WM-Aus: Alphonso Davies darf nicht spielen – „Rücksicht auf Karriere“

Bayern-Star konnte Alphonso Davies der kanadischen Mannschaft bei der WM kaum helfen. Im entscheidenden Spiel entschied er selbst, dass er nicht auflaufen kann. Für Alphonso Davies ist die Weltmeisterschaft früher als erhofft zu Ende gegangen – und das ohne einen Einsatz im Achtelfinale. Der Bayern-Profi hat nach dem 0:3 Kanadas gegen Marokko erklärt, dass er selbst entschieden habe, wegen seiner Oberschenkelprobleme nicht zu spielen. Davies sagte nach der Niederlage, er habe am Freitag erneut Beschwerden im Training gespürt. Deshalb habe er sich gemeinsam mit Trainer Jesse Marsch gegen einen Einsatz entschieden. Probleme mit DFB-Bezwinger: Frankreich müht sich ins Viertelfinale Eiskalt: Marokko wirft den Gastgeber raus Davies erklärte: „Ich habe mit Jesse (Kanadas Cheftrainer Jesse Marsch, Anm. d. Red.) gesprochen. Er fragte mich, ob ich mich bei 100 Prozent fühle, und ehrlich gesagt sagte ich: ‚Nein‘.“. Weiter sagte der Kapitän der kanadischen Nationalmannschaft : „Natürlich wollen wir Spieler auf dem Platz, die hundertprozentig fit sind und alles geben können. Ich hatte das Gefühl, noch nicht so weit zu sein, deshalb haben wir – oder besser gesagt, ich habe die Entscheidung getroffen – uns mit den Spielern zusammenzusetzen und ihnen die Chance zu geben, zu spielen, die wirklich alles für ihr Land geben können.“ Davies nur im Sechzehntelfinale im Einsatz Damit endete für den Linksverteidiger seine zweite Weltmeisterschaft mit lediglich 15 Einsatzminuten. Diese hatte er als Einwechselspieler im Sechzehntelfinale gegen Südafrika absolviert. Vor der Partie gegen Marokko hatte Marsch auf der offiziellen Pressekonferenz noch erklärt, Davies sei einsatzbereit. Trotz des 0:1-Rückstands zur Halbzeit blieb der 25-Jährige jedoch während der gesamten Begegnung auf der Bank. Nach dem Spiel sagte Marsch: „Er fühlte sich gestern im Training nicht wohl, und wir haben ein MRT machen lassen, das unauffällig war.“ Es sei zwar eine gute Nachricht gewesen, dass er sich nicht verletzt habe, „aber seine Oberschenkelmuskulatur fühlte sich nicht gut an. Wir hatten gehofft, dass es ihm heute Morgen nach dem Aufwachen besser gehen würde, aber das war nicht der Fall.“ Daher wollte man kein Risiko eingehen. Davies absolvierte in der Halbzeit zwar einige Sprints, wärmte sich während der Partie jedoch nicht gemeinsam mit den Ersatzspielern auf. Marsch sagte außerdem: „Natürlich wäre es in der 60. Minute, beim Stand von 0:1, großartig gewesen, ihn im Spiel zu haben, oder zumindest zur Halbzeit.“ Insgesamt glaubt der Nationaltrainer jedoch, dass es die richtige Entscheidung war, um „auf seine Karriere Rücksicht zu nehmen und ihn wieder vollständig gesundzumachen.“ Seit März 2025 kam Davies vor der WM nur einmal für Kanada zum Einsatz. Der Bayern-Profi hatte zuletzt unter mehreren Verletzungen gelitten, darunter einem Kreuzbandriss und wiederkehrenden Problemen am Oberschenkel. Davies: „Eine sehr heikle Angelegenheit“ Zu seiner Entscheidung sagte Davies: „Bei dieser Verletzung darf man kein Risiko eingehen.“ Zudem erklärte er: „Angesichts meiner Vorgeschichte mit Oberschenkelverletzungen – ich hatte sie in den letzten drei, vier Monaten dreimal hintereinander – ist das natürlich eine sehr heikle Angelegenheit. Gerade bei meinem Spielstil, der viel Tempo und Laufen beinhaltet, ist es schwierig, sein volles Potenzial auszuschöpfen, wenn man nicht hundertprozentig fit ist und diese Schnelligkeit mitbringt.“ Kanada hatte in der ersten Halbzeit mehr Spielanteile und die einzigen beiden Chancen des Spiels, konnte daraus aber kein Tor erzielen. Nach der Pause nutzte Marokko seine Gelegenheiten eiskalt. Aus vier Toraktionen erzielten die Afrikaner drei Tore.