Vor 48 Jahren lief Olaf Beyer über 800 Meter in einer EM-Rekordzeit für die DDR zum Titel. Nun ist der Rekord Geschichte. Ein Ire war minimal schneller. Ein Stück Leichtathletik-Geschichte ist neu geschrieben worden. Vor 48 Jahren hatte Olaf Beyer über 800 Meter in Prag EM-Rekord für die DDR gelaufen – am Mittwoch ist diese Bestmarke gefallen. Der Ire Mark English brach den Rekord im Halbfinale der Europameisterschaften in Birmingham. Der 33-Jährige siegte in 1:43,49 Minuten und war damit 35 Hundertstelsekunden schneller als Beyer 1978 bei seinem Titelgewinn (1:43.84). English, bereits zweimal EM-Bronze-Gewinner, gehört am Donnerstagabend im Finallauf zu den Favoriten auf Gold. In Birmingham: Der Zeitplan der Leichtathletik-EM Nicht im TV zu sehen: Läuferin muss EM-Finale abbrechen – und winkt um Hilfe Der Rekordmann sagte anschließend: „Auf den letzten 100 Metern hatte ich noch Kraftreserven, das ist immer ein gutes Zeichen. Heute ist zwar nur das Halbfinale, aber ich freue mich schon auf das Finale. Und hoffentlich kann ich dem großartigen irischen Publikum im Stadion wieder eine tolle Show bieten.“ English: „Weiß, wozu ich fähig bin“ Für den Finallauf machte English eine Ansage an die Konkurrenz: „Ich habe mich großartig gefühlt, hoffentlich bleibt das bis morgen so. Ich muss einfach auf mich selbst und meine eigenen Fähigkeiten vertrauen, denn ich habe im Training ein paar Dinge geübt, sodass ich weiß, wozu ich fähig bin.“ Mit 33 Jahren ist English in der Form seines Lebens – seine Zeit von 1:42,97, also nochmal eine Sekunde schneller als sein EM-Rekord, ist die beste europäische Zeit in dieser Saison. Gelaufen ist er sie vor wenigen Wochen beim Diamond League Meeting in London. Nun will er seine Medaillensammlung vergrößern. Bei bislang fünf EM-Starts hat er fünf Medaillen gewonnen – zwei Bronzemedaillen im Freien (2014 und 2022) und dreimal Edelmetall in der Halle (Bronze je 2019 und 2025 sowie Silber 2015).