Trotz sichtbarer Blessuren verzichtet Trossard im WM-Spiel gegen den Iran auf ärztliche Hilfe. Eine neue Regel spielt dabei eine entscheidende Rolle. Der belgische Nationalspieler Leandro Trossard krümmte sich vor Schmerzen. Beim Spiel der „Roten Teufel“ gegen den Iran im Stadion Inglewood, Los Angeles , lag der Offensivspieler mit nach einem harten Foul auf dem Rasen, das medizinische Team der belgischen Fußball-Nationalmannschaft stand wenige Meter entfernt bereit. Doch die ärztlichen Betreuer kamen nicht zum Einsatz. Trossard verzichtete auf eine Behandlung. Das hatte mit einer neuen Regel bei der Fußball-Weltmeisterschaft zu tun. Trotz des harten Einsteigens des Iraners Alireza Jahanbakhsh in die Wade von Trossard – der Stutzen des Belgiers war gerissen und ein deutlicher Stollenabdruck am Unterbein zu sehen – zückte der argentinische Schiedsrichter Dario Herrera keine Gelbe Karte. Das hatte Folgen: Wäre Trossard behandelt worden, hätte der Belgier für eine Minute das Spielfeld verlassen müssen. Favorit Belgien enttäuscht Ausgenommen von dieser neuen WM-Regel sind lediglich Torhüter sowie Spieler, die durch ein Foul verletzt wurden, wofür es Gelb oder Rot gegeben hat. Da dies bei Trossard nicht der Fall war, hätte er während einer ärztlichen Behandlunggspause seinem Team gefehlt, denn das Spiel wäre ohne ihn weitergelaufen. Da Belgien nach einer Notbremse von Nathan Ngoy (66. Minute) ohnehin fast eine halbe Stunde lang in Unterzahl spielte, wollte Trossard offenbar eine weitere personelle Schwächung seines Teams vermeiden. Viel geholfen hat es nicht: Der große Favorit kam auch im zweiten WM-Spiel nicht über ein Unentschieden hinaus und geht nach dem 0:0 gegen Iran mit lediglich zwei Punkten ins letzte Gruppenspiel. Wie beim 1:1 gegen Ägypten zum Start enttäuschte das Team um Starspieler Kevin De Bruyne erneut und musste sich bei Torwart Thibaut Courtois bedanken, dass Iran bei seinen eigenen Offensivaktionen nicht selbst traf.