WM 2026 | Robin Gosens: Das unterscheidet Nagelsmann von Flick und Löw

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Robin Gosens wurde nicht für das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko nominiert. Er erinnert sich an eindringliche Worte des Bundestrainers. Wenn heute mit dem Eröffnungsspiel Mexiko gegen Südafrika die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 startet (ab 21 Uhr im Liveticker bei t-online), dann wird Robin Gosens genau hinschauen. Der 31-Jährige ist beim Turnier für die ARD als Experte im Einsatz, wird gemeinsam mit Lea Wagner und Malte Völz die Sendungen aus dem WM-Studio in Köln analysieren. In den WM-Kader von Bundestrainer Julian Nagelsmann hat er es nicht geschafft. Im Interview mit t-online erklärt er, warum er einen besonderen Traum trotzdem nicht aufgibt, warnt vor einer großen Gefahr – und erzählt von einem enttäuschenden Telefonat. t-online: Robin Gosens, Sie haben es zum zweiten Mal in Folge nicht in den deutschen Kader für ein großes Turnier geschafft. Ihr letztes Länderspiel datiert vom Juni 2025. Was ist passiert? Ich habe nicht so sehr gehofft und gebangt wie noch vor der EM 2024. Damals war ich guter Dinge und im Vorfeld auch wirklich überzeugt, dass ich dabei sein würde. Das war dieses Jahr anders aufgrund der schwierigen Saison im Verein. Sie standen mit der AC Florenz lange auf einem Abstiegsplatz, konnten sich erst im letzten Saisondrittel retten. Persönlich hatten Sie auch mit Verletzungen zu kämpfen. Das war auch auf mentaler Ebene sehr anstrengend. Und dann kam eben auch noch ein sehr enttäuschendes Telefonat mit dem Bundestrainer dazu, in dem er mir für die WM abgesagt hat. Wie ist die Kommunikation mit Julian Nagelsmann abgelaufen? Sie waren über die Saison wiederholt in Kontakt? Ja, der Austausch war natürlich da. Im entscheidenden Gespräch hat er mir dann gesagt, dass es David Raum und Nathaniel Brown in der vergangenen Saison sehr gut gemacht haben, und ich zwar ein ordentliches Jahr hatte, es aber einfach nicht konstant genug war. Nichts, was man unbedingt gerne hört. Aber er hatte recht. Ich habe einfach nicht regelmäßig auf dem Niveau gespielt, das mich dafür qualifiziert hätte, auf den WM-Zug aufzuspringen. Wie geht man mit so einer Nachricht um? Es tut immer weh, so eine definitive Absage zu bekommen, auch wenn es die Wahrheit ist. Man lebt doch schließlich für solche Träume. Eins darf man dabei aber nicht vergessen: Für den Bundestrainer sind solche Gespräche ja auch nicht einfach und kein Vergnügen. Den offenen Austausch mit ihm schätze ich sehr. Ein anderes Gespräch aber ist viel schwieriger. Welches? Das Gespräch mit sich selbst. Sich selbst einzugestehen: Dieses Jahr wird es wahrscheinlich nicht reichen. Aber es bringt auch nichts, sich selbst etwas vorzumachen, sich selbst anzulügen. Dann ist die Enttäuschung wahrscheinlich noch größer. Ich bin da mittlerweile realistisch genug, meine Leistung einschätzen zu können. Trotzdem lasse ich es mir gleichzeitig nicht nehmen, zu träumen. Ein schwieriger Spagat. Aber für mich absolut Teil meines Wesens. Ich ziehe Motivation daraus, den Glauben nicht aufzugeben. Da mögen manche sagen: Der Gosens hat doch nicht mehr alle Tassen im Schrank – aber so ticke ich nun mal (lacht). Schließlich geht es um die WM, das Größte für jeden Fußballer. Auch in der Berichterstattung rund um die Kadernominierung fiel Ihr Name zuletzt höchst selten. Haben Sie sich ein wenig vergessen gefühlt? Ich glaube, das liegt in erster Linie daran, dass ich im deutschen Fußball noch nie so präsent war wie andere, trotz meines einen Jahres bei Union Berlin . Sie sprechen Ihren ungewöhnlichen Werdegang an. Genau. Ich war und bin den Großteil meiner Karriere im Ausland unterwegs, erst in den Niederlanden, dann in Italien. In Deutschland wird eben nicht so umfangreich über die Eredivisie oder die Serie A berichtet. Sie haben die DFB-Elf noch nicht aufgegeben? Nein. Auch, weil Julian Nagelsmann mir das so gesagt hat. Er meinte, dass er mich, auch wenn ich jetzt nicht dabei bin, als Menschen und Spieler schätzt, und wenn ich in der kommenden Saison meine Leistung bringe, es wieder anders aussehen kann. Das hat mir sehr imponiert. Solange der Bundestrainer das zu mir sagt, werde ich immer an meinem Traum festhalten. In Ihrer bisherigen Nationalmannschaftskarriere haben Sie für Joachim Löw , Hansi Flick und nun Nagelsmann gespielt – wie vergleichen Sie den aktuellen Bundestrainer mit seinen beiden Vorgängern? Alle drei sind grundverschiedene Menschen. Drei Top-Trainer mit unterschiedlichen Ansätzen. Jogi Löw und Hansi Flick sind als empathische Menschen enorm stark in der Menschenführung, im Umgang mit ihren Spielern. Julian ist in seiner Trainingsarbeit und mit seiner innovativen Art und Weise, eine Mannschaft einzustellen und auf das Spiel vorzubereiten, hochmodern. Wahrscheinlich auch einen Tick moderner, als es Jogi Löw oder auch Hansi Flick zumindest zu ihrer Zeit als Bundestrainer waren. Nagelsmann ist auch Vertreter einer neuen Trainergeneration. Und das merkt man. Er stellt seine Spieler in jedem Training vor große Denkaufgaben, und das finde ich unglaublich inspirierend und beeindruckend. Man kann sich bei ihm nie ausruhen. In meiner Karriere habe ich schon viele Trainings bestritten, in denen ich zwar körperlich gefordert wurde, aber nicht geistig. Das wäre bei Julian unmöglich. Ist das seine große Stärke? Ja. Und die Öffentlichkeit bekommt ja auch nicht alles mit, was er in der täglichen Arbeit mit der Mannschaft noch so alles macht. Er schafft es, dass im Team eine unglaubliche Harmonie herrscht – und deshalb bin ich auch sehr optimistisch für die WM. Was trauen Sie der deutschen Elf zu? Viel – wenn alles zusammenkommt. Ein ganz schön großes „wenn“ … Wir müssen uns ja nichts vormachen. Die Mannschaft muss über ihr Limit gehen, wenn sie am Ende den WM-Pokal in ihren Händen halten will. Vielleicht auch mal glücklich gewinnen. Wenn das alles so zusammenkommt, kann es weit gehen. Was stimmt Sie optimistisch, dass es so kommt? Ich habe mit fast allen Spielern, die nun nominiert sind, schon mal in der Nationalelf auf dem Platz gestanden. Ich weiß, wie sie ticken, wie sie untereinander, miteinander agieren. Die können alle gut miteinander, das ist eine intakte Mannschaft, sowohl spielerisch als auch charakterlich. Das ist schon mal die Basis für den Erfolg. Und wenn dann auch noch jeder an sein Leistungsmaximum geht, bin ich davon überzeugt, dass es eine sehr gute WM werden kann. Man merkt Ihnen an, dass Sie stets sowohl als Fußballprofi als auch als Fan sprechen. Im Vorfeld des Turniers gibt es scharfe Kritik an den Ticketpreisen, an der „Fanfreundlichkeit“ der WM. Wie verfolgen Sie die Debatte? Wenn Menschen der Zugang zu einer WM nicht möglich ist, weil sie sich schon die Tickets finanziell nicht leisten können, kommt der Fußball in eine gefährliche Situation. Welche Gefahr sehen Sie? Ich befürchte, dass sich der Fußball dadurch weiter entfernt von den Menschen. Die Fifa verliert dadurch ihre Basis aus den Augen. Und das sollte uns Sorgen machen. Dieser Sport lebt von seinen Fans, von ihren Emotionen. Das muss unbedingt so bleiben. Wir dürfen nicht riskieren, dass viele Zuschauer durch hohe Preise ausgesperrt werden. Sie haben sich selbst einmal als „hoffnungslosen Fußballromantiker“ bezeichnet. Wie blickt ein „hoffnungsloser Fußballromantiker“ denn insgesamt auf die WM in den USA, Kanada und Mexiko? Natürlich verfolge ich die Nachrichten und bin immer up to date, was die neuesten Entwicklungen angeht. Ich bin aber kein Politiker oder überhaupt nur politikaffin. Ich kann das nur aus der Sicht eines Fußballers betrachten. Und? Das, was ich an diesem Sport so sehr liebe, ist die Tatsache, dass er die Kraft hat, Kulturen und Völker miteinander zu verbinden. Und genau deshalb liebe ich auch die WM so viel mehr als alles andere. Durch so ein Turnier kommen uns doch auch andere Kulturen näher, ob es jetzt Curaçao, Kap Verde oder Usbekistan ist. Durch ihr Spiel auf dem Platz, durch die Fans auf der Tribüne. Das ist die große Chance, die auch diese WM wieder hat, und ich wünsche mir, dass sie genutzt wird in unserer aktuellen Zeit. Was genau erhoffen Sie sich? Dass man dieses Gefühl der Gemeinschaft, der Verständigung auch wieder auf die „normale Welt“ überträgt. Dass diese Freude auch nicht durch die aktuelle Weltlage getrübt wird, sondern diese im Gegenteil beeinflusst. Das wäre schön. Und ja, da spricht gerade wirklich der Fußballromantiker aus mir (lacht). Ich bin nun mal hoffnungslos verliebt in diesen Sport.

Klausel-Hammer: FIFA beschließt Transfer-Revolution

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In Mexiko-Stadt steigt am heutigen Donnerstag nicht nur das WM-Eröffnungsspiel, auch die FIFA-Verantwortlichen traten in Mexikos Hauptstadt zu einer Sitzung zusammen. Das Ergebnis ist ein echter (…)

England vor der WM: Thomas Tuchel geht mit Kader hohes Risiko ein

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Acht Siege, kein Gegentor in der Qualifikation und ein gefühlt endlos tiefer Kader: England strotzt vor der WM nur so vor Kraft – wäre da nicht dieser eine Fluch, den ausgerechnet ein deutscher und nicht unumstrittener Trainer besiegen soll. England kommt mit einer makellosen Qualifikation zur WM 2026 : acht Spiele, acht Siege, 22:0 Tore. Der deutsche Trainer Thomas Tuchel hat dem Team seit seinem Start im Januar eine neue Struktur verordnet und schöpft aus einem schier endlosen Reservoir an talentierten und erfahrenen Spielern. Überschlägt man grob, hat Tuchel vermutlich die Auswahl zwischen 50, vielleicht 60 potenziellen WM-Fahrern gehabt, von denen viele bei den meisten anderen Teilnehmerländern absolute No-Brainer gewesen wären. Wer die Wahl hat, hat die Qual – und hinterher den Erklärungsbedarf. Mit der Bekanntgabe des 26er-Kaders polarisierte Tuchel folgerichtig. Er ließ ein gutes halbes Dutzend Topstars wie Cole Palmer (Chelsea), Phil Foden (Manchester City), Trent Alexander-Arnold (Real Madrid) und Harry Maguire (Manchester United) zu Hause, die Boulevardpresse und Social Media schäumten. Tuchel selbst bemühte sich, unbeeindruckt zu wirken: „Ich fühle mich erleichtert und bin bereit, loszulegen“, sagte er zur Kadernominierung. Er könne das Turnier kaum erwarten. Nicht lange warten muss Tuchel auch, sollte sein Team in der Vorrunde in Schwierigkeiten kommen oder gar früh ausscheiden. Als Nationaltrainer, der aus dem Land des absoluten Erzrivalen stammt, steht er unter schärfster Beobachtung und hiohem Druck: Seit 1966 wartet England sehnsüchtig auf den zweiten WM-Sieg und schlägt sich alle vier Jahre selbst. Sollte das wieder geschehen, wird Fußball-England nichts lieber tun, als die schuld daran einem deutschen Übungsleiter in die Schuhe zu schieben. Schone deshalb ist Tuchel mit der Nominierung und seinen unpopulären Entscheidungen ins Risiko gegangen: Ein gefährliches Spiel neben dem Platz. Sportlich gibt es derweil wenig zu beanstanden bei den Three Lions : Mit Harry Kane vorneweg lieferte England meist die gewünschten Ergebnisse. Die Frage ist eher, wie stabil die Mannschaft bleibt, wenn es eng wird. Und das könnte es auch in der WM-Gruppe L werden. So hat sich England für die Weltmeisterschaft qualifiziert Die englische Nationalmannschaft gewann die Uefa-Qualifikationsgruppe K ohne Punktverlust und ohne Gegentor. Der Weg war souverän, aber nicht frei von Warnsignalen. Zum Auftakt besiegte die Mannschaft Albanien (2:0) und Lettland (3:0). Beide Spiele zeigten bereits ein Muster: viel Ballbesitz, hohe Passsicherheit – aber gegen tief stehende Gegner tat sich Tuchels Team schwer. Besonders das 1:0 in Andorra im Juni geriet zu einer zähen Angelegenheit, bei der England lange nach Lösungen suchte. Der Wendepunkt der Qualifikation folgte auswärts in Serbien. Beim 5:0-Sieg im September trat England erstmals dominant gegen einen physisch starken Gegner auf , kombinierte hohes Pressing mit schnellem Umschaltspiel und klarer Strafraumbesetzung. Dieses Spiel galt intern als Maßstab. Zum Abschluss gewann England auch in Albanien (2:0). Tuchel sprach danach von einer „perfekten Qualifikation“, betonte aber zugleich, dass Perfektion im Nationalmannschaftsfußball eine Illusion sei. Das sind Englands Gegner bei der WM 2026 England spielt in der Gruppe L gegen Kroatien, Ghana und Panama . Kroatien – 17. Juni, Arlington (Texas), 22 Uhr (MESZ): Kroatien ist der stärkste Gegner der Gruppe – und für England emotional aufgeladen. Das WM-Halbfinale 2018 ging gegen die Kroaten verloren. Auch 2026 bringt Kroatien enorme Turniererfahrung mit, vor allem im Zentrum. Das Team versteht es, das Tempo zu kontrollieren und Spiele lange offenzuhalten. Gefährlich sind vor allem die Standardsituationen. Ghana – 23. Juni, Foxborough (Massachusetts), 22 Uhr (MESZ): Ghana kann England vor allem Athletik, Tempo und direktes Spiel nach vorn entgegensetzen. Das Team qualifizierte sich in Afrika souverän für die WM und verfügt über mehrere schnelle Offensivspieler. Chancen dürften sich für Ghana vor allem dann ergeben, wenn die Mannschaft früh presst, zweite Bälle gewinnt und Umschaltsituationen erzwingt. Panama – 27. Juni, East Rutherford (New Jersey), 23 Uhr (MESZ): Panama ist der Außenseiter der Gruppe. Die Mannschaft tritt diszipliniert und physisch robust auf und sucht selten längere Ballbesitzphasen. Das liegt dem Team von Thomas Tuchel nicht immer. Hält Panama die Partie lange offen, könnten die „Three Lions“ nervös werden. Eigentlich aber sollten die Mittelamerikaner kein Prüfstein sein. England trägt alle Gruppenspiele in den USA aus. Nach der Auftaktpartie in Texas bleibt das Team an der Ostküste. Was die Reisestrapazen angeht, hätte es schlimmer kommen können. Das sind Englands wichtigste Spieler Harry Kane (FC Bayern München , Marktwert circa 60 Millionen Euro): Er traf in der Qualifikation achtmal und ist Zielspieler, Fixpunkt und Torgarant. Mehr als ein Drittel der englischen Tore erzielte Kane. Seine Abschlussstärke aus allen Lagen und seine Präsenz bei Standards machen ihn unverzichtbar. Er arbeitet auch nach hinten mit und setzt Mitspieler offensiv in Szene. Der Kapitän ist Leader und Vorbild zugleich und absolut unersetzlich. Declan Rice (FC Arsenal, Marktwert circa 120 Millionen Euro): Rice ist das taktische Fundament der Mannschaft. Er sichert das Zentrum, leitet Umschaltmomente ein und ist Englands wichtigster Verbindungsspieler zwischen Defensive und Offensive. Und er ist trotzdem torgefährlich: Ein Tor und vier Assists in der WM-Qualifikation sprechen eine deutliche Sprache. Jude Bellingham (Real Madrid, Marktwert circa 130 Millionen Euro): Bellingham prägt Englands Dynamik im Mittelfeld, geht gerne mit in die Spitze und sucht den Weg zum Tor. Tuchel fordert von ihm mehr Positionsdisziplin. Der Konflikt zwischen den beiden spitzte sich zu, als sich Bellingham mehrmals auf der Bank wiederfand und das nicht besonders positiv aufnahm : eine Situation, die für Spieler und Trainer nicht ungefährlich sein könnte. Jordan Pickford (FC Everton, Marktwert circa 13 Millionen Euro): Von Englands Nummer Eins zwischen den Pfosten hängt viel mehr ab als von den wirklichen Superstars der „Three Lions“. Pickford ist ein solider Torwart, nicht halb so wackelig wie viele seiner Vorgänger im Nationaltrikot. Unumstritten ist er dennoch nicht: Zuletzt schenkte er dem erst 16-jährigen Max Dowman von Arsenal den Titel „jüngster Torschütze in der Premier League aller Zeiten“, als er kurz vor Schluss übereifrig im gegnerischen Strafraum umherirrte und nach einer abgeblockten Flanke die Orientierung verlor. Der junge Dowman sagte „Thank you“, sprintete alleine auf Pickfords verwaisten Kasten zu und staubte ab. Solche Szenen haben England-Fans immer im Kopf, wenn Pickford in Aktion tritt. Eberechi Eze (FC Arsenal, Marktwert circa 65 Millionen Euro): Der gebürtige Nigerianer ist ein Spätberufener, der erst 2023 erstmals für die „Three Lions“ im Seniorenbereich auflief. In der Qualifikation traf er dreimal. Eze ist mit seinen Dribblings, Tempowechseln und seiner Unberechenbarkeit Tuchels Antwort auf kompakte Defensivreihen. Manche Experten halten ihn für die spannendste Personalie im mit Stars gespickten Kader. Im Champions-League-Finale scheiterte er für Arsenal allerdings im Elfmeterschießen vom Punkt. Man könnte spotten: Ein Engländer eben. Das ist der Trainer: Thomas Tuchel soll es richten Thomas Tuchel hatte England Anfang 2025 übernommen und wurde sofort zur zentralen Figur der öffentlichen Debatte. Ein Nationaltrainer der „Three Lions“ aus dem Land des absoluten Erzrivalen Deutschland: Das führte zu hitzigen Diskussionen . Ab dem Moment seines Amtsantrittes stand Tuchel unter massivem Druck, obwohl er als Champions-League-Sieger und ehemaliger Trainer von Bayern München, Chelsea und Paris Saint-Germain ein internationales Renommee mitbrachte, das kein Kandidat aus dem Mutterland des Fußballs hätte vorweisen können. In der Öffentlichkeit wird Tuchel als nüchterner Antreiber wahrgenommen, weniger als Charismatiker. Die englischen Fans respektieren ihn, aber sie lieben ihn nicht. Auch mit seiner kritischen Haltung gegenüber Superstar Jude Bellingham machte sich Tuchel angreifbar. Medien und Experten loben vor allem seine Klarheit: Rollen, Hierarchien und Erwartungen sind klar definiert. Sportlich ist sein Einstand bislang erfolgreich. Die gelungene Qualifikation verschaffte ihm Rückhalt – zugleich wächst die Erwartung, dass Tuchel England auch taktisch auf das nächste Niveau hebt. Der Maßstab ist nicht die Vorrunde, sondern was danach kommt. Eigentlich muss der Titel her, sonst könnten die Diskussionen um Tuchel wieder aufflammen. Spielsystem und Taktik Unter Gareth Southgate spielte England meist in einem flexiblen, aber vorsichtigen System – häufig mit Dreierkette, tiefem Block und starker Absicherung. Kontrolle stand oft über Risiko, was England zwar stabil, aber in entscheidenden Spielen berechenbar machte. Tuchel hat diesen Ansatz verändert. England spielt nun überwiegend aus einer Viererkette, mit klar definierten Rollen im Mittelfeld: Ein Sechser (vorwiegend Declan Rice) sichert ab, ein Achter spielt streng von Strafraum zu Strafraum, ein Zehner fungiert als zurückhängender oder eingerückter Offensivspieler hinter Mittelstürmer Kane. Im Aufbau kippt situativ ein Innenverteidiger ins Mittelfeld, wodurch flexible Formationen wie ein 3-2-4-1 oder ein 4-1-4-1 entstehen. Entscheidend ist dabei das Gegenpressing: England soll nach Ballverlusten sofort attackieren, statt sich zurückzuziehen. Der größte Unterschied zur Southgate-Ära liegt im Mut zum Tempo. Tuchel fordert vertikale Läufe, frühe Abschlüsse und Präsenz im Strafraum. Gleichzeitig bleibt das System stabil – Risiko ja, Kontrollverlust nein. Spannend wird auch, ob die Engländer wieder einmal ihrem ganz großen Trauma zum Opfer fallen: dem Elfmeterschießen. So hat England bisher bei Weltmeisterschaften abgeschnitten England wurde 1966 Weltmeister – es blieb bis heute der einzige WM-Titel. Seit dem Triumph (4:2 gegen Deutschland) kursiert bis heute eine Geschichte, die in England als „Fluch von 1966“ berüchtigt ist: Der brasilianische Autor und Journalist Nelson Rodrigues soll den „Three Lions“ nach dem WM-Sieg vorher gesagt haben, dass sie niemals wieder den Weltpokal gewinnen würden. Rodrigues kritisierte seinerzeit in einer Kolumne in der brasilianischen Zeitung „O Globo“ den seiner Meinung nach seelenlosen Spielstil der Engländer bei diesem Turnier und warf Spielern und Fans „Arroganz“ vor. Bislang hat er recht behalten: Sportlich ist Englands WM-Bilanz seitdem ein jahrzehntelanger Marathon, knapp am großen Titel vorbei. 2018 erreichte England das WM-Halbfinale und scheiterte dort an Kroatien. Unter Tuchels Vorgänger Southgate verlor England zudem zuletzt zwei EM-Endspiele nacheinander – für Abergläubische der Beleg, dass der Fluch sogar auf andere Turniere übergreift. Von Tuchel und seinem Über-Kader wird nicht weniger verlangt, als diesen Fluch endlich zu brechen. Warum eigentlich „Three Lions“? Der Spitzname „Three Lions“ bezieht sich auf das Emblem des englischen Fußballverbands. Die drei Löwen sind seit dem 19. Jahrhundert Symbol des englischen Nationalteams und gehen auf ein historisches Wappenmotiv Englands zurück. Im Fußball stehen die viel und laut besungenen „Three Lions“ für Stolz, Tradition und Anspruch – aber auch für die Last der Geschichte. Jede Generation wird daran gemessen, ob sie diesem Symbol gerecht wird.

Portugal bei WM 2026: Cristiano Ronaldo ist Problem und Lösung zugleich

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Cristiano Ronaldo ist auch mit 41 Jahren und noch immer das Zentrum der portugiesischen Nationalmannschaft. Doch sein Titelfenster schließt sich. Das wirft Fragen auf. Ein 41-Jähriger, der noch einmal eine Fußball-WM spielen will? Bei jedem normalen Fußballer würde man milde lächeln und ihm einen Platz auf der Fernsehcouch empfehlen. Aber Cristiano Ronaldo ist kein normaler Fußballer. War er nie. Bei der WM 2026 wird er noch einmal für Portugal auflaufen. Er selbst betont, dafür körperlich topfit zu sein, und seine zig Oben-ohne-Fotos in den sozialen Netzwerken geben ihm recht. Die große Frage ist, in welcher Rolle der gestählte Greis in Nord- und Mittelamerika für sein Land antritt und ob die Rolle, die er sich vorstellt, auch die ist, die seinen Teamkollegen hilft. Portugals Mannschaft hat sich in Ronaldos sehr langem Karriereherbst spürbar verändert: Das Spiel wird inzwischen vom Mittelfeld aus gelenkt, ist weniger auf den Strafraumstürmer zugeschnitten, der Ronaldo heute ist. Passmaschine Vitinha gibt den Takt vor, Bruno Fernandes und Bernardo Silva assistieren. Die Seleção wirkt reifer, balancierter – doch sie bleibt an der Frage hängen, wie viel Raum Ronaldo noch einnehmen darf, ohne die Dynamik zu bremsen. So hat sich Portugal für die Weltmeisterschaft qualifiziert Portugal schaffte über die europäische Qualifikationsgruppe F den Sprung zur WM 2026. Die Gruppe war ausgeglichen, aber ohne große Gegner besetzt – mit Irland, Griechenland, Finnland und Gibraltar. Gerade das machte viele Spiele unangenehm: wenig Raum, das erfordert viel Geduld, kaum offene Duelle. Auffällig war die Niederlage gegen Irland. Portugal kontrollierte die Partie über weite Strecken, fand aber kaum Wege, Torchancen zu kreieren, und zeigte sich defensiv verwundbar. Dieses Spiel legte ein Muster offen: Dominanz ja, Durchschlagskraft nicht immer. Portugal tat sich gegen tief stehende Gegner schwer, das Tempo konstant hochzuhalten. Die Qualifikation verlief dennoch erfolgreich. Das sind Portugals Gegner bei der WM 2026 In der Gruppe K trifft Portugal auf Kolumbien, Usbekistan und Demokratische Republik Kongo. Das wird entweder die Demokratische Republik Kongo sein, Jamaika oder WM-Neuling Neukaledonien. DR Kongo – Houston, 17. Juni, 19 Uhr (deutsche Zeit): Die Nationalmannschaft der Demokratischen Republik Kongo, die „Leoparden“, hat sich unter Trainer Sébastien Desabre eindrucksvoll für die WM 2026 qualifiziert und besticht durch eine extrem physische Spielweise in der Defensive mit Kapitän Chancel Mbemba und eine brandgefährliche Offensive um Stürmerstar Yoane Wissa. Usbekistan – Houston, 23. Juni, 19 Uhr (deutsche Zeit): Usbekistan hat in der asiatischen Qualifikation unter anderem Saudi-Arabien und China hinter sich gelassen. Viele Spieler stehen in Russland, Japan oder Südkorea unter Vertrag. Der größte Star ist der Trainer: Italiens Abwehrlegende Fabio Cannavaro. Die Mannschaft verteidigt diszipliniert, steht kompakt und versucht, Spiele möglichst lange offenzuhalten. Kolumbien – Miami, 28. Juni, 1.30 Uhr (deutsche Zeit): Kolumbien ist die härteste Nuss in der Gruppe und ein echter Prüfstein. Mit Spielern wie Luis Díaz vom FC Bayern München , Kapitän James Rodríguez oder Rafael Borré (ehemals Eintracht Frankfurt) steht Top-Qualität aus europäischen Topligen auf dem Platz. Für Portugal ist dieses Spiel der Maßstab – sportlich wie mental. Alle Spiele finden in den Südstaaten der USA statt; für Ronaldo und Co. dürfte das eine angenehme Klimazone sein, denn in Houston ist das Stadion komplett klimatisiert. Gleich zweimal hintereinander darf das Team dort ran. Das sind die wichtigsten Spieler Portugals Cristiano Ronaldo (Al-Nassr, Marktwert noch ca. 12 Millionen Euro): Ronaldo ist die prägendste Figur der portugiesischen Fußballgeschichte. Im Strafraum ist er noch immer gefährlich, davon weiß seit der Nations League im vergangenen Jahr auch die deutsche Nationalmannschaft ein Lied zu singen. Außerhalb davon aber ist er zunehmend limitiert. Portugals Spieltempo steigt ohne ihn. Auch die Arbeit gegen den Ball ist weniger intensiv. Seine Rolle wird der zentrale Balanceakt für Nationaltrainer Roberto Martinez. Bruno Fernandes (Manchester United, Marktwert ca. 55 Millionen Euro): Bruno Fernandes ist der Antreiber der Portugiesen. Er sucht vertikale Lösungen, Abschlüsse aus der zweiten Reihe und übernimmt Verantwortung, wenn Spiele kippen. Mit Manchester United ging es zuletzt für ihn wieder aufwärts. Vitinha (Paris Saint-Germain, Marktwert ca. 55 Millionen Euro): Vitinha ist das taktische Zentrum der Seleção. Er fordert permanent den Ball, lenkt das Tempo und gibt dem Spiel Struktur. Beim Champions-League-Sieger gereift, gilt er als einer der besten Sechser der Welt. Bernardo Silva (Manchester City, Marktwert ca. 60 Millionen Euro): Silva verbindet die Mannschaftsteile. Er hält die Bälle auch unter Druck, zieht Gegenspieler aus ihren Positionen und hält das Spiel der Portugiesen stabil. Sein Einfluss ist größer, als seine Statistiken es nahelegen. João Neves ( Paris Saint-Germain, Marktwert ca. 60 Millionen Euro): Neves ist der Aufsteiger im Mittelfeld: laufstark, aggressiv, torgefährlich. Auffällig: Bei Standards übernimmt er zunehmend Verantwortung, auch bei Freistößen, sofern Ronaldo sie nicht für sich beansprucht. Der Generationenwechsel zeigt sich hier im Detail. Das ist der Trainer: Roberto Martínez war in Belgien gescheitert Roberto Martínez ist kein Lautsprecher, eher ein stiller Arbeiter. Als Nationaltrainer Belgiens stand er jahrelang an der Seitenlinie einer der talentiertesten Generationen Europas, mit Spielern wie Eden Hazard, Kevin De Bruyne oder Romelu Lukaku. Trotz dieser überragenden Qualität gewann Belgien unter Martínez keinen Titel, schaffte es 2018 aber ins Halbfinale. Bei der WM 2022 wirkte das Team taktisch erstarrt und mental leer. Martínez hat daraus gelernt. Er spricht viel mit den portugiesischen Spielern, erklärt Entscheidungen, lässt Raum für Diskussion. Kritiker werfen ihm vor, zu nachsichtig zu sein. Seine Unterstützer loben, dass er so versucht, eine Mannschaft mit starken Persönlichkeiten wie Ronaldo, Bruno Fernandes oder Bernardo Silva zusammenzuhalten. Martínez steht unter Druck: Diese WM entscheidet auch über seinen Ruf als Nationaltrainer. Spielsystem und Taktik Portugal spielt unter Martínez nicht spektakulär, eher seriös. Martínez bevorzugt flexible Grundordnungen, meist ein 3-2-4-1 oder ein asymmetrisches 4-3-3, in dem Linksverteidiger Nuno Mendes viele Freiheiten nach vorne bekommt. Entscheidend ist das Zentrum. Vitinha lässt sich immer wieder zwischen die Innenverteidiger fallen, um das Spiel anzukurbeln. Davor bewegen sich Bruno Fernandes und Bernardo Silva, suchen Überzahlsituationen und kurze Passdreiecke. Am Ende lauert Cristiano Ronaldo. Der Ball soll laufen, nicht getragen werden. Portugals Stärke liegt im ersten und zweiten Kontakt, im schnellen Freispielen unter Druck. Gefährlich wird es, wenn das Tempo stockt. Dann kreist das Spiel um den Strafraum, Flanken ersetzen Durchbrüche, es wird „handballähnlich“. Der überaus selbstbewusste Cristiano Ronaldo wird dann zum totalen Fixpunkt und ist damit Lösung wie Problem zugleich. Der Megastar liebt dieses Spiel, aber es macht Portugal unbeweglich und leicht ausrechenbar. So hat Portugal bisher bei Weltmeisterschaften abgeschnitten Portugal ist Stammgast bei den WM-Endrunden. Der dritte Platz 1966 mit dem legendären Eusébio war der größte Erfolg, im Halbfinale stand 2006 mit Cristiano Ronaldo, Luís Figo und Deco der vielleicht stärkste Kader der portugiesischen Fußballgeschichte. Danach folgten viele Enttäuschungen. Vor allem an Deutschland hat Portugal böse Erinnerungen. 2006 ging das kleine Finale gegen die Mannschaft von Jürgen Klinsmann verloren. 2014 wurde die Seleção zum Auftakt mit 0:4 vorgeführt – ein Spiel, das sinnbildlich für eine Generation stand, die große Namen hatte, aber keine Balance. Auch 2018 schied Portugal früh aus. Die Geschichte dieser Mannschaft ist eine Geschichte verpasster Momente. Warum eigentlich „Seleção“? „Seleção“ bedeutet schlicht „Auswahl“. Der Begriff ist bewusst nüchtern. Er verzichtet auf Pathos und Mythos und beschreibt den Anspruch, die besten Spieler eines Landes zusammenzuführen, unabhängig von Alter, Status oder Vergangenheit. Ausgerechnet an Cristiano Ronaldo scheiden sich diesbezüglich die Geister: Nicht zuletzt nach seiner Roten Karte im WM-Qualifikationsspiel gegen Irland wurde wieder Kritik an ihm laut.

Türkei: Alle WM-Spiele in Gruppe D mit USA, Paraguay und Australien

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Bei der Fußball-WM 2026 werden erstmals drei Länder das Turnier austragen. Mit 48 Teams wird es die bis dato größte Fußball-Weltmeisterschaft aller Zeiten. Diese Teams treffen in Gruppe D aufeinander. Vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 findet die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko statt. Die Auslosung der zwölf Gruppen der Gruppenphase hierzu fand am 5. Dezember 2025 in Washington, D.C. statt. In Gruppe D werden sich dabei USA, Paraguay, Australien und die Türkei gegenüberstehen. Bitte beachten Sie, dass es sich bei den Terminen und Anpfiffzeiten um die Spielzeiten mitteleuropäischer Zeit handelt, nicht um die Ortszeit. Wann und wo die Teams aufeinandertreffen, erfahren Sie hier. Samstag, 13. Juni 2026: 03 Uhr: USA – Paraguay (Los Angeles, Kalifornien) 06 Uhr: Australien – Türkei (Vancouver, Kanada) Freitag, 19. Juni 2026: 06 Uhr: Türkei – Paraguay (San Francisco, Kalifornien) 21 Uhr: USA – Australien (Seattle, Washington) Freitag, 26. Juni 2026: 04 Uhr: Türkei – USA (Los Angeles, Kalifornien) 04 Uhr: Paraguay – Australien (San Francisco, Kalifornien) WM-Gruppen im Überblick Gruppe A: Mexiko, Südkorea, Südafrika, Tschechien Gruppe B: Kanada, Schweiz, Katar, Bosnien & Herzegowina Gruppe C: Brasilien, Marokko, Schottland, Haiti Gruppe D: USA, Australien, Paraguay, Türkei Gruppe E: Deutschland, Ecuador, Elfenbeinküste, Curaçao Gruppe F: Niederlande, Japan, Tunesien, Schweden Gruppe G: Belgien, Iran, Ägypten , Neuseeland Gruppe H: Spanien, Uruguay, Saudi-Arabien, Kap Verde Gruppe I: Frankreich, Senegal, Norwegen, Irak Gruppe J: Argentinien, Österreich, Algerien, Jordanien Gruppe K: Portugal, Kolumbien, Usbekistan, DR Kongo Gruppe L: England, Kroatien, Panama , Ghana Für die WM-Endrunde werden Ihnen bei t-online wieder Liveticker zur Verfügung stehen. Wer die Partien im TV übertragen wird, ist noch offen. ARD und ZDF werden jedoch 60 der 104 Spiele des Turniers live zeigen. Bei der Telekom mit ihrem Streamingdienst Magenta TV können Sportbegeisterte alle WM-Spiele sehen.

Überraschung: Freiburg holt neuen Stürmer

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Der SC Freiburg treibt die Kaderplanung weiter voran. Ein neuer Mann für den Sturm wechselt aus Belgien in den Breisgau.Mit Rihito Yamamoto (24/VV St. Truiden) und Mio Backhaus (22/SV Werder) hat der (…)

WM 2026: Deutschland-Gegner Ecuador – „Superman“ hängt in der Luft

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Ecuador kommt mit der vielleicht stabilsten Defensive Südamerikas zur WM. Doch vorn hängt zu viel an einem 36-jährigen „Superhelden“ – und an der Frage, wie mutig der Trainer sein wird. Wo Ecuador draufsteht, da wissen Gegner wie Experten, was drinsteckt. Der südamerikanische WM-Teilnehmer hat ein glasklares und sehr einfaches Profil: Hinten parkt der Mannschaftsbus vor dem Tor, und im Angriff muss es „Superman“ richten. „La Tri“ verteidigt extrem kompakt, verschiebt vor dem eigenen Tor in Blöcken und lässt dem Gegner kaum eine klare Torchance zu. In der südamerikanischen Qualifikation kassierte sie nur fünf Gegentore – Bestwert im Teilnehmerfeld. Das Fundament der Ecuadorianer liegt hinten, und es besteht aus Beton. Alle Anstoßzeiten auf einen Blick : Der WM-Spielplan Das neue Sechzehntelfinale: Der Modus der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada Das Problem des Teams liegt eher in der gegnerischen Hälfte des Spielfeldes. Ecuador kontrolliert viele Spiele über Positionsspiel und Rhythmuswechsel, der Weg in die Box aber fällt der Mannschaft nicht leicht. Die Formkurve vor dem Turnier zeigt: Ecuador ist stabil, aber nicht dominant. Tests gegen europäische Gegner verliefen ausgeglichen. Das bestätigt das Profil: Ecuador ist schwer zu bespielen, aber tut sich umgekehrt beim Bespielen des Gegners sehr schwer. So hat sich Ecuador für die Weltmeisterschaft qualifiziert Ecuador beendete die Qualifikation des südamerikanischen Fußballverbandes CONMEBOL auf Platz zwei. Acht Siege, acht Unentschieden, zwei Niederlagen – nur gegen die Topteams aus Brasilien und Argentinien gab es auswärts keine Punkte. Entscheidend war die defensive Konstanz: zwölf Zu-Null-Spiele in 18 Partien – das kann sich sehen lassen. Auffällig: Ecuador schießt niemanden aus dem Stadion und erzielt vor allem einfache Tore. Das Team setzt auf Basics: Bei Standardsituationen gehen die kopfballstarken Innenverteidiger mit nach vorn, bei Ballgewinnen wird zügig in die Tiefe gespielt. Bis dahin steht Ecuador tief, hält die Abstände klein und vermeidet eigene Fehler. Fertig ist das Erfolgsrezept. Das sind Ecuadors Vorrunden-Gegner in der WM-Gruppe E Ecuador spielt in der Gruppe E gegen Deutschland, Curaçao und die Elfenbeinküste. Elfenbeinküste – 14. Juni, Philadelphia, 1 Uhr deutscher Zeit: Die Ivorer suchen früh den Weg in die Tiefe, sind körperlich robust und attackieren aggressiv. Für Ecuador wird es entscheidend sein, das Zentrum kompakt zu halten und die flinken Außenstürmer der Elfenbeinküste trotzdem in Schach zu halten. Gelingt das nicht, wird es schwer. Curaçao – 21. Juni, Kansas City, 2 Uhr deutscher Zeit: Klingt einfacher als es ist. Ecuador wird viel Ballbesitz haben und gegen einen tief stehenden Gegner Lösungen finden müssen. Die „Tri“ braucht viel Präsenz im Strafraum, sonst droht ein zähes Spiel. Gerade in solchen Partien zeigte Ecuador in der Qualifikation Schwächen. Deutschland – 25. Juni, East Rutherford, 22 Uhr deutscher Zeit: „La Tri“ verbindet mit Deutschland keine schönen WM-Erinnerungen. Beim Sommermärchen-Turnier 2006 verlor man gegen die deutsche Nationalelf klar mit 0:3 (Tore: zweimal Miro Klose, einmal Lukas Podolski). Rein fußballerisch sollte die Favoritenrolle klar aufseiten des Teams von Julian Nagelsmann liegen, aber: Ecuador ist nie ein angenehmer Gegner. Zwei Spiele an der Ostküste, nur ein Trip in den Mittleren Westen: Bei der WM der weiten Wege hat es Ecuador nicht allzu schlimm getroffen. Das sind Ecuadors wichtigste Spieler Moisés Caicedo (FC Chelsea, ca. 100 Millionen Euro Marktwert): Caicedo ist als „Sechser“ Hirn und Rückgrat der „Tri“ zugleich. Er organisiert und gibt aus dem defensiven Mittelfeld die Kommandos. Eigentlich unersetzlich für das Team. Die Fans des FC Chelsea wählten ihn im Sommer 2025 gar zum „Spieler der Saison“: Bemerkenswert, angesichts des Londoner Starensembles. Willian Pacho (Paris Saint-Germain, ca. 80 Millionen Euro): Der zentrale Innenverteidiger ist in Deutschland kein Unbekannter. Er war in der Saison 2023/2024 Stammspieler bei Eintracht Frankfurt und brillierte dort mit beeindruckenden Zweikampfwerten und niedriger Fehlpassquote, bevor er zu Paris St. Germain wechselte. Piero Hincapié (Bayer Leverkusen, ca. 50 Millionen Euro): Pachos Nebenmann ist die linke Säule des ecuadorianischen Dreier-Bollwerks, und auch er hat für einen Bundesliga-Spitzenklub gespielt. Vier Jahre lang war er für Bayer Leverkusen im Einsatz als Innenverteidiger oder auf dem linken Flügel. Bei Arsenal entwickelte er sich zu dem Führungsspieler, der er jetzt für Ecuador ist. Zweikampfstark, giftig, unangenehm für jeden Gegenspieler. Enner Valencia (Pachuca, ca. 1 Million Euro): 36 Jahre alt, hat für Klubs auf drei Kontinenten professionell Fußball gespielt und in mehr als 100 Länderspielen statistisch in jedem zweiten getroffen. Das sagt viel über die Erfahrung von Valencia. Während seiner erfolgreichen Zeit im mexikanischen Pachuca tauften ihn die Fans dort „Superman“. Bis heute besucht er regelmäßig Kinderkrankenhäuser im Cape des Superhelden. Nach langen Wanderjahren ist er inzwischen wieder zu Pachuca zurückgekehrt und spielt, wie er immer spielte: ausgefuchst, immer anspielbar, wendig und sehr torgefährlich. Kendry Páez (RC Straßburg, ca. 8 Millionen Euro): Das Wunderkind des ecuadorianischen Fußballs debütierte schon mit zarten 16 Jahren in der Nationalmannschaft und wechselte kurz darauf zum FC Chelsea. Vielleicht zu früh: Die Londoner verliehen ihn sofort weiter. Páez ist Außenstürmer, dribbelstark und ein guter Freistoßschütze. Sein Vorbild: Lionel Messi . Das ist der Trainer: Sebastián Beccacece Der Argentinier ist der Baumeister der Festung Ecuadors, und er mag keine Experimente. Es gibt eine klare erste Elf, wenig Rotation, ganz eindeutige Rollen und eine feste Hierarchie auf und neben dem Platz. Die Bosse sind Valencia, Caicedo und Hincapié, zwischen denen der Trainer die Kapitänsbinde kreisen lässt. Über allen thront Beccacece. Ungewöhnlich: Der Trainer war selbst nie Profifußballer. Schon in der Jugend erkannte er, dass sein Talent nicht für die große Sportbühne reichen würde. Also erfand er sich neu, verschlang Unmengen von Fußballspielen auf südamerikanischen Sportsendern, studierte Sport und trainierte Kinder- und Kleinfeldmannschaften. In Chile lernte er den späteren argentinischen Nationaltrainer Jorge Sampaoli kennen und arbeitete zehn Jahre als dessen Assistent, bevor er selbst als Cheftrainer Karriere machte. Spielsystem und Taktik Ecuador spielt unter Beccacece meist aus einer variablen 3-4-2-1-Grundordnung, die je nach Phase klar ihre Form verändert. Im Spielaufbau stehen die drei Innenverteidiger breit, Mittelfeldspieler Caicedo lässt sich situativ zwischen sie fallen, so dass beinahe eine Vierkette entsteht und gegen Pressing eine Anspielstation mehr vorhanden ist. Sobald Druck entsteht, löst Ecuador das häufig über kurze, flache Pässe auf die Flügelspieler. Lange Schläge nach vorn sieht Beccacece nicht gerne. Ist die Mittellinie überschritten, bewegen sich die offensiven Halbraumspieler – oft Páez und Plata – gerne zwischen den Linien. Der Gegner soll diese Laufwege mitmachen, um Steckpässe auf Valencia zu ermöglichen. Gelingt das aber nicht, hängt „Superman“ in der Luft. Und Ecuador mit ihm. Kommt der Ball von außen hoch in den Strafraum, attackiert Valencia vorwiegend den ersten Pfosten. Hinter ihm aber bleibt die Box oft leer. Gegen den Ball dagegen ist „La Tri“ ganz in ihrem Element. Die Flügelspieler lassen sich fallen und mutieren zu Außenverteidigern. Die Formation kippt in ein 5-4-1 . Caicedo schiebt vor die Abwehr. Die Räume verengen sich. Hat Ecuador dieses System aufgebaut, wird es für jeden Gegner schwer, zu Abschlüssen zu kommen. Der Gegner wird nach außen abgedrängt. Ecuador presst nur in klar definierten Situationen, dann allerdings mit Macht. Bei Rückpässen auf den Innenverteidiger, bei schlechten ersten Kontakten im gegnerischen Aufbau oder isolierten Spielern auf den Flügeln wird ausgeschwärmt. Gelingt der Ballgewinn nicht sofort, lässt die „Tri“ sich wieder fallen. Wird der Ball geklaut, geht es sofort in die Tiefe. So hat Ecuador bei früheren WMs abgeschnitten Ecuador spielt seine fünfte WM. Der Höhepunkt war das Turnier 2006 in Deutschland, als das Team das Achtelfinale erreichte und dort an England scheiterte. 2022 schied Ecuador trotz ordentlicher Vorrunde aus. Warum eigentlich „La Tri“? Der Spitzname „La Tri“ steht für „la tricolor“, also die drei Farben der ecuadorianischen Nationalflagge: In den Farben Gelb, Blau und Rot spiegelt sich das nationale Selbstverständnis wider. Gelb steht für den Reichtum des Landes, vor allem für Bodenschätze und landwirtschaftliche Ressourcen. Blau symbolisiert den Pazifik und die geografische Lage Ecuadors an der Küste. Rot erinnert an den Unabhängigkeitskampf und das Blut derjenigen, die sich für den Staat geopfert haben. Ein Satz von Trainer Sebastián Beccacece bringt das auf den Punkt: „Wir sind keine Ansammlung von Namen – wir sind eine Idee, und diese Idee gehört ganz Ecuador.“

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