Fußball-WM: Englands Co-Trainer Anthony Barry überrascht bei der WM

England will bei der WM weit kommen. Sportlich lief es aber noch nicht ganz rund – abseits des Platzes dagegen schon. Anthony Barry weicht nicht von der Seite von Thomas Tuchel . Schon beim FC Bayern und zuvor beim FC Chelsea ließ es sich Barry nicht nehmen, als Co-Trainer des Deutschen zu arbeiten. In gleicher Rolle ist er nun für England bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada aktiv – und weiß die große Bühne für sich zu nutzen. Er überzeugt mit seiner Expertise und die Fußballwelt feiert ihn dafür. Der Engländer hat mit seinen Halbzeit-Interviews, die bei dieser Fußball-WM neu eingeführt wurden, die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. In nur ganz kurzer Zeit schafft es Barry, den Zuschauern starke Einblicke zu geben, aber auch scharfe Kritik zu üben, wenn es sein muss. Diskussion um DFB-Star: Was soll Nagelsmann mit ihm machen? WM-Gruppenfinale gegen Panama : Tuchel muss auf Stammspieler verzichten Debatte um DFB-Keeper: Sepp Maier macht Neuer Vorwurf Tuchels Co-Trainer wird zum Star bei der WM 2026 Als Beispiel gilt hier das Spiel gegen Kroatien, als es zur Halbzeit 2:2 stand und Barry die Leistung der Engländer in der ersten Halbzeit als „kompliziert und verwirrend“ bezeichnete. Das Spiel sei von „Angst“ geprägt gewesen. Zudem kritisierte er scharf, dass die Spieler die taktischen Vorgaben missachtet hätten, sie hätten „lange Bälle gespielt, wenn wir kurz hätten spielen sollen, und kurz gespielt, wenn wir lange hätten spielen sollen“. England war zwei Mal in Führung gegangen, hatte aber auch zwei Mal den Ausgleich kassiert. Am Ende aber dennoch 4:2 gewonnen. Im zweiten Gruppenspiel gegen Ghana (0:0) analysierte der ehemalige Mittelfeldspieler, warum es für Englands Stürmer so schwer sei, ein Tor zu erzielen. Ghana stehe einfach „etwa 10 bis 12 Meter tiefer“ als andere Gegner zuvor. „Anthony ist sehr ehrlich und kommt direkt auf den Punkt. Genau so sollte es sein“, beschrieb ihn Englands Verteidiger Nico O’Reilly während der ersten WM-Wochen. „Das braucht man einfach. Wenn man etwas falsch macht oder die Leistung nicht stimmt, ist es genau das Richtige, jemanden zu haben, der einem das offen sagt.“ Tuchels Co-Trainer ist bei England für die Analysen verantwortlich Von Thomas Tuchel hat Barry grünes Licht bekommen für die Halbzeit-Analysen. Er darf offen und ehrlich seine Meinung kommunizieren. „Alle sprechen darüber“, sagte Tuchel. „Ich bin sehr froh, wenn er das in der Halbzeitpause macht – und ich es dann nicht tun muss“, scherzte er vor ein paar Tagen. „Man sieht die Qualität. Er ist ein Top-Trainer. Er ist eine Inspiration. Er spornt mich an, hilft mir und unterstützt mich. Das ist einfach Spitzenniveau“, sagte Tuchel lobend weiter über seinen Co-Trainer. England spielt am Samstagabend (ab 23 Uhr im Liveticker bei t-online) im letzten Gruppenspiel gegen das schon ausgeschiedene Panama. Mit einem Sieg will sich die Tuchel-Elf den Sieg in der Gruppe L sichern.