuß ist Gold“ Auch über Nico Schlotterbeck äußerte sich Rüdiger sehr positiv. Dieser sei bei den Standards stets gefährlich, verteidige „sehr bissig“ und habe dazu eine große Qualität in der Spieleröffnung: „Nicos linker Fuß ist Gold.“ Rüdiger ist bemüht, auch als Ersatzspieler einen wertvollen Beitrag zum Teamerfolg beizutragen. „Als Fußballer ist es nicht einfach, auf der Bank zu sein. Aber in der Nationalmannschaft ist es noch etwas ganz anderes als im Verein. Wir alle haben hier nur ein Ziel. Jeder ist wichtig. Und wenn man von Außen Input geben kann, ist das nur besser“, sagte Rüdiger, der im ersten Gruppenspiel in Houston immerhin für Tah eingewechselt wurde.