WM 2026: Krimi in Unterzahl: Belgien stolpert erneut – Iran überrascht

Die „Red Devils“ tun sich schwer mit dem Iran und können erneut nicht gewinnen. Zeitweise muss sogar ein Belgier wiederholt retten. Am Ende wird es dramatisch. Belgien wartet weiter auf den ersten Sieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Die Mannschaft um Starspieler Kevin De Bruyne kam im zweiten Spiel der Gruppe G nicht über ein 0:0 gegen den Iran hinaus. Dabei musste die Mannschaft von Trainer Rudi Garcia ab der 66. Minute sogar in Unterzahl bestehen, da Nathan Ngoy für eine Notbremse die Rote Karte gesehen hatte. Schon zum Turnier-Auftakt hatten die „Roten Teufel“ nur 1:1 gegen Ägypten gespielt. Die Belgier blieben erneut hinter den Erwartungen zurück, haben aber ebenfalls alle Möglichkeiten auf das Weiterkommen. Die Iraner, deren Hymne vor der Partie einmal mehr von Tausenden regimekritischen Exil-Iranern ausgepfiffen wurde, haben wie die Belgier in Gruppe G zwei Zähler auf dem Konto. So lief das Spiel Angefangen hatte die Partie erwartungsgemäß: Belgien um De Bruyne übernahm sofort die Kontrolle und brachte den Ball früh in den Strafraum Irans. Weil der in die Startelf beorderte Romelu Lukaku aber zu spät kam und rüde in Irans Torwart Alireza Beiranvand rauschte, spielte der Torschütze zum 1:1 gegen Ägypten schon von der dritten Minute an Gelb vorbelastet. Beiranvand war auch in der Folge immer zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Gegen Maxim De Cuyper (9.), Tielemans (22.) und erneut De Cuyper (44.) hielt der 33-Jährige das 0:0 fest. Iran konzentrierte sich vor allem aufs Verteidigen und hatte große Schwierigkeiten, den Ball für länger als ein paar Sekunden in den eigenen Reihen zu halten. Meistens brachte eine technische Unsauberkeit bei der Annahme oder ein zu ungenauer Pass Belgien schnell wieder in Ballbesitz. Allerdings: Vor einem Publikum, das wie schon beim 2:2 gegen Neuseeland lautstark die iranische Hymne ausgebuht hat, im Spiel dann aber jede gelungene Aktion Irans feierte, kamen die Asiaten auch selbst gefährlich vors belgische Tor. Die Belgier dagegen agierten oftmals zu ideenlos. Das krankheitsbedingte Fehlen von Man-City-Star Jeremy Doku fiel auf belgischer Seite ins Gewicht. Schon in der 14. Minute musste Thibaut Courtois seine ganze Klasse zeigen, als er den Schuss von Hossein Kanaanizadegan zur Ecke lenkte. In der 25. Minute musste sich der Torwart von Real Madrid sogar geschlagen geben. Iran führte einen Freistoß flach aus, Mehdi Taremi traf aus der Drehung – nach minutenlanger Überprüfung zählte das Tor allerdings nicht. Taremi hatte mit dem Hintern im Abseits gestanden. In der 53. Minute zwang Taremi Belgiens Torwart Courtois dann erneut zu einer Glanzparade, als er nach einem langen Einwurf im Strafraum aus elf Metern zum Abschluss kam. Belgien wirkte gegen die defensiven Iraner ideenlos, immer wieder scheiterten die Abschlussversuche noch an einem ausgestreckten Bein eines iranischen Verteidigers oder an Torwart Beiranvand – wie in der 59. Minute, als er schon auf dem Boden liegend den Nachschuss von De Cuyper entschärfte und für Entsetzen sorgte bei allen belgischen Anhängern. Von der 66. Minute an spielte Belgien dann in Unterzahl. Ngoy verstolperte bei einem Rückpass den Ball und riss Taremi zu Boden, der ansonsten alleine auf Courtois zugelaufen wäre. Der Jubel der iranischen Fans über die Rote Karte war so groß, dass die Ränge des Stadions bebten. Die unerwartete Verantwortung in eigenem Ballbesitz stellte Iran allerdings vor eine Herausforderung. Das Team probierte auch in Überzahl bei jeder sich bietenden Gelegenheit, über schnelle Vorstöße in die Nähe des belgischen Tores zu kommen. In der 81. Minute kam so immerhin ein Distanzschuss von Ezatolahi zustande, den Courtois erst im Nachfassen sicherte.