Formel-1-Fahrer Hülkenberg: «Ein bisschen Neustart»

Nach vier Wochen Pause ist die Formel 1 zurück. In Miami hat sie Regelanpassungen im Gepäck. Nicht jeder Fahrer hält das Maßnahmenpaket für einen großen Wurf. Für Nico Hülkenberg bedeuten die Regeländerungen in der Formel 1 einen Neustart. „Da wurde gute Arbeit geleistet“, meinte der einzige deutsche Pilot in der Motorsport-Königsklasse vor dem Grand Prix von Miami am Sonntag (22.00 Uhr MESZ/RTL und Sky) über Reglementanpassungen etwa für die Qualifikation und die Sicherheit. Es handle sich „ein bisschen um einen Neustart.“ Man werde nun in Erfahrung bringen, wie es „im echten Leben auf dem Asphalt“ sein werde, sagte der Audi-Fahrer weiter. „Ich bin gespannt, wie es sich anfühlen wird.“ Die Formel 1 ist mitten in ihrer ersten Saison der Regelrevolution. Die Autos sind kürzer, schmaler und leichter. Die Fahrer sind während der Rennen zu permanentem Batterie-Management aufgerufen. Die Aggregate beziehen zu gut 50 Prozent Leistung vom Verbrenner und zu fast 50 Prozent aus der Batterie, die wieder geladen werden muss. Auszeit wegen Iran-Krieg „Im Simulator haben sich einige Dinge als besser herausgestellt, bei ein paar Sachen gab es keinen echten Unterschied“, äußerte sich McLaren-Fahrer Oscar Piastri reserviert. „Alleine die Regeländerungen werden die Rangordnung nicht umwerfen, dafür waren die Änderungen einfach zu gering.“ Die Formel 1 hatte aufgrund der wegen des Iran-Kriegs abgesagten Grand Prix in Bahrain und Saudi-Arabien einen Monat Pause. In dieser Phase verständigte sich die Rennserie auf Regeländerungen, nachdem die erste Saisonphase von teils heftiger Kritik der Fahrer am Reglement überschattet war. Von 350 kW auf 150 kW Die Maßnahmen betreffen Qualifikation, Rennen, Starts und feuchte Bedingungen. In der Startplatzjagd etwa wird die Energie-Menge, die von den Fahrern pro Runde maximal wiedergewonnen werden darf, von acht auf sieben Megajoule reduziert. Dadurch sollen die Piloten mehr Vollgas fahren können. Im Rennen zum Beispiel können die Piloten künftig mit dem Boost-Knopf nur noch 150 kW zusätzlich freisetzen. Zuvor waren es 350 kW. Dadurch sollen die Geschwindigkeitsunterschiede beim Überholen reduziert werden, was wiederum die Sicherheit erhöhen soll.