Beim DFB wird nach dem WM-Desaster nicht nur die Bundestrainer-Frage gestellt. Tobias Schweinsteiger fordert jetzt eine spektakuläre Rückkehr. Nach dem WM-Aus der Nationalmannschaft wartet jetzt ganz Fußballdeutschland auf die Bundestrainer-Entscheidung. Wie t-online berichtete, zeichnet sich bei den Entscheidern des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) dabei bereits eine klare Tendenz ab: zu einer Entlassung von Julian Nagelsmann und einer Verpflichtung von Jürgen Klopp als dessen Nachfolger . Davor fürchtete sich der DFB-Kapitän: Kimmichs größte Angst ist jetzt Realität Bundestrainer-Beben: Ein Mann soll Klopp jetzt zum DFB holen DFB-Präsident Bernd Neuendorf stellte noch vor seiner Abreise aus den USA nach Deutschland klar: „Wir können und wollen nach einem derartigen Tiefschlag nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.“ Mit dem dritten enttäuschenden vorzeitigen WM-Aus in Folge ist der deutsche Fußball schließlich an einem neuen Tiefpunkt angekommen. Deshalb muss und wird beim DFB jetzt nicht nur der Bundestrainer, sondern nahezu alles und jeder hinterfragt werden. „Man muss auch die DFB-Führung infrage stellen“ Die Kritik hat längst auch die DFB-Spitze erreicht. Sky-Experte Dietmar Hamann kritisierte bereits namentlich Präsident Bernd Neuendorf und DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig. „Man muss auch mal die Führung des DFB infrage stellen“, sagte der Europameister von 1996, dem insbesondere der noch im Frühjahr bis zur EM 2028 erweiterte Vertrag mit Nagelsmann missfällt: „Wir haben vor zwei Jahren eine durchschnittliche EM gespielt und eine schlechte Quali. Und trotzdem wird der Vertrag dieses Bundestrainers verlängert“, sagte Hamann. „Ich glaube, es ist an der Zeit, die Herren Neuendorf und Rettig zu hinterfragen, wie das passieren konnte.“ Tobias Schweinsteiger pflichtete Hamann bei. „Wir brauchen insgesamt eine Veränderung“, sagte der Ex-Profi bei MagentaTV. Er sei sich auch „nicht sicher, ob Rudi Völler weiterhin den Weg gehen wird und ob es vielleicht einen anderen Namen geben wird.“ Völlers Vertrag als DFB-Sportdirektor gilt – genau wie der Nagelsmanns – eigentlich noch bis einschließlich zur EM 2028. Diese DFB-Rückkehr wäre spektakulär Schweinsteiger brachte auch gleich eine prominente Alternative ins Spiel. „Ich schmeiße mal Matthias Sammer rein – auch um die ganze Stimmung zu drehen und den Leistungsgedanken noch mehr reinzubringen“, sagte er, betonte gleichzeitig auch: „Ich mag Rudi Völler aber, er ist ein super Kommunikator und für Julian Nagelsmann ein wichtiger Begleiter.“ Dem DFB würde gerade jetzt mit Sicherheit aber auch die Qualitäten von Völler und Sammer guttun, ist Schweinsteiger überzeugt. Sammer arbeitete bereits von 2006 bis 2012 als Sportdirektor beim DFB. Zusätzlich war er seit 2010 als Nachwuchskoordinator für die Neustrukturierung der Nachwuchsarbeit sowie den Ausbau der Talentförderung zuständig. Und genau da sieht Schweinsteiger nun erneut Nachholbedarf. Über das Erscheinungsbild, das die deutsche Nationalmannschaft in den vergangenen zwanzig Jahren im Ausland hatte, sagte er: „Es bröckelt nicht nur, es ist schon sehr zerfallen. Es fehlen sehr viele Attribute im Spiel – auch, wenn man die Persönlichkeiten einzeln betrachtet.“ Das sei „eine Entwicklung, die wir über den Nachwuchsfußball die letzten Jahre erlebt haben.“ Es sei schon in die Richtung gegangen, „dass es fußballerisch weniger wird, dass Individualisten eher eingebremst werden und sich Persönlichkeiten wenig weiterentwickeln können, um bei so einem Turnier an die Großen heranzureichen“. „Das Ergebnis jahrelanger Fehlentwicklungen“ Schweinsteiger schloss sich damit der Kritik an, die Tobias Haupt, von 2018 bis 2023 Leiter der DFB-Akademie, am Montag im Interview t-online geäußert hatte. „Wir haben traditionell sehr viel Wert auf Kollektiv, taktisches Verhalten, Verlässlichkeit und Mentalität gelegt. Heute reicht das aber nicht mehr“, sagte Haupt, und verwies darauf, dass auch die Probleme der Nationalmannschaft auf der Mittelstürmer- und Außenverteidiger-Positionen „das Ergebnis jahrelanger Fehlentwicklungen“ seien. Sammer könnte denen mit seinem Know-how möglicherweise erneut gezielt entgegenwirken. Dass die deutsche Nationalelf für ihn nach wie vor eine Herzensangelegenheit ist, bewies er schon 2022, als er Mitglied der DFB-Taskforce wurde, die damals nach dem WM-Vorrunden-Aus in Katar ins Leben gerufen worden war. Unter anderem Völler, Hans-Joachim Watzke sowie Karl-Heinz Rummenigge gehörten ebenfalls zu dem Gremium. Wie aus dem Umfeld des DFB zu vernehmen ist, wird die aktuelle Situation nach der dritten enttäuschenden WM in Folge von allen Beteiligten auf fußballerischer Ebene nun erneut als nationale Angelegenheit und Notlage erachtet. Werden Klopp und Sammer das neue DFB-Duo? Watzke, der Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und Vizepräsident des DFB ist, spielt schon bei der anvisierten Verpflichtung von Klopp eine Schlüsselrolle . Und könnte die auch im Fall Sammer einnehmen. Aus gemeinsamen Dortmunder Zeiten hat der ehemalige Geschäftsführer und aktuelle Präsident des BVB schließlich zu beiden seit vielen Jahren ein enges und vertrautes Verhältnis. Seit 2018 unterstützt Sammer den BVB als externer Berater. Er und Klopp wären in jedem Fall ein Duo, dem zuzutrauen wäre, aufgrund ihrer starken Persönlichkeiten und fachlichen Qualitäten, im deutschen Fußball etwas zu bewegen. Das WM-Aus hat deutlich gezeigt, dass das jetzt dringend notwendig ist.