Nach seinem Sieg in Paris peilt Alexander Zverev seinen nächsten Grand-Slam-Titel an. Er sieht sich auf einem guten Weg, vermeidet aber ein Wort. Alexander Zverev will nichts davon wissen, dass er nach seinem Erfolg bei den French Open auch beim ehrwürdigen Rasenturnier in Wimbledon ganz oben in der Rangordnung angekommen ist. „Ich bin kein Favorit. Was für ein Favorit?“, fragte er und winkte ab: „Ich bin in meinen Augen vielleicht der dritte auf der Liste.“ Schließlich seien da ja immer noch der „haushohe“ Titelfavorit Jannik Sinner sowie Novak Djokovic , „weil er das Ding halt schon 87 Mal gewonnen“ habe, sagte der Hamburger. Und dann, erst dann, komme „vielleicht“ er selbst. Klar ist jedoch, dass er in seiner Drittrunden-Partie gegen Marcos Giron als Favorit ins Spiel geht. Verfolgen Sie hier die Partie im Liveticker . +++HIER AKTUALISIEREN+++ Marcos Giron – Alexander Zverev 2:6, 2:2 2. Satz, 2:6, 2:2 – Na, was ist denn gerade mit Alexander Zverev los? Gerade läuft die Vorhand überhaupt nicht beim Deutschen. Erst bleibt er im Netz hängen, hadert, zuckt mit den Schultern. Dann verzieht er eine weitere Vorhand, und Giron hat plötzlich Breakball. Den wehrt er mit einem Ass ab. Streut dann einen Slice ein, den sein Gegner nicht mehr erreicht. Aber: Ganz so leicht wie zu Beginn geht das hier im Moment nicht mehr für ihn. 2. Satz, 2:6, 2:1 – Achtungsapplaus für Giron. Der US-Amerikaner scheint nun tatsächlich etwas besser in die Partie zu kommen. Gleich mehrfach leistet sich Zverev unerzwungene Fehler, und Giron schließt mit einem Service-Winner ab. 2. Satz, 2:6, 1:1 – Da stöhnt Giron auf und hadert mit sich selbst. Zum vielleicht ersten Mal in dieser Partie ist er gut in der Rally mit Zverev, hält mit, bringt die Bälle gut zurück – um dann bei 40:40 einen Rückhand-Slice ins Netz zu legen. Mit einem Ass bringt Zverev seinen Aufschlag durch. 2. Satz, 2:6, 1:0 – Ob ihm das mehr Sicherheit gibt? Giron bringt mal wieder ein Aufschlagspiel stabil durch. Vielleicht wird das ja doch noch ein spannendes Match. 1. Satz, 2:6 – Huch! Ein Doppelfehler bei 30:0. Das kann Zverev also auch noch passieren. Er lässt sich aber nicht irritieren, bleibt dran. Ein Vorhand-Winner, ein Ass – und Alexander Zverev hat diesen ersten Satz locker gewonnen. Die Verhältnisse sind hier seit Spielbeginn klar, und der Hamburger wird seiner Favoritenrolle bisher voll gerecht. 1. Satz, 2:5 – Da gibt es Applaus vom Publikum: Zverev geht tief in die Hocke, spielt einen herrlichen Stopp, an den Giron nicht mehr herankommt. Dann geht er ans Netz, lässt den Volley ins Feld seines Gegners tropfen. Er liest die Schläge und Bewegungen von Giron aktuell perfekt. Zwei Breakbälle. Wieder kann Zverev aber beide Chancen nicht nutzen, das ist der einzige Vorwurf, den man ihm gerade machen muss. Dass er hier der eindeutig Bessere ist, daran gibt es schließlich keinen Zweifel. Wieder geht es mehrfach über Gleichstand. Zverev bestimmt hier die Ballwechsel, bei der nächsten Breakchance ist es dann soweit: Wieder ist eine Rückhand von Giron zu ungenau, und Zverev serviert jetzt schon zum Gewinn des ersten Satzes. 1. Satz, 2:4 – Mit einem Ass schließt Zverev seinen Service schnell ab. Das ist gerade der (erwartbare) Unterschied: Während Zverev der dominante Spieler ist, muss Giron um jeden Punkt kämpfen. 1. Satz, 2:3 – Symbolisch: Giron will aktiver werden, kommt nach vorn – und bleibt mit einem Drop-Shot im Netz hängen. Zverev bleibt voll konzentriert, mit seinem Return stellt er den US-Amerikaner aktuell vor fast unlösbare Probleme. Und hat direkt wieder zwei Breakbälle. Den ersten wehrt Giron ab, beim zweiten leistet sich Zverev einen Rückhand-Fehler. Es geht mehrfach über Gleichstand. Bei Vorteil Giron versucht es der Hamburger dann mit einem Stopp – der ist aber zu kurz. Da war mehr drin. 1. Satz, 1:3 – Das geht dem Deutschen bisher alles sehr locker von der Hand. Problemlos bringt er auch sein zweites Aufschlagspiel durch. 1. Satz, 1:2 – Sehr gut. Zverev holt sich direkt das Aufschlagspiel seines Gegners. Bei Giron sitzen die Schläge nicht, immer wieder muss er auch über den zweiten Aufschlag gehen. Vorhand zu lang, Rückhand zu ungenau – da fehlt es gerade noch an Vielem. Dann landet er mit einer Vorhand im Netz, und Zverev hat die Chance zum Break. Die nutzt er direkt. Mit einer Vorhand zieht er das Tempo an, Giron unterläuft der nächste Rückhand-Fehler. 1. Satz, 1:1 – Ein Aufschlagwinner, zwei Asse, dann ein provozierter Vorhand-Fehler bei Giron – Zverev startet hochkonzentriert und zu Null. 1. Satz, 1:0 – Giron bringt seinen ersten Service souverän durch. Vor dem Match – Zverev hat den Münzwurf bei Stuhlschiedsrichter Adel Nour gewonnen. Er entscheidet sich, zuerst zu returnieren. Beide spielen sich jetzt noch etwas ein, dann geht es los. Vor dem Match – Zverev und Giron sind gerade auf den Rasen von Court 2 getreten. Gleich geht es los. Vor dem Match – Nach seinem Zweitrunden-Sieg (6:1, 6:3, 7:6 (7:3)) gegen den Franzosen Valentin Royer hat Zverev auf dem für ihn kniffligen grünen Rasenbelag Selbstvertrauen getankt. „Es sei vielleicht nicht sein bisher „bestes“ Rasenmatch gewesen, das er jemals gespielt habe: „Aber es war gut“. Vor dem Match – Gegen den US-Amerikaner Giron gewann Zverev bisher alle vier Matches. Einen Erfolg konnte er unter anderem vor zwei Jahren in Wimbledon feiern. Der 32-Jährige liegt in der Weltrangliste auf Rang 92.