Die 21 Jahre alte Linda Noskova führt im Wimbledon-Finale mit 6:2, 5:2. Und doch wird es noch einmal spannend. Am Ende feiert sie den größten Erfolg ihrer Tennis-Karriere. Es wird emotional. Als ihr Wimbledon-Triumph gegen ihre Tennis-Freundin nach einem Auf und Ab perfekt war, ließ Linda Noskova ihren Schläger fallen und sackte auf den Rasen. Nach einem Nerven-Krimi hat die 21-Jährige das tschechische Endspiel gewonnen und ihren ersten Grand-Slam-Titel gefeiert. Vor den Augen von Prinzessin Kate setzte sich Noskova nach einem einseitigen Beginn mit 6:2, 5:7, 6:3 gegen Karolina Muchova durch und sicherte sich ein Wimbledon-Rekord-Preisgeld von rund 4,2 Millionen Euro. Bei der Siegerehrung wurde es emotional. „Ich möchte auch meiner Mutter danken. Ich würde hier definitiv nicht ohne sie stehen“, sagte Noskova, nachdem sie die Trophäe von Prinzessin Kate entgegengenommen hatte, und richtete ihren Blick gen Himmel. Der Einbruch im zweiten Satz Das reine Ergebnis spiegelt die Dramatik nicht wider. Noskova zeigte sich zunächst unbeeindruckt davon, dass sie ihr erstes Grand-Slam-Finale bestritt – und Prinzessin Kate als Zuschauerin und Wimbledon-Schirmherrin in der ersten Reihe der Royal Box saß. Noskova führte bereits mit 6:2, 5:2 und sah wie die sichere Siegerin aus. Als es darum ging, das Match zu beenden, zeigte die Nummer 12 der Tennis-Welt jedoch Nerven, verlor ihren Rhythmus. Bei einem Matchball unterlief ihr ein Doppelfehler. Fünf Matchbälle konnte sie im zweiten Durchgang nicht nutzen, verlor fünf Spiele in Serie und den zweiten Satz. Doch Noskova kämpfte sich wieder in die Partie – und entschied das Finale nach 2:28 Stunden für sich. Muchova kämpft mit den Tränen und scherzt: „meine Ex-Freundin“ Es war das erste Grand-Slam-Endspiel der Profi-Ära seit 1968 zwischen zwei Tschechinnen. „Es ist nie leicht, den letzten Punkt zu bekommen. Wie du gesagt hast, wir sind Freunde“, sagte Noskova. „Ich bin so glücklich, dass ich mein erstes Finale gegen dich spielen konnte. Ich denke, wir haben Geschichte geschrieben.“ Noskova krönte sich zur jüngsten Wimbledon-Siegerin seit 15 Jahren. 2011 hatte in Petra Kvitova ebenfalls eine Tschechin als 21-Jährige den Triumph bei dem Rasenklassiker gefeiert. Vor 15.000 Zuschauern hatte die Erfahrung für Muchova gesprochen. Die 29-Jährige verlor aber auch das zweite Grand-Slam-Finale ihrer Karriere, 2023 war sie bei den French Open der Polin Iga Swiatek unterlegen gewesen. Sie darf sich mit einem Preisgeld von rund 2,1 Millionen Euro trösten. Muchova wischte sich bei der Siegerehrung ein paar Tränen weg und musste sich erst einmal sammeln. „Ich starte mit Linda, meine Ex-Freundin. Ich mache natürlich Spaß“, sagte Muchova. „Du bist so jung es war dein erstes Finale. Wie du damit umgegangen bist, ist unglaublich. Du verdienst es“, fuhr sie fort. Ihr liefen die Tränen die Wange herunter, als sie sich bei ihrer angereisten Familie und Freunde bedankte. Tschechische Dominanz in Wimbledon Tschechinnen glänzten schon oft beim Rasenklassiker. 2011 und 2014 gewann jeweils Kvitova. 2023 holte die seit Juni wegen eines verweigerten Dopingtests gesperrte Marketa Vondrousova die begehrte Venus Rosewater Dish. 2024 untermauerte Barbora Krejcikova die Dominanz der Tschechinnen in Wimbledon . Noskova ist die dritte tschechische Siegerin in den vergangenen vier Jahren. Muchova und Noskova kennen sich gut, spielten 2024 bei den Olympischen Spielen in Frankreich zusammen Doppel. Kurioserweise mussten beide auf dem Weg ins Wimbledon-Endspiel jeweils einen Matchball abwehren. Beide waren mit der Empfehlung von Titelgewinnen in der Wimbledon-Vorbereitung angereist. Noskova behauptete sich in Berlin, Muchova in Bad Homburg.