Alexander Zverev kämpft in seinem ersten Wimbledon-Finale um den Titel. Ex-Profi Andrea Petkovic gibt vor dem Endspiel einen Einblick, was sich an Zverevs Spiel verändert hat und erfolgreich ist. Alexander Zverev kann gegen Jannik Sinner nicht gewinnen – so lief es jetzt zumindest neun Spiele nacheinander. In sechs Partien in Serie hat der Hamburger keinen Satz für sich entschieden. Nun trifft Deutschlands bester Tennisspieler im Wimbledon-Finale auf den Titelverteidiger und Weltranglisten-Ersten aus Italien (17.00 Uhr/Prime Video). Die Vorzeichen haben sich verändert. Der 29-Jährige ist jetzt French-Open-Champion mit gestiegenem Selbstbewusstsein – und hat sein Spiel gewandelt und offensiver ausgerichtet. Doch was hat Zverev eigentlich verändert? Die frühere Top-Ten-Spielerin und Prime-Expertin Andrea Petkovic (38) erklärte beim Rasenklassiker in London, was ihr aufgefallen ist. Der Aufschlag Zverev hat eine enorme Wucht in seinem Aufschlag. Aber manchmal habe ihm die Präzision gefehlt. In den vergangenen zwei Jahren habe er eine hohe Quote erster Aufschläge gehabt, aber oft mitten ins Feld serviert, sagte Petkovic. „Für die guten Returnierer ist es dann mitten im Schläger“, sagte sie. „Dieses Jahr ist er deutlich näher an die Linien herangekommen.“ Die Spieleröffnung Besonders beim schnellen Spiel auf Rasen mit kurzen Ballwechseln ist der erste Schlag nach dem Aufschlag oft entscheidend. Diesen ersten Ball spiele Zverev jetzt aggressiver, erklärte Petkovic. Er schlage den Ball häufig früher im Feld. Früher habe der Spitzenspieler auch nach einem tollen Aufschlag oft hinter der Grundlinie geschlagen und somit nicht den gleichen Effekt erzeugen können. Die Vorhand US-Profi Taylor Fritz sagte, Zverevs Vorhand sei so stark wie nie. Fritz war Angstgegner von Zverev, bekam dies aber im Viertelfinale zu spüren. Petkovic erläuterte: Zverev schwinge jetzt den Arm deutlich mehr nach vorn durch, dadurch gehe der Körper nach vorn, das führe zu mehr Geschwindigkeit. Zuvor habe er den Arm eher hochgerissen. „Dadurch hat er extrem viel Rotation pro Minute erreicht, aber nicht die Geschwindigkeit. Und der Ball ist häufig, wenn er ein bisschen nervös war, kurz gelandet“, sagte Petkovic. Der Return Seine Position für den Return hat Zverev verändert, er steht jetzt weiter vorn. Das sei eine taktische Maßnahme, sagte Petkovic. „Er returniert näher an der Linie, dadurch ist er direkt näher an der Linie beim nächsten Ball“, sagte sie. Je weiter vorn man steht, desto mehr kann man den Gegner unter Druck setzen. Die Rückhand Die Rückhand war schon immer Zverevs Stärke. Doch mit dem gewachsenen Selbstvertrauen sei er mit diesem Schlag noch gefährlicher geworden, erklärte Petkovic. Er traue sich jetzt öfter, die Rückhand longline einzusetzen, sie also häufiger die Linie entlang zu spielen – und nicht zu viel Bälle nacheinander cross zu schlagen. „Dadurch, dass er jetzt longline spielt, ist es ein komplett anderes Spiel“.