Joseph Blatter teilt erneut gegen seinen Nachfolger aus. Mit Blick auf die Weltmeisterschaft stört ihn vor allem ein Aspekt. Der 90-jährige Ex-Fifa-Präsident Joseph Blatter hat nach dem Ende der Fußball-WM zum Widerstand gegen seinen Nachfolger Gianni Infantino aufgerufen. Auf X forderte er Fans, Spieler und nationale Verbände auf, den Fußball „unter neuer Führung“ zurückzuerobern. Hintergrund ist ein Vorfall während des Turniers, der Infantino in die Kritik gebracht hat. Blatter schrieb am Dienstag bei X, die WM sei zwar mit dem „richtigen Weltmeister“ zu Ende gegangen – Spanien hatte Argentinien im Finale 1:0 nach Verlängerung besiegt. Dann folgte aber die Kritik: „Doch auf dem Weg zum Schlusspfiff hatte das Turnier seine Glaubwürdigkeit verloren. Politik darf das Spiel nicht überschatten.“ „Großartige Gelegenheit“: Fußballboss fordert 64 Teams für die WM 2030 Damit zielt er auf den „Fall Balogun“ ab. Die Fifa hatte den US-Stürmer während des Turniers begnadigt – nachdem US-Präsident Donald Trump persönlich bei Infantino angerufen hatte. Das löste den Vorwurf politischer Einflussnahme aus. Die Organisation FairSquare hat deshalb Beschwerde gegen Infantino bei der Fifa-Ethikkommission eingereicht. Sie wirft dem Präsidenten vor, seine politische Neutralitätspflicht im Umgang mit Trump verletzt zu haben. Blatters Angriffe auf Infantino sind nicht neu. Regelmäßig attackiert er seinen Nachfolger verbal – obwohl in seiner eigenen Amtszeit ein beispielloses Korruptionsnetzwerk rund um die Fifa entstanden war. Infantino steht trotz der Kritik stabil da. Einem Bericht des englischen „Guardian“ zufolge haben mehr als 200 Fifa-Mitgliedsverbände ein Unterstützerschreiben für ihn unterzeichnet – vor der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr.