Fußballtrikots seien längst mehr als Sportbekleidung, sagt der Designer. Sie vermittelten Identität und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit. Wie Harald Glööckler die verschiedenen DFB-Trikots bewertet. Modeschöpfer Harald Glööckler hat das aktuelle Aufwärmtrikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft als gelungen und mutig gelobt. „Es ist eine gute Mischung des Designs zwischen Retro und Moderne“, sagte Glööckler der Deutschen Presse-Agentur. Auch das DFB-Heimtrikot sei gelungen: „Edel, klassisch, schlicht.“ Von dem Auswärtstrikot könne er das nicht sagen. „Das spricht mich leider überhaupt gar nicht an.“ Es fehle ihm jeder Bezug zu Deutschland und Fußball. „Die Farbe Blau steht normalerweise für Seriosität, wirkt harmonisch und beruhigend, und man bringt sie automatisch mit Meer und Wasser in Verbindung. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wo da die Verbindung zu Fußball und Kampfgeist und dem Willen zu siegen sein soll“, kritisierte Glööckler. Hinzu kämen die weißen Punkte. „Die sind völlig unnötig und stören das Bild.“ Das Trikot wirke regelrecht einschläfernd. „Ein wunderbarer Schlafanzug.“ Das DFB-Team wird mit dem Auswärtstrikot das dritte Gruppenspiel gegen Ecuador bestreiten. Warum Glööckler das Argentinien-Trikot überzeugt Als positives Gegenbeispiel nannte der Designer das Auswärtstrikot der argentinischen Nationalmannschaft . Dessen geschwungene Ornamente zeigten, wie man mit Blautönen gestalterisch interessant arbeiten könne. Auch das traditionelle argentinische Heimtrikot mit seinen blau-weißen Streifen sei „ein Volltreffer“. Es erinnere unmittelbar an Fußball-Legende Diego Maradona und damit an die erfolgreichsten Zeiten des argentinischen Fußballs. Glööckler sieht darin zugleich den Grund für die andauernde Beliebtheit von Retro-Elementen in der Mode. Diese erinnerten die Menschen an positive Zeiten der Vergangenheit. „Gerade in schwierigeren Zeiten sehnen sich die Menschen nach schönen Momenten und dem Gefühl von Geborgenheit und der Hoffnung, dass alles wieder gut wird. Dabei hilft die Erinnerung an die guten alten Zeiten.“ Trikots im Alltag? Warum nicht? Zugleich suchten viele Menschen nach Vorbildern und einem Gefühl der Zusammengehörigkeit. Das sei aus seiner Sicht auch ein wichtiger Grund dafür, dass Fußballtrikots längst über den Sport hinaus zum Bestandteil des Alltags geworden seien. „Dagegen ist nichts einzuwenden. Warum auch nicht? Wenn es ihnen Spaß macht und guttut – etwas, das Menschen guttut, hat noch nie jemandem geschadet.“