Fußball-WM 2026: Umstrittene Halbzeitshow – verstößt die Fifa gegen Regeln?

Beim Endspiel wird ein Staraufgebot in der Halbzeit auftreten. Noch ist unklar, wie lange die Show dauert – und auch andere Faktoren werden das Finale in die Länge ziehen. Über 80.000 Zuschauer im Stadion und voraussichtlich weit über eine Milliarde Menschen weltweit an den Bildschirmen werden dabei sein, wenn an diesem Sonntag das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird. Um 15 Uhr Ortszeit in East Rutherford bei New York, also um 21 Uhr deutscher Zeit, soll es losgehen mit dem Endspiel. Während des Turniers: WM-Kommentator fliegt einmal um die Welt Bundestrainer-Suche: Gespräche mit Klopp auf der Zielgeraden Wann der Weltmeister aber letztlich feststeht, ist unklar – dieser 19. Juli könnte nämlich der wohl längste Finalabend der Turnierhistorie werden. Abgesehen von möglicher Verlängerung und Elfmeterschießen werden gleich mehrere Faktoren beeinflussen, wann das Spiel wirklich vorbei ist. Donald Trump: Der US-Präsident hat sich bereits für das Endspiel angekündigt. Mehr noch: „Wir werden zusammen mit dem Präsidenten das Finale genießen und dem Gewinner natürlich gemeinsam die Trophäe überreichen“, sagte Fifa-Präsident Gianni Infantino vor Kurzem im Sender Fox. Schon bei der Klub-WM im vergangenen Jahr hatte das Duo die Trophäe an den damals siegreichen FC Chelsea übergeben. Dabei kam es zu kuriosen Szenen, als Trump während der Feier der „Blues“ auf der Bühne blieb und sich auf die Siegerfotos zu drängen versuchte. Ob es auch beim WM-Finale zu derartigen Bildern kommt, ist unklar – aber: Schon die Anwesenheit des 80-Jährigen könnte zu Schwierigkeiten führen. Kommt der Secret-Service-Tross rechtzeitig zum Anpfiff an? Gibt es Verzögerungen durch die erhöhten Sicherheitskontrollen? Und: Wird das Spiel erst gestartet, wenn Trump auch auf seinem Tribünenplatz sitzt? Die Trinkpausen: Drei Minuten pro Spielhälfte dauern die Unterbrechungen, die vorgeblich wegen der hohen Temperaturen in den Spielorten eigens für diese WM eingeführt wurden. Kritiker aber halten der Fifa vor, die Pausen vor allem wegen der damit einhergehenden Vermarktungsmöglichkeiten eingeführt zu haben – schließlich werden währenddessen Werbespots eingeblendet. Die Halbzeitshow: Der größte Unsicherheitsfaktor. Der Weltverband will offenbar protzen und fährt dafür große Geschütze auf. Schon vor Spielbeginn wird es eine Show mit Robbie Williams , Nicole Scherzinger, der italienischen Sängerin Laura Pausini und allen voran Hollywoodstar Tom Cruise geben. Zahlreiche Weltstars sind dann auch für die Halbzeitpause angekündigt: Shakira , Madonna , Justin Bieber , der nigerianische Musiker Burna Boy und die südkoreanische Band BTS werden auftreten, ebenso der venezolanische Star-Dirigent Gustavo Dudamel und Coldplay unterstützt durch einen New Yorker Grundschulchor. Die Inszenierung übernimmt Coldplay-Frontmann Chris Martin . Doch wie lange dauert die Show wirklich? Die Fifa selbst schreibt für die Auftritte allein von einer „elfminütigen Show“, doch angesichts des Aufgebots gehen die Schätzungen von Experten weit höher: Die englische BBC schrieb zuletzt von mindestens 25 Minuten inklusive Auf- und Abbau einer Bühne, die „Times“ geht sogar von 30 Minuten aus. Kurios dabei: Die Fifa würde damit eine offizielle Regel brechen. Denn das International Football Association Board (Ifab), das über die Statuten wacht und als offizielle Instanz auch über Änderungen entscheidet, schreibt vor: „Den Spielern steht eine Halbzeitpause von maximal 15 Minuten zu.“ Die Fifa will mit ihrer Gala während des WM-Finales die Halbzeitshow des Super Bowl im American Football kopieren oder sogar noch übertrumpfen – und ignoriert damit ein Risiko für die Spieler. Bereits die Halbzeitshow beim Finale der Klub-WM im vergangenen Jahr hatte für Auftritte unter anderem von Coldplay und dem kolumbianischen Musikstar J Balvin üppige 24 Minuten in Anspruch genommen. Dabei hatte das Ifab noch 2021 ein Gesuch des südamerikanischen Kontinentalverbands Conmebol abgelehnt, Halbzeitpausen von 15 auf 25 Minuten zu verlängern. Begründung: Eine derart verlängerte Pause könnte „durch die längere Zeit der Inaktivität einen negativen Einfluss auf die Sicherheit und die Gesundheit der Spieler haben“. Der langjährige deutsche NFL-Spieler Sebastian Vollmer, der mit den New England Patriots gleich zweimal den Super Bowl gewinnen konnte, erklärte schon 2022 bei watson.de : Das Problem sei, „den Körper mental und physisch wieder hochzufahren. Es ist einfach total ungewohnt. Wenn man nicht schon einmal im Super Bowl war, kann das wirklich schwierig sein.“ Fifa-Boss Infantino aber wischte zuletzt alle Bedenken beiseite: Die Halbzeitshow auf der „größten Bühne aller Zeiten“ werde den Zuschauern „ans Herz gehen“. Und könnte die Entscheidung darüber, worum es am Sonntagabend wirklich geht, noch hinauszögern: Wer wird Fußball-Weltmeister 2026?