Deutschlands WM-Aus ist verdient. Dennoch hat die Art und Weise einen mehr als bitteren Beigeschmack. Böse Erinnerungen an 2024 werden wach. Aus und vorbei. Einmal mehr schafft es Deutschland bei einer WM nicht, die selbst gesteckten Erwartungen auch nur ansatzweise zu erfüllen. Die Niederlage gegen Paraguay ist eine Blamage. Ein anderes Wort gibt es dafür nicht. Einmal mehr muss beim DFB alles hinterfragt werden – schonungslos und deutlich. Das Verrückte daran: Es hätte alles anders kommen können. Nämlich dann, wenn es nicht wieder eine Schiedsrichter-Entscheidung gegeben hätte, die einem Skandal gleichkommt. Ähnlich wie vor zwei Jahren bei der Heim-EM gegen Spanien und dem nicht gegebenen Handspiel im Strafraum gegen Marc Cucurella beim Spielstand von 1:1. Was war diesmal passiert? In der 106. Minute traf Jonathan Tah nach einem Eckball zum vermeintlichen 2:1. Kurz darauf meldete sich aber auf einmal der VAR. Es ging um ein angebliches Foul von Waldemar Anton an Paraguay-Keeper Orlando Gill. Was dann passierte, lässt auch den neutralsten Zuschauer fragend zurück. Denn Schiedsrichter Jalal Jayed gab den vermeintlichen Treffer nicht. Deutschland wurde ganz eindeutig ein Tor geklaut. WM 2026 : Jürgen Klopp ist nach deutschem WM-Aus entsetzt DFB-Elf scheidet aus : Rücktritt? Julian Nagelsmann bezieht Stellung Das sah auch der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer im ZDF so: „Für mich ist das kein Foul. Das ist handelsüblich, das kann nie und nimmer ein Foul sein. Die Entscheidung ist absolut nicht nachvollziehbar.“ Sein ehemaliger Kollege Patrick Ittrich stimmte bei Magenta TV mit ein und kritisierte die Intervention des VAR: „Für mich ist das keine klare Fehlentscheidung vom Schiedsrichter.“ Der Video-Schiedsrichter hätte sich also laut Ittrich nicht melden dürfen. Hier wurde Deutschland der Führungstreffer geklaut – und damit das Weiterkommen ins Achtelfinale. Bei allem, worüber man nach dem frühen WM-Aus jetzt diskutieren wird, muss auch über dieses nicht gegebene Tor gesprochen werden. Denn eine solch gravierende Fehlentscheidung in einem solch wichtigen Spiel, darf es einfach nicht geben. Die DFB-Elf musste diese Erfahrung nun schon das zweite Mal innerhalb von zwei Jahren machen.