Vogts und Helmer: Aktuelle Spieler zu schnell zufrieden

Der frühere Bundestrainer Berti Vogts fordert, sich vermehrt an anderen Nationen zu orientieren. Ex-Europameister Thomas Helmer hätte gerne einen Weltmeister von 2014 im Umfeld des Nationalteams. Der frühere Bundestrainer Berti Vogts und Ex-Europameister Thomas Helmer haben die Mentalität der aktuellen deutschen Fußballer-Generation kritisiert. Beide monieren, dass die deutschen Kicker derzeit zu schnell und mit zu wenig bereits zufrieden seien. „Wir haben im Moment keine Spieler, die auf höchstem Niveau mithalten können“, schrieb der 79 Jahre alte Vogts in seiner Kolumne für die „Rheinische Post“. „Da müssen wir ansetzen: Warum sind unsere Spieler nicht mehr Weltklasse? Warum sind wir in den Disziplinen hinten dran, die uns früher stark gemacht haben? Die anderen sind schneller, sie sind athletischer, sie können besser kämpfen. Wir haben entscheidende Entwicklungen im internationalen Fußball verpasst, das wird immer deutlicher“, meinte der Europameister-Trainer von 1996 weiter. Helmer fordert Schweinsteiger Helmer warf dem bereits im WM-Sechzehntelfinale am Außenseiter Paraguay gescheiterten Nationalteam vor, nicht alles gegeben zu haben. „Wenn jeder von den aktuellen Spielern an die Leistungsgrenze gegangen wäre – ich bin mir sicher, dann wäre Deutschland noch im Turnier“, sagte der EM-Sieger von 1996 der „Augsburger Allgemeinen“. Der 61 Jahre alte Ex-Profi fordert einen Weltmeister von 2014 im Umfeld des Nationalteams. „Ob das im Trainerteam oder im allgemeinen Stab ist, ist eigentlich egal. Bastian Schweinsteiger etwa hätte den Jungs vielleicht mal erklären können, was es bedeutet, für Deutschland zu spielen und sich da zu zerreißen“, sagte Helmer, der wie Ex-Coach Vogts 1994 dabei war, als das damalige DFB-Team ebenfalls in den USA – und ähnlich enttäuschend wie das jetzige – im WM-Viertelfinale an Bulgarien scheiterte. Vogts will Orientierung an anderen Ländern Vogts wiederum ist dafür, sich künftig an anderen Nationen zu orientieren: „Der Bundestrainer muss nach England fahren, nach Frankreich, nach Südamerika. Er muss schauen: Was wird da anders und vielleicht besser gemacht, was können wir für uns nutzen?“ Seiner Meinung nach müsse es regelmäßige Treffen des Bundestrainers mit den Bundesligatrainern geben, „um eine moderne Analyse des internationalen Fußballs zu machen“. Dazu solle man auch ausländische Nationaltrainer einladen. „Da lernt man mehr als auf Lehrgängen an der Sporthochschule“, schrieb Vogts weiter.