Toto Wolff spricht nach dem Großen Preis von Ungarn über die Performance seines Teams über das gesamte Wochenende – und redet sich in Rage. Platz drei für Kimi Antonelli, Rang sieben für George Russell , Startplatzstrafe für den Teenager schon nach dem Qualifying, Russell blieb in der Quali sogar liegen: Das Rennwochenende verlief für Mercedes fast traditionell seit Jahren eher mittelmäßig, der Grand Prix liegt den „Silberpfeilen“ nicht, zuletzt konnte Lewis Hamilton im Jahr 2020 dort triumphieren. Der Rennstall um den WM-Führenden Antonelli war also ohnehin nicht mit größten Erwartungen an den Hungaroring gereist – und doch regte sich Teamchef Toto Wolff nach dem Rennen am Sonntag richtig auf. Krimi auf dem Hungaroring: Coup für den Weltmeister „Geh aus dem Weg, Du Idiot“: F1-Star beschimpft Kollegen „Das einzig Positive an dem Wochenende ist, wie Kimi am Ende gekämpft hat. Das war wirklich gut. Und der Job, den die Mechaniker gemacht haben“, sagte Wolff bei „Sky“ im Live-TV. Und dann: „Ich gehe hier weg und ärgere mich: über das Unglück des Virtual Safety Cars, über das Marshalling-System, das mit den blauen Flaggen nicht funktioniert hat, über die Hinterbänkler, die nicht aus dem Weg gehen und ein Podium kosten können.“ „Einfach amateurhaft“ Worauf der Österreicher unter anderem anspielte, erklärte er später beim ORF: Kurz vor Rennende stand der überrundete Audi-Pilot Gabriel Bortoleto lange im Weg von Antonelli, der sich gerade in einem umkämpften Duell mit Ferrari-Pilot Hamilton um Rang drei befand. „Das ist das, was mich am grantigsten stimmt. Erstens sollte der Fahrer schon im Rückspiegel sehen, was passiert. Denn wenn hinter einem Audi plötzlich ein Mercedes ist, dann kann man vielleicht mitdenken“, sagte Wollf. Ein überrundeter Fahrer sollte schließlich nicht in Spitzenduelle und damit in den Rennausgang eingreifen, üblicherweise wird dann mit blauen Flaggen signalisiert, vorbeizulassen. Für die Aktion bekam Bortoleto keine Strafe. Wolff bekannte zwar auch: „Ich weiß, wie es ist, wenn du um P10, P12, P8 kämpfst und alles gibst.“ Aber: „Wenn es da vorn um wirklich was geht, dann ist der Ingenieur verpflichtet, dem Fahrer zu sagen, da kommt jetzt was. Dass das nicht passiert, ist einfach amateurhaft.“ Der 54-Jährige legte noch nach: „Das Hauptthema ist, dass einige Ingenieure auf den Pitwalls Teletubbies sind und in den Himmel starren, anstatt ihren Fahrern zu sagen, dass da jetzt ein Zug kommt, der ums Podium fightet.“ Mehr noch: „Die sagen es den Fahrern einfach nicht. Einfach unfair.“ Ähnlich wie Antonelli erging es während des Rennens auch McLaren-Pilot Oscar Piastri , der von Williams-Pilot Carlos Sainz behindert wurde, die Autos der beiden berührten sich sogar. Sainz hatte die blauen Flaggen ignoriert.