Norwegen gilt als Überraschungsteam der WM – doch im Hintergrund soll es brodeln. Im Mittelpunkt steht Stürmer Alexander Sørloth. Die norwegische Nationalelf ist das Überraschungsteam dieser WM . Im Achtelfinale schalteten die Norweger Brasilien aus und träumen im Viertelfinale gegen England am Samstag (ab 23 Uhr im Liveticker bei t-online) von dem nächsten Coup. Nach außen wirkt das Team wie eine geschlossene Einheit. Intern gibt es allerdings offenbar Probleme in der Mannschaft. Besonders die Situation um Alexander Sørloth, Stürmer von Atlético Madrid , steht dabei im Mittelpunkt. Trainer-Beben bei der WM: Greift bei Thomas Tuchel eine spezielle Klausel? Um Erling Haaland Platz im Angriff zu machen, muss der Angreifer im Nationalteam ohnehin auf eine ungewohnte Position auf dem Flügel ausweichen. Doch damit nicht genug. Beim 2:1-Erfolg gegen Brasilien wurde Sørloth zur Halbzeit ausgewechselt – eine Entscheidung, die ihn laut seines Vaters Goran, selbst ehemaliger Nationalspieler, „verärgert“ zurückließ. Eine Auswechslung nach der ersten Spielhälfte empfinden wohl die meisten Profifußballer als eine Art Demütigung. Goran Sørloth erklärte gegenüber dem norwegischen „Dagbladet“: „Dass er sich darüber aufregt, ausgewechselt zu werden, sollte er jeden Tag, das ganze Jahr über.“ Auch Alexander Sørloth selbst gab später zu, dass er auf Trainer Ståle Solbakken „wütend“ gewesen sei. Er sagte: „Ich habe danach mit Ståle gesprochen. Wir sind jetzt gute Freunde. Aber ich habe damals nicht viel davon verstanden.“ Reibereien beim Männerausflug Die taktischen Umstellungen zur Pause – Sørloth und Antonio Nusa wurden durch Oscar Bobb und Andreas Schjelderup ersetzt – erwiesen sich allerdings als entscheidend. Schjelderup bereitete den Führungstreffer von Haaland vor, Bobb brachte neue Impulse auf dem Flügel. Trainer Solbakken betonte: „Keiner von ihnen hat ein schlechtes Spiel gemacht. Ganz im Gegenteil.“ Er hob die defensive Leistung hervor und erklärte, das Spiel habe andere Spielertypen erfordert. Die Stimmung im norwegischen Lager ist dennoch angespannt. Goran Sørloth bezeichnete das WM-Trainingslager als „Männersausflug“. Doch selbst auf Männerreisen kann es eben manchmal zu Reibereien kommen. „Mir kommen die Tränen“ Darüber hinaus wurde die Mannschaft nach dem Sieg gegen Brasilien und einer fast uneingeschränkten Feier von Krankheitssymptomen getroffen. Torwart Orjan Nyland bestätigte gegenüber James Corden: „Ich kann bestätigen, dass es … Ja, wir hatten unsere Probleme, wir tun unser Bestes und der Mannschaftsarzt ist momentan sehr beschäftigt. Ich habe keine Ahnung, woher die Infektion kam; wir hatten ja eine Auszeit, vielleicht hat sich jemand angesteckt.“ Die norwegische Mannschaft bereitet sich nun in Miami auf das Viertelfinale vor. Goran Sørloth, der mit anderen Familien angereist ist, schilderte die emotionalen Momente: „Es ist berührend. Mir kommen die Tränen, wenn ich darüber spreche. Das passiert mir selten.“ Er betonte den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe und die besondere Atmosphäre während der Weltmeisterschaft . Ob Trainer Solbakken im Viertelfinale erneut auf Schjelderup und Bobb setzt und Sørloth außen vor bleibt, ist offen.