Jahre bevor sich Thomas Hitzlsperger als homosexuell outete, war er mit seiner Jugendfreundin Inga zusammen. Sie wollten sogar heiraten. Der Männerfußball ist bis heute kein einfacher Ort für homosexuelle Menschen. Während im Frauenfußball viele Spielerinnen öffentlich lesbisch sind, gibt es unter den deutschen Fußballprofis bis heute nur eine Person, die sich zu ihrer Homosexualität bekannt hat – und auch sie tat es erst wenige Monate nach dem Ende der aktiven Karriere: Thomas Hitzlsperger. Während seiner Laufbahn im Profifußball war der heute 44-Jährige für die Öffentlichkeit ein heterosexueller Mann. Er führte lange eine Beziehung mit einer Frau. Seine Jugendfreundin Inga wollte Thomas Hitzlsperger auch heiraten. Er war damals 25 Jahre alt, sie drei Jahre älter. Am 7. Juli 2007 sollten sie sich das Jawort geben, die Feier war am Starnberger See im Süden von München geplant, die Einladungen waren bereits verschickt. Doch einen Monat vor der Hochzeit gaben sie auf einmal nach acht Jahren Beziehung ihre Trennung bekannt. Das bestätigte der ehemalige Nationalspieler damals der „Bild“-Zeitung: „Es stimmt, wir sind nicht mehr zusammen. Wir haben diesen Schritt gemeinsam beschlossen, weil es einfach nicht mehr gepasst hat. In den letzten Wochen haben wir uns beide nicht mehr gut gefühlt bei dem Gedanken, dass wir bald heiraten werden.“ „Wir lebten glücklich“ Sieben Jahre sollte es dann noch dauern, ehe Thomas Hitzsperger den Schritt in die Öffentlichkeit wagte und sich im „Zeit“-Magazin als erster prominenter deutscher Fußballer outete. Es sei „ein langwieriger und schwieriger Prozess“ gewesen, sich seiner Sexualität bewusst zu werden. „Erst in den letzten Jahren dämmerte mir, dass ich lieber mit einem Mann zusammenleben möchte“, so der damals 31-Jährige. Seine gemeinsame Zeit mit Ex-Partnerin Inga hielt er jedoch in guter Erinnerung: „Wir lebten glücklich miteinander – eine rundum gute Zeit!“ DFB-Star Kai Havertz : Sie ist die Frau an seiner Seite DFB-Star Deniz Undav : Das ist seine Ehefrau Tanja Thomas Hitzlsperger wollte aus seiner Homosexualität „nicht mein ganzes Leben“ ein Geheimnis machen, „mich verstecken müssen“, sagte er 2024 „tagesschau.de“. Und „weil ich die Diskussion über Homosexualität unter Profisportlern voranbringen möchte“, begründete er in der „Zeit“. Er möchte den Menschen klarmachen, dass man Homosexualität und Profifußball zusammenbringen könne, er selbst sei ein Beispiel dafür. „Und im besten Fall gibt es Nachahmer, Leute, die sagen: Wenn der sich traut, dann traue ich mich auch.“ „Schade“: Nagelsmann äußert sich zu Homosexualität im Fußball Trotz seines mutigen Schrittes ist Thomas Hitzlsperger bis heute der einzige bekannte Fußballspieler Deutschlands, der zu seiner Homosexualität steht. Daher sei in seinen Augen nicht nur Homophobie in der Kabine und unter Fans das Problem. „Wenn Leute sich nach der Karriere nicht trauen, darüber öffentlich zu sprechen, dann zeigt mir das, dass es ein gesellschaftliches Thema ist, dass eine gewisse Angst vorherrscht, anders zu sein und nicht dazuzugehören“, so Thomas Hitzlsperger vor zwei Jahren im Gespräch mit dem „Deutschlandfunk“. Für ihn persönlich sei es der richtige Weg gewesen, sich öffentlich zu outen. „Es wäre schön gewesen, ich hätte mich zu meiner aktiven Zeit getraut. Aber ich habe es später gemacht und auch das hatte eine Wirkung. Ich bin froh über diesen Schritt“, sagte er.